Lyssbach
| Lyssbach Lyssach | ||
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Steinbrücke in Lyss | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | CH: 1402 | |
| Lage | Mittelland
| |
| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Alte Aare → Aare → Rhein → Nordsee | |
| Quelle | bei Moosaffoltern in der Gemeinde Rapperswil 47° 2′ 33″ N, 7° 26′ 15″ O | |
| Quellhöhe | ca. 574 m ü. M.[1] | |
| Mündung | bei Lyss in die Alte AareKoordinaten: 47° 5′ 45″ N, 7° 18′ 38″ O; CH1903: 590280 / 216086 47° 5′ 45″ N, 7° 18′ 38″ O | |
| Mündungshöhe | 435 m ü. M.[1] | |
| Höhenunterschied | ca. 139 m | |
| Sohlgefälle | ca. 8,7 ‰ | |
| Länge | 15,9 km[2] | |
| Einzugsgebiet | 56,44 km²[3] | |
| Abfluss am Pegel Mündung[3] AEo: 56,44 km² |
MQ Mq |
1,41 m³/s 25 l/(s km²) |
| Linke Nebenflüsse | Chüelibach, Alewilbach, Seebach | |
| Rechte Nebenflüsse | Schlattbach | |
| Kleinstädte | Lyss | |
| Gemeinden | Rapperswil, Schüpfen, Grossaffoltern, Lyss | |
Der Lyssbach ist ein rund 16 Kilometer langer Bach und rechter Zufluss der Alten Aare im Schweizer Kanton Bern. Er entwässert einen Abschnitt des Berner Mittellandes.
Name
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fluss wird in einer Urkunde vom 10. August 1275 als Lissa erstmals schriftlich erwähnt.[4] Mit dem historischen Dokument bestätigte Ritter Ulrich von Buchsee (Münchenbuchsee), dass er dem Johanniterorden sein Land bis hin zur Lyssbachbrücke von Schwanden übergeben hatte.[5]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Quelle des Lyssbachs liegt auf dem Rapperswiler Plateau auf etwa 574 m ü. M. am südlichen Dorfrand von Moosaffoltern in der Gemeinde Rapperswil. Der Bach fliesst im ersten Abschnitt seit den 1970er Jahren meist eingedolt nach Südwesten in das Lyssbachtal hinunter. Beim Weiler Lätti tritt er für rund 160 Meter an die Oberfläche, bevor er die Talsohle erreicht. Beim Hof Schönbrunnen befindet er sich nahe an der Quelle der Urtenen, die im gleichen, flachen Tal gegen Osten fliesst. Die Wasserscheide im Talboden liegt auf 530 m ü. M.
Bei der Melioration in den 1970er Jahren wurde das Feuchtgebiet im Tal entwässert und der Lyssbach in einen begradigten Kanal gelegt. Der gegen Nordwesten fliessende Bach verlässt bei Schönbrunnen westlich der Hauptstrasse 252 die Dole und durchquert das flache Gebiet, das noch heute den Flurnamen Moos trägt. Im etwa 800 Meter breiten Sohlental ist der Bachgraben von einem Gebüschsaum mit einzelnen Bäumen begleitet. Er verläuft an der nördlichen Talsohle und bildet streckenweise die Grenze zwischen Rapperswil und Schüpfen. Bei Schwanden tritt er ganz auf Schüpfer Boden über und passiert das Dorf zuerst an seiner nördlichen Siedlungsgrenze, ehe er ein Quartier vom Dorfkern abtrennt und den rund acht Kilometer langen Chüelibach aufnimmt. Das Tal wird nun schmaler und erreicht an seiner breitesten Stelle rund 100 Meter.
Nördlich des Weilers Bundkofen überspannt der Bundkofen-Viadukt der Autobahn A6 das Tal. Dann unterquert der Lyssbach die Hauptstrasse 6 (Lyssstrasse) und die Bahnstrecke Bern-Biel. Beim Büelhof überquert er die Gemeindegrenze zu Grossaffoltern und bei Kosthofen nimmt er den Alewilbach von links auf. An der Inselmatt zweigt gegen links der Gewerbekanal von Suberg ab, der zu den alten Wasserwerken einer Öle und einer Mühle führt. In Suberg überquert die Hauptstrasse 251 (Wilerstrasse) den Bach und den Mühlekanal. Unterhalb von Suberg standen früher noch zwei weitere Mühlen.
Am Stadtrand von Lyss erreicht von links der Seebach den Lyssbach. Nach der Mündung befindet sich auf 455 m ü. M. das Einlaufbauwerk des Hochwassserentlastungsstollens am Lyssbach.
In Lyss durchquert der Bach das Industriegebiet, das ebenfalls auf historische Wasserwerke zurückgeht. Bei der Seelandhalle tritt er ins Aaretal ein und durchquert fast drei Kilometer weit das weitläufige Siedlungsgebiet. An der nördlichen Siedlungsgrenze erreicht er wieder eine Industriezone. Danach verläuft der Bach in der Auenlandschaft neben der Alten Aare, in welche er wenig später bei der ARA südwestlich von Busswil auf 435 m ü. M. mündet. Der Wald bei der Mündung liegt im Naturschutzgebiet Alte Aare: Lyss-Dotzigen, das als Auengebiet von nationaler Bedeutung eingestuft ist.[6]
Einzugsgebiet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Einzugsgebiet des Lyssbachs misst 56,44 Quadratkilometer, bestehend aus 55,9 % landwirtschaftlicher Fläche, 30,8 % bestockter Fläche, 12,9 % bebauter Flächer, 0,3 % Gewässer sowie 0,1 % unproduktiver Fläche. Die höchste Erhebung liegt auf 820 m ü. M. im Seiebergwald bei Wahlendorf, die durchschnittliche Höhe beträgt 571 m ü. M.[3]
Wasserbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hochwasserschutzstollen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Lyssbach trat in der Vergangenheit immer wieder über die Ufer und verursachte vor allem in Lyss schwere Überschwemmungen.[7] Von 2009 bis 2011 wurde mit einer Tunnelbohrmaschine ein Hochwasserentlastungsstollen gebaut, der in Leen oberhalb von Lyss bei starken Regenfällen einen Teil des Wassers unterirdisch um das Stadtgebiet herum direkt in den Unterlauf des Lyssbachs und zur Alten Aare abführen kann.[8][9]
Revitalisierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der 1987 gegründete Wasserbauverband Lyssbach, dem fünf Gemeinden im Einzugsgebiet angehören, führte verschiedene Bau- und Korrektionsarbeiten am Lyssbach durch, die sowohl dem Hochwasserschutz als auch dem Naturschutz dienen.[10]
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]-
Stauwehr in Suberg
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Einlaufbauwerk des Hochwasserstollens
-
Mittlere Mühle in Lyss
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
- ↑ Gewässernetz im WebGis Geoinformationssystem des Kantons Bern
- ↑ a b c Modellierter mittlerer jährlicher Abfluss. In: Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 12. August 2017.
- ↑ Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1, S. 331, „Lyssbach“ (Auszug in der Google-Buchsuche).
- ↑ Fontes rerum bernensium, 3. Band, Bern 1880. S. 126.
- ↑ Objektblatt «Alte Aare: Lyss-Dotzigen» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.
- ↑ Mitarbeiter: 2007 Lyssbach in Lyss. In: wvsag.ch. Wasserverbund Seeland AG, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2017; abgerufen am 12. August 2017: „Der Lyssbach in Lyss ist in den letzten Jahren mehrfach über die Ufer getreten... Allein im 2007 wurde Lyss drei Mal überflutet (21.06 / 08.08 / 29.08). Der dabei entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 100 Millionen Franken.“ Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Herbert Rentsch: Lyss – Der Lyssbach floss erstmals durch den Stollen. In: bernerzeitung.ch. Tamedia, 10. Oktober 2012, abgerufen am 2. November 2015.
- ↑ Simone Lippuner: Lyss – Gemeindpräsident Hegg huldigt dem Stollen. In: bernerzeitung.ch. Tamedia, 28. Juni 2016, abgerufen am 12. August 2017.
- ↑ Abgeschlossene Projekte. Wasserbauverband Lyssbach, abgerufen am 22. November 2025.
