MOL

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem ungarischen Mineralölkonzern MOL, für andere Begriffe siehe Mol (Begriffsklärung).
MOL
Logo
Rechtsform Rt.
ISIN HU0000068952
Gründung 1991
Sitz Budapest, Ungarn

Leitung

  • Zsolt Hernádi, Chairman und CEO[1]
  • József Molnár, Group CEO[1]
Mitarbeiter 27.499[1]
Umsatz 4.867 Mrd. Forint (15,5 Mrd. Euro)[1]
Branche Erdöl & Erdgas
Website www.molgroup.hu
Stand: 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014
Ehemaliges Logo

MOL Rt. (Magyar Olaj- és Gázipari Részvénytársaság) ist der führende Mineralölkonzern Ungarns mit Hauptsitz in Budapest. MOL ist ein integriertes Öl- und Gasunternehmen. Das Unternehmen ist in den EMEA- und GUS-Staaten aktiv und beschäftigt weltweit mehr als 34.000 Mitarbeiter. Der Öl- und Gaskonzern ist als Aktiengesellschaft an der Börse in Budapest gelistet und bringt rund 25 % der gesamten Indexgewichtung des Budapest Stock Exchange Index (BUX) an der Budapester Börse auf die Waage. Außerdem ist MOL an der Luxemburger Börse und der Warschauer Börse gelistet. Die MOL-Gruppe wird durch ihre Expansionbestrebungen zunehmend zu einem wichtigen Akteur in ganz Osteuropa.[2]

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eigentümerstruktur zeigte sich am 30. September 2015 wie folgt:[3]

In der Vergangenheit war bis März 2009 die österreichische OMV AG größter Einzelaktionär nachdem sie ihren Anteil im Juni 2007 von 18,6 % auf 20,2 % aufstockte. Dabei gab es gewissen Widerstand aus Ungarn. Nachdem MOL ein Übernahmeangebot der OMV vom August 2008 ablehnte und die EU-Kommission scharfe Auflagen für eine Genehmigung gemacht hatte, verkaufte OMV die Beteiligung im März 2009 für 1,4 Milliarden Euro an das russische Unternehmen Surgutneftegas. Surgutneftegas veräußerte seinen Anteil 2011 weiter.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MOL wurde am 1. Oktober 1991 durch den Zusammenschluss von neun Unternehmen – Mitglieder der ehemaligen „Nationalen Öl und Gas Treuhand“ - gegründet. 1995 war die Integration aller Unternehmen abgeschlossen und MOL begann seine Geschäftstätigkeit als zentrales Unternehmen. Im selben Jahr begann ein umfassender Privatisierungsprozess, der mit der Notierung des Unternehmens an der Budapester Börse seinen Ausgang nahm.

Seit längerem verhandelte die OMV, die seit 2004 als Mehrheitseigner des rumänischen Ölkonzerns Petrom Marktführer in Zentral- und Osteuropa ist, mit der MOL über engere Kooperation und eine Mehrheitsbeteiligung. Seit MOL jedoch mit der Übernahme der Slovnaft-Raffinerie (Bratislava) den Österreichern zuvorkam, stockten die Gespräche. Ungarns Regierungschef Ferenc Gyurcsány wollte eine Übernahme, die mit einer Schuldensanierung einherginge, verhindern. In dieser Frage sah die EU-Kommission einen Widerspruch zum Prinzip des freien Wirtschafts- und Kapitalverkehrs und kritisierte die Ungarn im September 2007, worüber in den Medien als Causa MOL berichtet wurde.

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Ein rotes Dreieck (Spitze nach unten) mit weißem MOL-Schriftzug in der rechten oberen Hälfte.

MOL-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfagas Kft. (Ungarn)
  • Branch Office Damascus (Syrien)
  • Energopetrol d.d. (Bosnien und Herzegowina; 50 %)
  • FGSZ Földgázszállító Zrt. (Ungarn)
  • Geoinform Kft. (Ungarn)
  • GES Geofizikai Szolgáltató Kft. (Ungarn)
  • Hawasina LLC Oman Branch (Oman)
  • IES - Italiana Energia e Servizi spa (Italien)
  • INA – Industrija nafte d.d. (Kroatien; 49,9 %)
  • INA Branch Office Angola (Angola)
  • INA Branch office Egypt (Ägypten)
  • INA Branch Office Namibia
  • INTERINA d.o.o. (Slowenien)
  • INTERMOL d.o.o. (Serbien)
  • Kalegran Ltd Erbil (Irak)
  • MK Mineralkontor GmbH (Deutschland)
  • MOL Austria Handels GmbH (Österreich)
  • MOL Caspian Oil and Gas Ltd. - Branch Office (Kasachstan)
  • MOL Commodity Trading Korlátolt Felelősségű Társaság (Ungarn)
  • MOL Energiakereskedő Kft. (Ungarn)
  • MOL Magyar Olaj- és Gázipari Nyilvánosan Működő Részvénytársaság (Ungarn)
  • MOL Pakistan Oil and Gas Co. B.V. (Pakistan)
  • MOL Petrochemicals (Österreich)
  • MOL Petrolkémia (Ungarn)
  • MOL Romania Petrochemicals (Rumänien)
  • MOL Romania PP SRL (Rumänien)
  • MOL Slovenija d.o.o. (Slowenien)
  • MOL Yemen Oil and Gas Ltd. (Jemen)
  • Moltrade-Mineralimpex Rt. (Ungarn)
  • Petrolszolg Kft. (Ungarn)
  • Roth-Heizöle GmbH (Österreich)
  • Slovnaft a.s. (Slowakei)
  • Slovnaft Česká Republika, spol. s r.o. (Tschechien)
  • Slovnaft Petrochemicals, s.r.o. (Slowakei)
  • TVK InterChemol GmbH (Deutschland)
  • TVK Italia Srl (Italien)
  • TVK Nyrt. (Ungarn)
  • TVK Ukraina o.o.o. (Ukraine)
  • TVK-Erőmű Termelő és Szolgáltató Kft. (Ungarn)
  • UBA Services Ltd. (Russland)
  • ZMB Ltd. (Russland)

Kernaktivitäten der MOL Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Förderung und Produktion von Erdöl-, Erdgas- und Gasprodukten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MOL fördert Erdöl in Mittel- und Osteuropa (76.8 mbpd) Russland (7,7 mbpd), Pakistan (6,6 mbpd), Kasachstan, Kurdistan (1,9 mbpd), Ägypten (2 mbpd) und Angola. Es werden Explorationsprojekte in diesen Ländern sowie im Kamerun verfolgt.[1]

Raffinierung, Transport, Lagerung und Handel von Erdölprodukten im Groß- und Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MOL betreibt fünf Raffinerien in Ungarn, Slowakei, Kroatien und Italien mit einer Raffinierungskapazität von 23,5 Millionen Tonnen im Jahr. Das Unternehmen verfügt über ein Gaspipelinenetz von 5.500 Kilometern Länge.

Tankstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MOL Gruppe betreibt über 1600 Tankstellen in zehn europäischen Ländern:

  • Die Tankstellen sind mit Ladenflächen von 50 bis 150 m² angelegt.
  • Friss 24 wurde als Marke für „Premiumshops“ etabliert und sollen den Servicecharakter der MOL-Tankstellen stärken.

Angebotene Mineralölprodukte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MOL Austria bietet an den österreichischen Tankstellen unter anderem folgende Motorbenzinprodukte:

Das Treibstoffangebot im Einzel- und Großhandel variiert länderspezifisch.[5] Das Tankstellennetz der MOL Gruppe umfasst 1600 Tankstellen in zehn europäischen Ländern. Die erste MOL-Tankstelle in Österreich wurde Anfang 2008 in Leoben eröffnet. Mittlerweile betreibt das Unternehmen 27 Tankstellen in Österreich.[6] Im Jahr 2009 hat MOL einen Untergrundgasspeicher in Ungarn fertiggestellt, der über eine Kapazität von 1,2 Milliarden Kubikmeter mobiler Gasspeicherung und über 0,7 Milliarden Kubikmeter kommerziell nutzbarer Kapazität verfügt und von großer strategischer Bedeutung ist.

Sponsoring etc.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Namenssponsor der MOL Liga, der höchsten ungarischen Eishockey-Liga mit Teilnehmern aus Rumänien und der Slowakei.
  • Veranstalter von nationalen und internationalen Veranstaltungen (MOL Cup, internationale Segelwoche am Balaton)
  • Organisator von Weltmeisterschaften in Ungarn (z. B. 10. Indoor Track and Field World Cup)
  • Sponsor von Sportlern sowohl international erfolgreich als auch national (Ákos Vereckei, Katalin Kovács, Kinga Bóta, Majtényi-Domokos Segeln)
  • Sponsor von Verbänden und Vereinigungen (z. B. Hungarian Kayak-Canoe Federation)
  • Sponsor der ungarischen Teams bei Rallye Paris Dakar

Stiftungen, Fördervereine etc.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heim-Pál-Kinderkrankenhaus
  • Bethesda-Kinderkrankenhaus
  • Kinderstadt Fót

Kultur und Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Budapest Festival Orchester
  • Die Ungarische Staatsoper
  • Das ungarische Museum der Chemie
  • Das ungarische Petrochemische Museum
  • MOL Professors' Chair
  • Peregrinatio Foundation

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luftrettungsgesellschaft
  • Kardiologische Klinik Balatonfüred
  • Internationale Pikler-Emmi-Gesellschaft

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Annual Report 2014
  2. Coface: Top 500 in CEE (PDF; 414 kB). Abgerufen am 23. Februar 2010.
  3. Ownership Structure, auf www.molgroup.info, abgerufen am 2. Januar 2016
  4. Vladimir Bogdanov, auf www.forbes.com, abgerufen am 2. Januar 2016
  5. Abgerufen am 23.Februar 2010.
  6. MOL Tankstellenverzeichnis in Österreich Abgerufen am 23. Februar 2010.