Grossaffoltern

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Grossaffoltern
Wappen von Grossaffoltern
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Seelandw
BFS-Nr.: 0303i1f3f4
Postleitzahl: 3257 Grossaffoltern
3257 Ammerzwil
3262 Suberg
UN/LOCODE: CH GRO (Grossaffoltern)

CH SBE (Suberg)

Koordinaten: 594007 / 212853Koordinaten: 47° 4′ 0″ N, 7° 21′ 35″ O; CH1903: 594007 / 212853
Höhe: 511 m ü. M.
Fläche: 15.06 km²
Einwohner: 3032 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 201 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Niklaus Marti (BDP)
Website: www.grossaffoltern.ch
Grossaffoltern 6869.JPG

Karte
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Grossaffoltern ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland im Kanton Bern, Schweiz. Die Gemeinde wurde bis 1860 offiziell Affoltern genannt.

Neben der Einwohnergemeinde existiert unter diesem Namen auch eine Burgergemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grossaffoltern liegt in der Nähe von Lyss im bernischen Seeland. Zu Grossaffoltern gehören die Ortschaften und Weiler Suberg, Ammerzwil, Vorimholz, Chaltebrünne, Weingarten, Kosthofen und Ottiswil sowie mehrere Einzelhöfe und Hofgruppen.

Die Nachbargemeinden sind Diessbach bei Büren, Lyss, Rapperswil, Seedorf, Schüpfen und Wengi.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grossaffoltern hat knapp 3000 Einwohner (Stand 2015).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850
1'722
1910
1'847
1930
1'922
1950
2'007
1980
2'235
2005
2'837
2015
2'999

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Stein- bzw. Bronzebeilen stammen aus dem Ende der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit. Mehrere Grabhügel ausserhalb der heutigen Ortschaften belegen eine Besiedlung durch die Kelten im 7. Jahrhundert v. Chr. Ebenso ist die Anwesenheit der Römer zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr. durch archäologische Funde belegt. Ein Reihengräberfeld in Kosthofen stammt aus der Zeit der Völkerwanderung (5. und 6. Jahrhundert n. Chr.).

Die urkundliche Erwähnung eines Petrus, Meier zu Affoltern, im Jahre 1216 ist das älteste erhaltene Dokument über Grossaffoltern. Damals gehörte der Ort den Grafen von Kyburg, in deren Urbar aus der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts (1261–1263) die Einkünfte von Affolterra oder Affoltron aufgelistet werden.[2] 1402 verkaufte Gräfin Anna von Nidau, die Witwe des Grafen Hartmann von Kyburg, Burg und Herrschaft Oltingen[3], zu der auch Affolterra gehörte, an den Berner Bürger Hugo Burkart von Mömpelgart. Von dessen Witwe wurde die Grafschaft an den Grafen Conrad von Freiburg verkauft und ging hernach in den Besitz der Stadt Bern.[4]

1383 vergabte die Gräfin Anna von Nidau den Kirchensatz an das Frauenkloster Klingenthal in Kleinbasel, welches ihn 1416 an die Abtei Frienisberg abtrat. Mit der Reformation kam Frienisberg samt Kirchensatz und Zehnten von Affoltern an Bern, dessen Rat nun die Pfarrei besetzte, die zum Kapitel Büren gehörte. Im Jahre 1413 befreite die bernische Regierung Affoltern für 330 Gulden von der Leibeigenschaft.[5]

Seit 1413 gehört Grossaffoltern zur Landvogtei Aarberg.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name (Gross-)Affoltern ist vom althochdeutschen apholtra/apfultra oder affalterun abgeleitet, was heisst bei den Apfelbäumen und sich aus afal oder aful (Apfel) und tra (Baum – gotisch triu, englisch tree) zusammensetzt [6]. 1216 wird der Ort als Affoltron erstmals urkundlich [7] erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 34,8 %, BDP 18,0 %, SP 16,2 %, FDP 9,3 %, GPS 7,6 %, glp 5,4 %, EVP 3,6 %, CVP 2,0 %, SD 1,3 %.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der grösste Arbeitgeber ist die Düngemittelfabrik Hauert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist bekannt wegen ihrer Storchenkolonie. Das Naturschutzgebiet Längmoos weist eine grosse Artenvielfalt auf (Libellen, Insekten, Amphibien, Vögel, Pflanzen).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Marti: Aus der Geschichte der Kirche Grossaffoltern 1513–1988. 1988
  • Jürg Eberle: Geschichtliches zur Gemeinde Grossaffoltern. 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grossaffoltern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Archiv für schweizerische Geschichte. Hg. Allgemeine Geschichtforschende Gesellschaft der Schweiz. 12. Bd. Zürich 1858. S. 162 u.166.
  3. J. Ludwig Wurstemberger. Geschichte der alten Landschaft Bern. 2.Bd. Bern 1862 . S. 129 Anm.2 und S. 181 ff.
  4. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Bd.21 Heft1.1868. Urkunden zur Geschichte der Grafen von Freiburg. S. 195.
  5. Albert Jahn. Chronik oder geschichtliche, ortskundliche und statistische Beschreibung des Kantons Bern, alten Theils, in alphabetischer Ordnung, von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart : nach den zuverlässigsten Quellen. Bern/Zürich 1857. S. 58-60.
  6. Julius Studer. Schweizer Ortsnamen: ein historisch-etymologischer Versuch. Zürich 1896. S. 49.
  7. Heinrich Türler, Marcel Godet, Victor Attinger, Hans Tribolet, Historisch-biographisches Lexikon der Schweiz, 1934
  8. Resultate der Gemeinde Grossaffoltern. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015, abgerufen am 17. April 2016 (html).
  9. AUBURN INDUSTRIAL DESIGN. In: auburn.edu. Abgerufen am 16. Juni 2015.