Oberding

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberding
Oberding
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberding hervorgehoben

Koordinaten: 48° 19′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs­gemeinschaft: Oberding
Höhe: 468 m ü. NHN
Fläche: 64,72 km2
Einwohner: 6505 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85445
Vorwahl: 08122
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 133
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Tassilostr. 17
85445 Oberding
Website: www.oberding.de
Bürgermeister: Bernhard Mücke (CSU)
Lage der Gemeinde Oberding im Landkreis Erding
OberdingEittingBerglernLangenpreisingMoosinningErdingBockhorn (Oberbayern)Taufkirchen (Vils)DorfenSankt Wolfgang (Oberbayern)LengdorfWartenberg (Oberbayern)Kirchberg (Oberbayern)HohenpoldingSteinkirchen (Oberbayern)Inning am HolzFraunbergIsenFinsingWalpertskirchenForsternNeuchingOttenhofenPastettenBuch am BuchrainWörth (Landkreis Erding)Landkreis Mühldorf am InnLandkreis EbersbergMünchenLandkreis MünchenLandkreis LandshutLandkreis FreisingKarte
Über dieses Bild
Ortsteil Oberding, vom Kraftwerk Aufkirchen aus gesehen
St. Johann Baptist in Aufkirchen

Oberding ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding und ein Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberding liegt in der Region München mitten im Erdinger Moos zwischen den Flüssen Sempt und Dorfen. Die Ortschaft liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Erding, 17 km südlich von Freising und 36 km von der Landeshauptstadt München entfernt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen München.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemarkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quelle:[2])

Für den Bau der Start- und Landebahnen des Münchner Flughafens wurden vor 1992 die Bewohner von Franzheim und teilweise auch von Schwaigermoos umgesiedelt. Ein Großteil des heutigen Flughafengeländes, einschließlich der Terminals, liegt im Gemeindegebiet. Für den geplanten Bau der dritten Start- und Landebahn wäre eine weitere teilweise Abtragung von Schwaigermoos notwendig.

Gewässer und Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Oberding fließen der Mittlere-Isar-Kanal und das Flüsschen Dorfen sowie die Gfällach, alle in etwa in Süd-Nord-Richtung. Es gibt das Naturschutzgebiet Notzingermoos (NSG-00494.01) mit 138,9 ha westlich von Notzing und das Naturschutzgebiet Oberdingermoos (NSG-00492.01) mit einer Größe von 138,6 ha.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der frühen Bronzezeit (um 1650 v. Chr.) stammt ein 2014 entdeckter, sorgfältig geborgener und dokumentierter Hortfund (Spangenbarrenhort von Oberding), der 791 standardisierte Spangenbarren aus Kupfer aus dem Salzburger Land und vermutlich auch aus der Slowakei enthält und im Museum Erding ausgestellt ist. Die Mehrzahl dieser Barren war in Gruppen zu 10 mal 10 Bündeln abgelegt worden – einer der frühesten europäischen Hinweise auf die Verwendung eines Dezimalsystems und eines Gewichtssystems.[3][4]

Von der ersten Erwähnung bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Dieng (die heutige Gemeinde Oberding) taucht als "villa deoinga" erstmals in einer Urkunde vom 3. Juli 750 als Ausstellungsort einer Schenkungsurkunde des Baiernherzogs Tassilos III. auf. Der Ort war später Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark des Domkapitels des Hochstifts Freising, die mit dem Hochstift 1803 aufgehoben wurde.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Am 1. April 1934 wurde der Ortsteil Mariabrunn an Hallbergmoos abgegeben und 1938 Siglfing an Erding.[5] Am 1. Mai 1978 wurde die Nachbargemeinde Notzing aufgelöst und deren Orte Notzing und Notzingermoos kamen zu Oberding, Goldach kam zu Hallbergmoos.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[7]:

Stand Einwohner
1960 2931
1970 3033
1980 2898
1990 3549
1995 4078
2000 4902
2005 5141
Stand Einwohner
2006 5187
2007 5317
2008 5380
2009 5358
2010 5384
2011 5492
2012 5695
Stand Einwohner
2013 5838
2014 5975
2015 6151
2016 6187
2017 6325
2018 6714

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 3045 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 98,04 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm die Einwohnerzahl um 18,58 (12,00) Prozent zu.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Bernhard Mücke (Gemeinsamer Wahlvorschlag CSU und Wählergemeinschaften). Der Gemeinderat der Amtszeit 2014–2020 hat 20 Mitglieder, davon gehören 4 der CSU und 1 der SPD an. Die Wählergemeinschaften sind mit 15 Sitzen vertreten: Aufkirchen 3, Niederding 2, Notzing 3, Notzinger Moos 1, Oberding 3 und Schwaig/Schwaigermoos 3.

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 rund 31,7 Millionen €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 25,6 Millionen €. Oberding liegt in der Steuerkraft weit über dem Landesdurchschnitt, die Gemeinde ist schuldenfrei (2014).

Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gab es 2016 insgesamt 11.270 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und damit mehr als Einwohner.[8] Von diesen Stellen waren 19 in der Land- und Forstwirtschaft, 1180 im produzierenden Gewerbe, 6269 im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 3802 bei übrigen Dienstleistern. Insgesamt gab es 10.777 Einpendler und 2.369 Auspendler.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Oberding wurde am 25. Mai 1950 festgelegt: „In Blau ein schräglinks gestelltes silbernes Sensenblatt.“ Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge in den Farben Blau-Weiß-Blau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zum größten Teil auf Gemarkung der Gemeinde gelegene Flughafen München, der 1992 eröffnet wurde, stellt den bedeutendsten Wirtschaftsfaktor dar. Eine ÖPNV-Anbindung gibt es mit den MVV-Buslinien 511 und 512 sowie mit der Linie 515 im südlichen Gemeindebereich Aufkirchen-Notzing-Notzingermoos.

Im Ortsteil Notzing liegt das Kraftwerk Aufkirchen am Mittlere-Isar-Kanal. Entlang des Kanals verlief bis 1967 die zu dessen Bau errichtete Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach.

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 19, im produzierenden Gewerbe 1180 und im Bereich Handel und Verkehr 6269 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.[8] Als übrige Dienstleister waren 3802 Personen beschäftigt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten und Kinderkrippen (einschl. Schulkindergarten): 357 Kinder
  • Volksschulen: Grund- und Mittelschule mit 12 Klassen und 246 Schülern
  • staatliche Realschule Oberding: 366 Schüler in 15 Klassen
  • Montessori-Schule in Aufkirchen mit 260 Schülern

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist in Aufkirchen, 1725–1730
  • kath. Pfarrkirche St. Martin in Niederding, 1757–1760
  • kath. Pfarrkirche St. Korbinian in Schwaig, 1903–1905
  • kath. Filialkirche St. Georg in Oberding, 1701/1703, Turm aus dem 14. Jahrhundert
  • kath. Filialkirche St. Nikolaus in Notzing, zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts, Satteldachturm aus dem 13./14. Jahrhundert
  • Schloss Notzing, ehem. Wasserburg, 14. Jahrhundert

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Oberding in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  3. Harald Krause, Sabrina Kutscher u. a.: Europas größter Spangenbarrenhort: Der frühbronzezeitliche Kupferschatz von Oberding. In: Matthias Wemhoff, Michael M. Rind: Bewegte Zeiten: Archäologie in Deutschland. Berlin, Petersberg 2018, S. 167 ff.
  4. J. Stolz: Erste Nachweise des Dezimalsystems? Der frühbronzezeitliche Spangenbarrenhort von Oberding. In: Restauro. Zeitschrift für Konservierung und Restaurierung, 8. Jahrgang 2017, S. 14–19.
  5. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 44, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Landkreis Erding, Fußnote 10).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 573.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 4. November 2016.
  8. a b pv-muenchen.de: Gemeindedaten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien