Mögen sie in Frieden ruh’n

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Filmdaten
Deutscher TitelMögen sie in Frieden ruh'n
OriginaltitelRequiescant
ProduktionslandItalien, Deutschland
OriginalspracheItalienisch
Erscheinungsjahr1966
Länge110 (dt. V. 92) Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieCarlo Lizzani
DrehbuchAdriano Bolzoni
Lucio Battistrada
Armando Crispino
Karl Heinz Vogelmann
ProduktionCarlo Lizzani
Ernst Ritter von Theumer
MusikRiz Ortolani
KameraAlessandro Mancori
SchnittFranco Fraticelli
Besetzung

Mögen sie in Frieden ruh'n (Originaltitel: Requiescant) ist ein Italowestern aus dem Jahr 1966, der im deutschen Sprachraum nur in einer verstümmelten Form zu sehen war. Der von Ernst Ritter von Theumer koproduzierte Film kam am 28. Juli 1967 in hiesige Kinos. Der dem Neorealismus nahestehende Regisseur Carlo Lizzani besetzte u. a. Pier Paolo Pasolini als einen Priester.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fort Hernandez bei San Antonio wird eine Gruppe mexikanischer Dorfbewohner von konföderierten Soldaten unter dem Kommando des Aristokraten Ferguson verraten und ermordet. Ein kleiner Junge, Requiescant, überlebt und läuft in die Wüste, wo er von Jeremy gerettet wird, der mit seiner kleinen Familie dort unterwegs ist. Er zieht Requiescant wie seinen eigenen Sohn auf; dieser versteht sich besonders gut mit seiner Stiefschwester Princy, die eines Tages gegen ihre Familie aufbegehrt und sich einer fahrenden Truppe anschließt.

Requiescant macht sich für seine Ersatzfamilie auf die Suche nach dem Mädchen; unterwegs kann er mehrmals beweisen, wie schnell er mit dem Revolver umzugehen weiß. Als er nach San Antonio kommt, stellt er fest, dass die Stadt dem ehemaligen Offizier Ferguson gehört. Im Saloon findet er Princy als Prostituierte und den Ferguson-Untergebenen Dean Light als ihren Zuhälter. Ferguson weigert sich, Princy mit Requiescant davonziehen zu lassen. Als Requiescant von seiner wahren Identität erfährt, unterstützt er den Priester Don Juan bei seinem Aufstand gegen Ferguson.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Realistisch gehaltener Western (mit Pasolini in der Rolle eines Priesters) über das vorrevolutionäre Mexiko, ohne hinreichende psychologische Fundierung und mit einigen Brutalitäten; in der deutschen Verleihfassung einschneidend und wenig sorgfältig gekürzt.“

Ermanno Comuzio lobte: „Der Film liegt auf halbem Weg zwischen dem herkömmlichen Westernstil und dem neuen Kino – die üblichen Motive vermischen sich mit Themen der Demokratiebewegung. Diese beiden Dimensionen sind hier optimal aufeinander abgestimmt.“[2]

Die politische Dimension stellt Ulrich P. Bruckner heraus: „Mark Damon, normalerweise der Held vom Dienst, spielt hier gegen sein Image den vampirmäßigen, blaß geschmink(t)en und ganz in Schwarz gekleideten Bösewicht Ferguson, der einen perfekten Kontrast zu Pasolinis Don Juan abgibt. Beide glauben nur an ihre eigene Wahrheit, der Revolutionär und Underdog Don Juan, der dazu gezwungen wurde, sich der Revolution anzuschließen und gegen Unterdrückung der Herrschenden zu kämpfen, und auf der anderen Seite der Aristokrat Ferguson, der sich nicht damit anfreunden kann, dass es eine Gleichheit zwischen der herrschenden und der beherrschten Klasse geben kann.“[3]

Zu einer geringeren Einschätzung gelangte der Evangelische Film-Beobachter: „Soziale Zwistigkeiten bilden den Hintergrund eines Gefechts zwischen scheinmenschlichen Monstren, deren Religiosität oder Teufelei zum wohlgefälligen Vergnügen zitiert werden. Nur für ein unkritisches Publikum ab 18 unterhaltsam.“[4]

Bemerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Alternativtitel ist der einfallslose Galgen Kid.

In Italien spielte der Film fast eine halbe Milliarde Lire ein.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mögen sie in Frieden ruh’n. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  2. Comuzio in „Cineforum 68“, Oktober 1967
  3. Bruckner in: Für ein paar Leichen mehr. München 2006, S. 127
  4. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 442/1967
  5. R. Poppi, M. Pecorari: Dizionario del cinema italiano: I film Vol. 3. Gremese, 1992, S. 445