Luna (2017)

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Filmdaten
OriginaltitelLuna
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch, Russisch
Erscheinungsjahr2017
Länge92 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieKhaled Kaissar
DrehbuchUlrike Schölles,
Ali Zojaji,
Alexander Costea
ProduktionKhaled Kaissar,
Thomas Wöbke,
Tobias M. Huber
MusikChristoph Zirngibl,
Heiko Maile
KameraNamche Okon
SchnittFlorian Duffe
Besetzung

Luna ist ein deutscher Thriller des Regisseurs Khaled Kaissar aus dem Jahr 2017, der sein Kinodebüt mit dem Film gibt. Die Titelrolle ist besetzt mit Lisa Vicari, tragende Rollen mit Carlo Ljubek, Branko Tomovic, Benjamin Sadler und Rainer Bock.

Das Drehbuch wurde inspiriert von dem Schicksal einer russischen Agentenfamilie, die über einen langen Zeitraum in Baden-Württemberg für den Geheimdienst in Moskau gearbeitet hatte und enttarnt und verhaftet wurde.[2][3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 17-jährige Luna – smart, selbstbewusst und unbeschwert – verbringt das Wochenende mit ihrer Familie auf einer idyllisch gelegenen Berghütte. Doch der harmonische Trip wird unvermittelt zum Albtraum: Drei fremde Männer nähern sich der Hütte und töten kaltblütig Lunas Eltern und ihre kleine Schwester. Luna selbst entkommt dem dramatischen Geschehen nur um Haaresbreite – verfolgt von den Mördern ihrer Familie.

Schon bald muss die junge Frau feststellen, dass ihr Leben auf einer Lüge aufgebaut war: Ihr Vater war russischer Agent, das Familienidyll diente seiner Tarnung. Zwanzig Jahre lang lebte er unentdeckt und ohne dass seine Familie von seiner Tätigkeit wusste, in Deutschland. Als er schließlich durch den BND enttarnt worden war und überlaufen wollte, geriet Lunas Familie ins Fadenkreuz des russischen Geheimdienstes.

Auf der Flucht vor den Mitarbeitern des Geheimdienstes findet Luna Schutz bei dem stillen Einzelgänger Hamid. Der Afghane war der beste Freund ihres Vaters und wie er ein russischer Agent. Jetzt gilt auch Hamid als Verräter, da er sich auf Lunas Seite geschlagen hat und sie ins Ausland schmuggeln will. Doch Luna kann und will den Tod ihrer Familie nicht einfach so hinnehmen und ungesühnt lassen. Mit Hamids Hilfe geht sie den Spuren ihres Vaters nach und stellt sich dem Kampf gegen ihre Verfolger. Letztendlich gelingt es ihr den wahren Ablauf der Ereignisse auch gegen die Interessen des BND aufzudecken und klarzustellen, dass nicht ihr Vater, wie in den Medien propagiert, Frau und Tochter getötet und sich selbst gerichtet hat. Zahlreiche Verhaftungen erfolgen, auch Victor, der federführend bei der der Ermordung von Lunas Familie war, wird bei seiner Flucht gestellt und abgeführt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luna wurde produziert von der Kaissar Film GmbH & Co. KG (Khaled Kaissar) in Co-Produktion mit der Berghaus Wöbke Filmproduktion (Thomas Wöbke) und der Rat Pack Filmproduktion (Christian Becker). Gefördert wurde die Produktion von dem Deutschen Filmförderfonds und dem FilmFernsehFonds Bayern. Der Weltvertrieb liegt bei Global Screen, der Verleih bei der Universum Film (UFA).[4] Gedreht wurde in Dachau, Oberding, Oberhaching, München und in Oberstdorf, sämtlichst gelegen in Bayern.

Dem Film stand ein geschätztes Budget von 1.300.000 Euro zur Verfügung.

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack wurde überwiegend von Christoph Zirngibl und Heiko Maile komponiert. Antje Wessels schrieb auf der Seite Wessels-Filmkritik, die Komponisten Haile und Zirngibl meinten es „mit ihrem permanent spannungssteigernden Score dagegem ein wenig zu gut“.[5] Zudem wurden der Track ‚Still‘ von Mailes Band Camouflage verwendet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in seinem Kurzfilm Zarnitsa aus dem Jahr 2015 erzählte der in Afghanistan geborene Khaled Kaissar von einem russischen Agenten mit dem Namen Hamid. Sein Interesse an den Spätfolgen des Kalten Krieges liegt nach eigener Aussage in persönlichen Erfahrungen begründet. Er war sieben Jahre alt, als die Sowjets in Afghanistan einmarschierten.[6]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere des Films fand am 15. Februar 2018 im Mathäser Filmpalast in München statt.[7] Uraufgeführt wurde Luna am 29. Juni 2017 auf dem Filmfest München. Am 27. November 2017 wurde er beim Cairo International Film Festival in Ägypten gezeigt. In den deutschen Kinos lief Luna am 15. Februar 2018 an. Am 3. Oktober 2018 wurde der Film auf dem Raindance Film Festival im Vereinigten Königreich gezeigt. Veröffentlicht wurde er zudem in Brasilien, Frankreich, Ungarn und Italien. Der englische Titel lautet Luna’s Revenge.

Der Film wurde am 24. August 2018 von der Universum Film GmbH als DVD und Blu-ray veröffentlicht.[8][9]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Armknecht von film-rezensionen ist der Ansicht, der Film mache aus „der Materie jedoch herzlich wenig“. Am „eindruckvollsten sei noch der Einstieg, wenn die unbekannten Männer wirklich kurzen Prozess mit der Familie machen“ würden. „So schnell und nüchtern [werde] sonst nur selten gemordet.“ Wenige „Lichtpunkte“ würden aber „von einem Thriller verdeckt, der es so gar nicht schaff[e], eine eigene Identität zu entwickeln“. Zwar sei es bedauerlich, dass die Personen „ohne große Persönlichkeit“ blieben, aber noch „das kleinere Übel“. „Viel schlimmer“ sei es, „dass die Geschichte selbst so schnell die üblichen 08/15-Stationen abklapper[e], so als wäre Luna eine reine Pflichterfüllung“. Das Langfilmdebüt von Regisseur Khaled Kaissar sei „so unauffällig, als wäre er selbst in geheimer Mission unterwegs“. Der Kritiker gab 4 von 10 möglichen Punkten.[10]

Jens Balkenborg von Filmstarts meinte, aufgrund der persönlichen Erfahrungen des Regisseurs „blitz[e] auch gelegentlich auf, was aus ‚Luna‘ im Idealfall hätte werden können: ein wütender harter Genrefilm, in dem die Kompromisslosigkeit von Fatih Akins Kurz und schmerzlos auf einen düsteren Spionageplot“ treffe „sowie eine filmische Abrechnung mit der Verlogenheit und Amoral geheimdienstlicher Arbeitspraktiken“. Die Geschichte wirke jedoch „trotz der guten Voraussetzungen seltsam belanglos“. Die Figuren seien „blasse Abziehbilder“, wofür die Darsteller „herzlich wenig“ könnten. Balkenborg zog das Fazit: „Trotz der spannenden aus dem echten Leben gegriffenen Prämisse bleibt der Spionagethriller ‚Luna‘ in Versatzstücken und Klischees stecken.“[6]

Für Sonja Hartl von Kinozeit gestaltete sich der Anfang des Films „vielversprechend, allein schon visuell“. Hartl führte aus, dass Polit- und Spionagethriller in Deutschland ein Glaubwürdigkeitsproblem hätten und es tatsächlich mal „an der Zeit“ wäre, eine Geschichte darüber zu erzählen, „wie aktiv Geheimdienste auch hierzulande“ seien – und hier mache Luna „zumindest einen zaghaften Anfang“. Schade sei es, dass Luna den „starken Anfang verspiel[e] – und sich dann in einer bisweilen hanebüchenen Handlung sowie der Unentschiedenheit verlier[e], ob der Film nun Thriller oder Drama, ob Hamid großer Bruder und Beschützer oder potentielles love interest sein soll[e]“.[11]

Auch Timo Wolters stellte auf der Seite Blu-Ray-Rezensionen.net auf den Anfang des Films ab und führt aus und schreibt: „Khaled Kaiser jedenfalls liefert in seinem Regiedebüt einen zu Beginn absolut packenden Thriller mit Agenten-Touch ab, dessen Eröffnung an der Hütte im Wald für deutsche Produktionen geradezu bahnbrechend hart und unmittelbar zur Sache geht.“ […] „Das ist nicht weit von Hollywood-Niveau entfernt und liegt mindestens auf dem Niveau skandinavischer Thriller.“ Zwar halte der Film nach dem wirklich starken Beginn das Niveau „nicht dauerhaft“, biete „aber nach wie vor höchstspannende Momente…“ Fazit: „Luna ist lupenreine Genrekost, die Spaß an ihrem Thema hat und trotz nicht immer ganz logischer oder nachvollziehbarer Verhaltensweisen durchweg spannend bleibt. Kaissar hat auf jeden Fall Aufmerksamkeit verdient und man darf gespannt sein, was der Nachwuchs-Regisseur in Zukunft realisieren wird.“[8]

Benjamin Wirtz von Filmaffe ist der Meinung, dass die Deutschen doch Genrekino könnten, beweise Luna „in weiten Teilen“. Zwar sei der Film „kein perfekter Thriller“, aber gehöre „zu den besseren Genrefilmen, die in Deutschland in letzter Zeit entstanden“ seien, an denen es hierzulande ja sowieso mangele. Dass der Thriller „durchaus gelungene Unterhaltung“ biete, sei „vor allem Hauptdarstellerin Lisa Vicari […] zu verdanken, die die Story ohne Schwierigkeiten tragen“ könne. Sie spiele „die Rolle der 17-jährigen Luna mit einer Authentizität, die im deutschen Kino nicht selbstverständlich“ sei. „Ihren Schmerz, ihre Entschlossenheit und ihre Naivität“ nehme man ihr „ohne Umschweife ab“.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmfest München 2017

  • nominiert für den jungen deutschen Kinopreis
    • in der Kategorie „Beste Produktion“: Khaled Kaissar, Tobias M. Huber und Jonathan Saubach
    • in der Kategorie „Bestes Drehbuch“: Ulrike Schölles, Ali Jojaji und Alexander Costea
    • in der Kategorie „Beste Schauspielerin“: Lisa Vicari
    • in der Kategorie „Beste Regie“: Khaled Kaissar

Cairo International Film Festival 2017

  • nominiert in der Kategorie „Internationales Panorama“: Khaled Kaissar

Cinequest San Jose Film Festival 2018

  • nominiert in der Kategorie „Bester Spielfilm“

Golden Trailer Awards 2018

  • nominiert in der Kategorie „Bester ausländischer Thriller-Trailer“: Universum Film (UFA) und Trailerhaus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Luna. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Jens Balkenborg: Luna siehe Seite filmstarts.de. Abgerufen am 26. April 2019.
  3. Wolfram Hannemann: Zerstörtes Familienidyll: Luna siehe Seite wolframhannemann.de
  4. Drehstart von „Luna“ siehe Seite fff-bayern.de
  5. Luna siehe Seite wessels-filmkritik.com. Abgerufen am 26. April 2019.
  6. a b Jens BalkenborgLuna siehe Seite filmstarts.de. Abgerufen am 26. April 2019.
  7. Filmpremiere Spannende „Luna“ im Münchner Mathäser siehe Seite filmecho.de
  8. a b Timo Wolters: Luna Blu-ray Review siehe Seite blu-ray-rezensionen.net. Abgerufen am 26. April 2019.
  9. Review: Luna (Blu-ray) siehe Seite leinwandreporter.com
  10. Oliver Armknecht: Luna siehe Seite film-rezensionen.de. Abgerufen am 26. April 2019.
  11. Sonja Hartl: Luna (2017) Verheißungsvoller Auftakt mit erheblichen Schnitzern siehe Seite kino-zeit.de.
    Abgerufen am 26. April 2019
  12. Benjamin Wirtz: Luna – Die Filmkritik siehe Seite filmaffe.de. Abgerufen am 26. April 2019.