Oberding

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberding
Oberding
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberding hervorgehoben

Koordinaten: 48° 19′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs­gemeinschaft: Oberding
Höhe: 468 m ü. NHN
Fläche: 64,72 km2
Einwohner: 6455 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85445
Vorwahl: 08122
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 133
Gemeindegliederung: 9 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Tassilostr. 17
85445 Oberding
Website: www.oberding.de
Erster Bürgermeister: Bernhard Mücke (CSU)
Lage der Gemeinde Oberding im Landkreis Erding
OberdingEittingBerglernLangenpreisingMoosinningErdingBockhorn (Oberbayern)Taufkirchen (Vils)DorfenSankt Wolfgang (Oberbayern)LengdorfWartenberg (Oberbayern)Kirchberg (Oberbayern)HohenpoldingSteinkirchen (Oberbayern)Inning am HolzFraunbergIsenFinsingWalpertskirchenForsternNeuchingOttenhofenPastettenBuch am BuchrainWörth (Landkreis Erding)Landkreis Mühldorf am InnLandkreis EbersbergMünchenLandkreis MünchenLandkreis LandshutLandkreis FreisingKarte
Über dieses Bild
Gemeindeteil Oberding, vom Kraftwerk Aufkirchen aus gesehen
St. Johann Baptist in Aufkirchen

Oberding ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberding liegt in der Region München mitten im Erdinger Moos zwischen den Flüssen Sempt und Dorfen. Die Ortschaft liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Erding, 17 km südlich von Freising und 36 km von der Landeshauptstadt München entfernt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen München.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt neun Gemeindeteile[2] (in Klammern ist der Siedlungstyp[3] angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Notzing und Oberding.

Gewässer und Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde fließen der Mittlere-Isar-Kanal und das Flüsschen Dorfen sowie die Gfällach, alle in etwa in Süd-Nord-Richtung. Es gibt das Naturschutzgebiet Notzingermoos (NSG-00494.01) mit 138,9 ha westlich von Notzing und das Naturschutzgebiet Oberdingermoos (NSG-00492.01) mit einer Größe von 138,6 ha.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Bau der Start- und Landebahnen des Münchner Flughafens wurden vor 1992 die Bewohner von Franzheim und teilweise auch von Schwaigermoos umgesiedelt. Ein Großteil des heutigen Flughafengeländes, einschließlich der Terminals, liegt im Gemeindegebiet. Für den geplanten Bau der dritten Start- und Landebahn wäre eine weitere teilweise Abtragung von Schwaigermoos notwendig.

Zur vollständigen Vermessung Bayerns wurde 1801 die "Basislinie Unterföhrung-Aufkirchen" eingerichtet; einer der beiden Endpunkte bildete die Basispyramide – sie befindet sich in Aufkirchen in der Nähe des Kraftwerks Aufkirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der frühen Bronzezeit (um 1650 v. Chr.) stammt ein 2014 entdeckter, sorgfältig geborgener und dokumentierter Hortfund (Spangenbarrenhort von Oberding), der 791 standardisierte Spangenbarren aus Kupfer aus dem Salzburger Land und vermutlich auch aus der Slowakei enthält und im Museum Erding ausgestellt ist. Die Mehrzahl dieser Barren war in Gruppen zu 10 mal 10 Bündeln abgelegt worden – einer der frühesten europäischen Hinweise auf die Verwendung eines Dezimalsystems und eines Gewichtssystems.[4][5] Dieser Hinweis auf das Dezimalsystem in der Bronzezeit ist besonders interessant, weil später bis zur Römerzeit in Bayern Kelten siedelten, z. B. im Oppidum von Manching, die mit dem Vigesimalsystem in Zusammenhang gebracht werden, das auf der Grundzahl 20 statt zehn basiert.

Von der ersten Erwähnung bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Dieng (die heutige Gemeinde Oberding) taucht als "villa deoinga" erstmals in einer Urkunde vom 3. Juli 750 als Ausstellungsort einer Schenkungsurkunde des Baiernherzogs Tassilos III. auf. Der Ort war später Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark des Domkapitels des Hochstifts Freising, die mit dem Hochstift 1803 aufgehoben wurde.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Am 1. April 1934 wurde der Ortsteil Mariabrunn an Hallbergmoos abgegeben und 1938 Siglfing an Erding.[6] Am 1. Mai 1978 wurde die Nachbargemeinde Notzing aufgelöst und deren Orte Notzing und Notzingermoos kamen zu Oberding, Goldach kam zu Hallbergmoos.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[8]:

Stand Einwohner
1960 2931
1970 3033
1980 2898
1990 3549
1995 4078
2000 4902
2005 5141
Stand Einwohner
2006 5187
2007 5317
2008 5380
2009 5358
2010 5384
2011 5492
2012 5695
Stand Einwohner
2013 5838
2014 5975
2015 6151
2016 6187
2017 6325
2018 6485
2019 6714

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 3045 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 98,04 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm die Einwohnerzahl um 18,58 (12,00) Prozent zu.

Zwischen 1988 und 2018 erfuhr die Gemeinde nahezu eine Verdoppelung ihrer Einwohnerzahl von 3356 auf 6505 um 3149 Einwohner bzw. um 93,8 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Bernhard Mücke (Gemeinsamer Wahlvorschlag CSU und Wählergemeinschaften). Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen:

Partei/Liste 2020[9] 2014
CSU 4 4
SPD 1
Wählergruppe Aufkirchen 3 3
Wählergemeinschaft Niederding 2 2
Wählergemeinschaft Notzing 3 3
Wählergemeinschaft Notzinger Moos 1 1
Wählergemeinschaft Oberding und Oberdingermoos 4 3
Wählergemeinschaft Schwaig/Schwaigermoos 3 3
Gesamt 20 20

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 rund 31,7 Millionen €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 25,6 Millionen €. Oberding liegt in der Steuerkraft weit über dem Landesdurchschnitt, die Gemeinde ist schuldenfrei.

Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gab es 2016 insgesamt 11.270 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und damit mehr als Einwohner.[10] Von diesen Stellen waren 19 in der Land- und Forstwirtschaft, 1180 im produzierenden Gewerbe, 6269 im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 3802 bei übrigen Dienstleistern. Insgesamt gab es 10.777 Einpendler und 2369 Auspendler.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Oberding
Blasonierung: „In Blau ein schräglinks gestelltes silbernes Sensenblatt.“[11]

Wappenführung seit 25. Mai 1950.

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge in den Farben Blau-Weiß-Blau.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Oberding ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft. Das gleichnamige Kirchdorf ist Sitz der Verwaltung von Gemeinde und Verwaltungsgemeinschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist in Aufkirchen, 1725–1730
  • kath. Pfarrkirche St. Martin in Niederding, 1757–1760
  • kath. Pfarrkirche St. Korbinian in Schwaig, 1903–1905
  • kath. Filialkirche St. Georg in Oberding, 1701/1703, Turm aus dem 14. Jahrhundert
  • kath. Filialkirche St. Nikolaus in Notzing, zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts, Satteldachturm aus dem 13./14. Jahrhundert
  • Schloss Notzing, ehem. Wasserburg, 14. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zum größten Teil auf Gemarkung der Gemeinde gelegene Flughafen München, der 1992 eröffnet wurde, stellt den bedeutendsten Wirtschaftsfaktor dar. Eine ÖPNV-Anbindung gibt es mit den MVV-Buslinien 511 und 512 sowie mit der Linie 515 im südlichen Gemeindebereich Aufkirchen-Notzing-Notzingermoos.

Im Ortsteil Aufkirchen liegt das Wasserkraftwerk am Mittlere-Isar-Kanal. Entlang des Kanals verlief bis 1967 die zu dessen Bau errichtete Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach.

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 19, im produzierenden Gewerbe 1180 und im Bereich Handel und Verkehr 6269 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.[10] Als übrige Dienstleister waren 3802 Personen beschäftigt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 gab es in den Kindergärten und Kinderkrippen (einschl. Schulkindergarten) 357 Kinder.
In der Grund- und Mittelschule Oberding wurden 2018/2019 insgesamt 244 Schüler von 21 hauptamtlichen Lehrkräften unterrichtet, davon in der Grundschule 143 Schüler durch acht Lehrer.[12][13]
Die Private Montessori-Volksschule Oberding - Aufkirchen hatte im Schuljahr 2018/2019 259 Schüler und mit 17 hauptamtliche Lehrkräfte.[14]
An der Staatlichen Realschule Oberding unterrichteten 2020/2021 29 hauptamtliche Lehrkräfte 415 Schüler.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Oberding, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. August 2021.
  3. Gemeinde Oberding in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  4. Harald Krause, Sabrina Kutscher u. a.: Europas größter Spangenbarrenhort: Der frühbronzezeitliche Kupferschatz von Oberding. In: Matthias Wemhoff, Michael M. Rind: Bewegte Zeiten: Archäologie in Deutschland. Berlin, Petersberg 2018, S. 167 ff.
  5. J. Stolz: Erste Nachweise des Dezimalsystems? Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding. In: Restauro. Zeitschrift für Konservierung und Restaurierung, 8. Jahrgang 2017, S. 14–19.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 44, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Landkreis Erding, Fußnote 10).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 573.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 4. November 2016.
  9. Wahl des Gemeinderats - Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Oberding - Gesamtergebnis. Abgerufen am 13. Dezember 2020.
  10. a b pv-muenchen.de: Gemeindedaten
  11. Eintrag zum Wappen von Oberding in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Grundschule Oberding in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 21. Januar 2020.
  13. Mittelschule Oberding in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 21. Januar 2020.
  14. Private Montessori-Volksschule Oberding - Aufkirchen in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 21. Januar 2020.
  15. Staatl. Realschule Oberding in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 26. September 2021.