Misogynie

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Überblick zu unterschiedlichen Erscheinungsformen der Misogynie nach Ebenen der Sichtbarkeit und Schwere

Misogynie ist ein abstrakter Oberbegriff für soziokulturelle Einstellungsmuster der geringeren Relevanz bzw. Wertigkeit von Frauen oder der höheren Relevanz bzw. Wertigkeit von Männern. Sie wird sowohl von Männern als auch von Frauen selbst über die psychosoziale Entwicklung verinnerlicht (Sozialisation, Habitualisierung) und stellt die Erzeugungsgrundlage für den hierarchisierenden Geschlechtshabitus von Männlichkeit und Weiblichkeit dar. Sie ist damit die Basis hegemonialer Männlichkeit bzw. patriarchaler Beziehungsgefüge. Wo sie den sozialen Idealen bzw. persönlichen Idealen widerspricht, wird sie meist verdeckt – etwa durch Tabuisierung, Höflichkeit oder sozial erwünschte Gleichheitsrhetorik. Dann bleibt sie individuell unbewusst und gesellschaftlich diffus.

Misogynie schlägt sich auf allen Ebenen sozialer Beziehungen nieder, von der gesamtgesellschaftlichen Ebene bis zur persönlichen Beziehungsebene. Sie kann sich auf vielfältige Weise und in unterschiedlicher Intensität ausdrücken:

Lange galten nur konkrete, extreme Formen der Abwertung von Frauen als Misogynie, wodurch Verbreitung und Ausmaß individuell und gesellschaftlich verschleiert wurden.[17]

Misogynie ist eine auf Frauen gerichtete Form der Misanthropie.[18] Mit der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert wurde gesellschaftliche Misogynie zunehmend thematisiert und bekämpft, so dass im 20. Jahrhundert nun die Furcht und der Begriff der Misandrie aufkamen.[19]

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Misogynie geht auf das altgriechischische Personalpronomen μισόγυνος misógynos „Weiberfeind“ zurück. Es ist gebildet aus μισεῖν misein „hassen“ sowie γυνή gyné „Frau“.[20] In der griechischen Antike bezeichnete es die in der Philosophie vorherrschende Vorstellung von der ontologischen Minderwertigkeit der Frau. Ausgedrückt wurde dies entweder direkt über negative Beschreibungen der Frau oder indirekt über die positive Beschreibung der Unterordnung der Frau unter den Mann.[21]

Im Deutschen wird der Begriff bis heute oftmals wortwörtlich als Frauenhass bzw. „Frauenfeindlichkeit“ verstanden, d. h. auf extreme, konkrete Formen reduziert. Auch im deutschen Sprachgebrauch in Medizin und Psychologie wird er bislang im Wortsinn begrenzt auf „extreme Abneigung von Männern gegenüber Frauen“ und „krankhaften Hass von Männern gegenüber Frauen“.[22][23][24]

Aus dem Englischen, der Soziologie und Sozialpsychologie setzt sich „neuerdings“ ein erweitertes Verständnis durch, das die grundlegende Habitualisierung und gesellschaftliche Verankerung von Misogynie einbezieht.[25]

So wird Misogynie heute immer weniger als Konkretum verstanden, d. h. etwa als Frauenhass einzelner kranker Männer. Sie kann nun vielmehr als ein Abstraktum verstanden werden, das zugleich Oberbegriff ist. Er subsumiert eine Vielzahl von psychosozialen Phänomenen der Herstellung sozialer Ungleichheit über die Kategorie Geschlecht bzw. Gender – sowohl in der eigenen Gesellschaft als auch in anderen Gesellschaften.

Definitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurde Misogynie früher primär individualisierend als Frauenhass im engeren Sinne bezeichnet, so hat sich das Verständnis heute auch in Deutschland auf eine gesamtgesellschaftliche Sichtweise von „Frauenverachtung und -feindlichkeit“ erweitert:

„Misogynie, .... Kennzeichnung von Einstellungen, die die strukturelle Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft und im privaten Bereich widerspiegeln. Misogyne Einstellungen und Verhaltensweisen äußern sich sowohl offen restriktiv (Karrierehemmnisse, ungleiche Bezahlung, etc.) wie auch durch die in verdeckter Weise erfolgende Beschränkung der Frau auf ihre traditionelle Geschlechtsrolle (Verzerrung des Selbstbildes der Frau aufgrund spezifischer Sozialisation, Betonung ihrer schwächeren Position durch überlieferte Höflichkeitsformen etc.). Da Misogynie als Emanzipationsfeindlichkeit im engeren Zusammenhang mit dem umfassenderen Autoritarismus gesehen wird, erscheint ihre Überwindung nur im gesamtgesellschaftlichen Kontext möglich.“[25] Lexikon der Soziologie 2011

International hat sich diese gesamtgesellschaftliche Sichtweise schon länger durchgesetzt:

„Misogynie … ist ein zentraler Teil sexistischer Vorurteile sowie Ideologien und ist daher eine wichtige Grundlage für die Unterdrückung von Frauen in männlich dominierten Gesellschaften. Misogynie manifestiert sich auf vielfältige Weise, von Witzen über Pornografie bis hin zur Beförderung eines Empfindens von Selbstverachtung von Frauen und ihren eigenen Körper.“[26] The Blackwell Dictionary of Sociology 2000

Misogynie ist insofern nicht auf Männer beschränkt, sondern auch bei Frauen weit verbreitet (Mittäterschaft) und sowohl von Jungen als auch von Mädchen über die Sozialisation verinnerlicht:

„Obwohl Misogynie bei Männern am häufigsten ist, existiert sie auch bei Frauen, wird von Frauen gegen andere Frauen oder sogar gegen sich selbst angewendet. Die Misogynie fungiert als Ideologie- oder Glaubenssystem, das seit Jahrtausenden patriarchalische oder männlich dominierte Gesellschaften begleitet und weiterhin Frauen in untergeordnete Positionen mit eingeschränktem Zugang zu Macht und Entscheidungsfindung platziert. (…) Aristoteles behauptete, dass Frauen als natürliche Deformationen bzw. unvollkommene Männer existieren (…) Seither haben Frauen in westlichen Kulturen ihre Rolle als gesellschaftliche Sündenböcke verinnerlicht, die im 21. Jahrhundert durch vielfältige Objektifizierung von Frauen zu Tage trittt, mit ihrer kulturell sanktionierten Selbstabscheu und ihren Fixierungen auf plastische Chirurgie, Anorexie und Bulimie.“[7]

Fehlende Begriffsabgrenzung: Misogynie, Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Antifeminismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wissenschaftliche Diskussion und systematische Versuche zur Abgrenzung der Begriffskonzepte Misogynie, Frauenfeindlichkeit, Sexismus und Antifeminismus gibt es bislang kaum. Häufig wird nur einer der Begriffe verwendet; vereinzelt wird versucht, einzelne Begriffe voneinander abzugrenzen[27];[28] teilweise werden sie auch synonym verwendet.[29]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wissenschaftliche Erforschung von misogynen Einstellungsmustern begann mit der Geschlechterforschung. Zuvor gab es jedoch bereits wichtige Vorläuferstudien und einzelne Untersuchungen.[17]

Anfänge der Misogynieforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katharine M. Rogers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste systematische Studie über Misogynie wurde 1959 von der amerikanischen Literaturwissenschaftlerin Katharine M. Rogers in der Fachzeitschrift Texas Studies in Literature and Language veröffentlicht. Sie befasst sich mit der Misogynie in den Werken von Jonathan Swift.[30]

Im nächsten Schritt baute sie diese Analyse aus zu einer epochenübergreifenden Studie misogyner Einstellungsmuster in westlichen Literaturklassikern. In der Einleitung verweist sie auf die frühen Grundlagen in der Antike. Ihre Studie untersucht die Zeit vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert in sechs Abschnitten. Ihre Schlussfolgerung: Weil Misogynie generell als ein „abnormales Gefühl“ angesehen werde, das nicht direkt gezeigt werden dürfe, entwerfe jede Epoche eigene Typen „weiblicher Schurken“, die abgewertet werden dürften.[31] Sie folgert weiter, dass Misogynie ein kulturell bedingtes Phänomen ist:

„In unserer Kultur muss ein gewisser Grad an Feindlichkeit gegenüber Frauen als normal angesehen werden.“[32]

Der wichtigste Grund für Misogynie liegt für Rogers in den tief verwurzelten, asymmetrischen Machtbalancen der Geschlechterordnung, „im patriachalen Gefühl und Wunsch, dass Frauen Männern unterlegen bleiben sollten“.[33]

Kate Millett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wichtigsten Grundlagenwerken in der Misogynieforschung zählt heute die literaturwissenschaftliche, soziologische und anthropologische Studie Sexual Politics[34] (deutsch: Sexus und Herrschaft) von Kate Millett. Sie kommt, wie Rogers, ebenfalls aus der Literaturwissenschaft und verweist auch auf Rogers Arbeit als zusammenfassender Überblick: „Die Literatur der Misogynie ist so groß, dass keine Zusammenfassung von annehmbarerem Format ihr gerecht werden könnte. Die beste Quelle ist Katharine M. Rogers.“[35] Millett weitet jedoch den wissenschaftlichen Fokus über die Literaturwissenschaft hinaus aus.

Milletts Untersuchung besteht in der Analyse misogyner Einstellungsmuster in den Werken von Erfolgsautoren wie D.H. Lawrence, Henry Miller und Norman Mailer sowie bei Sigmund Freud. Die Studie zeigt, dass „Sex einen häufig vernachlässigten politischen Aspekt“ darstellt und liefert „eine erste systematische Übersicht über das Patriarchat als einer politischen Institution“ in der „Herrschaftsansprüche im Geschlechtsverkehr“ eine zentrale Rolle spielen.[36] In dieser Studie gelang es, das Ausmaß sexueller Machtansprüche auf beklemmend eindrückliche Weise darzulegen, wie der Gutachter George Stade beschrieb:

„Das Lesen des Buches ist, als würde man mit seinen Hoden in einem Nussknacker sitzen.“[37]

Trotz seines wissenschaftlichen Niveaus verbreitete sich das Buch durch die beklemmdende Eindrücklichkeit der Analyse schnell. Es wurde zum Bestseller und zu einem Manifest der neuen Frauenbewegung und des Feminismus der 1970er Jahre.

Das Buch konzentriert sich auf das soziologische Begriffskonzept des Patriarchats und verwendet den Begriff Misogynie selbsterklärend, ohne ihn selbst näher zu reflektieren oder zu definieren. Im Gegensatz zur englischen Ausgabe fehlt der Begriff Misogynie im Stichwortverzeichnis der deutschen Ausgabe sogar gänzlich.

Erforschung des Phänomens der Misogynie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste systematische sozialpsychologische Untersuchung zu Misogynie in Deutschland stammt aus dem Jahr 1973. Sie machte bereits darauf aufmerksam, dass misogyne Einstellungsmuster gerade nicht als 'Weiberhass' missverstanden werden dürfen, sondern eine erweiterte Sicht unerlässlich ist:

„Frauenfeindlichkeit ist (...) nicht so unkompliziert aufzufassen wie etwa Fremdenfeindlichkeit, Kinderfeindlichkeit, Autofeindlichkeit usw. Denn es geht im vorliegenden Falle nicht einfach um den mehr oder weniger ausgeprägten Grad der Ablehnung des Einstellungsobjektes, also 'der Frau'. Es geht nicht um Weiberhass. Einstellungsobjekt im engeren Sinne ist vielmehr die vollständige Gleichstellung und Gleichbehandlung der Frau im sozialen Leben. (...) Darüber hinaus lässt (...) erkennen, dass Frauen die vollständige Gleichstellung oft dadurch vorenthalten wird, dass man ihnen gegenüber gewisse, sozial eher positiv bewertete Haltungen zum Ausdruck bringt: besondere Höflichkeit, zuvorkommendes Benehmen, Nachsicht, Galanterie usw. (...) Eine solche differenzierte Betrachtung der Einstellung zur Frau, zur Gleichberechtigung, zur Emanzipation erscheint auch deshalb sinnvoll, weil sich misogyne Einstellungen auch dort antreffen lassen, wo man dies auf den ersten Blick am wenigsten erwartet: bei den Betroffenen, also den Frauen selbst. In diesem Falle ergibt sich das bekannte Bild, dass Individuen, die in einem ganz bestimmten gesellschaftlichen System aufgewachsen, 'sozialisiert' worden sind, zur Übernahme von Einstellungen neigen, die man ihnen selbst entgegenbringt.“[38]

Ein so erweitertes Verständnis beschreibt Misogynie insofern über folgende Merkmale:

  • keine lediglich individuellen, sondern sozialkulturelle Einstellungsmuster,
  • Auswirkungen: negative und auch positive Verhaltensweisen (Höflichkeit etc.),
  • Verinnerlichung nicht nur durch Männer, sondern auch durch Frauen selbst.

Eine mitunter konstatierte Begrenzung von misogynen Einstellungsmustern auf Männer[39], auf individuelle Einstellungsmuster, frühere Gesellschaften oder andere Gesellschaften ist insofern wissenschaftlich nicht haltbar.

Misogyne Einstellungsmuster und ihre Auswirkungen werden unter anderem in folgenden Wissenschaftsdisziplinen untersucht:

Erforschung der Ursachen von Misogynie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursachen von misogynen Einstellungsmustern werden durch verschiedene Disziplinen der Wissenschaft nach ihren jeweiligen Schwerpunktsetzungen erforscht. Dabei erforscht die Soziologie primär die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Psychologie bzw. Sozialpsychologie primär die Folgen dieser gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die psychische Entwicklung.

Soziologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Soziologie werden die gesellschaftlichen Konstellationen bzw. Dynamiken von geschlechtsbezogenen Macht- bzw. Herrschaftsverhältnissen als ursächliche Rahmenbedingungen beschrieben. Zu den frühen Ergebnissen zählen die Beschreibungen von Machtverhältnissen als Patriarchat. Weitergehende Beschreibungen lieferten seitdem insbesondere die Konzepte hegemonialer Männlichkeit und des Geschlechtshabitus.

Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Basis der Erkenntnisse der Soziologie werden in der Psychologie die psychischen bzw. psychosozialen Folgen als Ursachen bei der Entstehung von misogynen Einstellungsmustern beschrieben. In der Psychologie war die Geschlechterforschung allerdings lange Zeit „noch stärker als in anderen Sozialwissenschaften, randständig und marginalisiert“. Erst langsam kommt es hier zu einer Enttabuisierung des Themenfeldes: Im Vordergrund steht die Kritik des Androzentrismus in der Erkenntnisproduktion, die Kritik der Vorstellungen von psychologischer Identität und Subjektkonstitution und die Enttabuisierung lebenspraktischer Konflikte, Benachteiligungen und Belastungen durch strukturelle Machtdynamiken.[47]

Männlichkeitsdilemma: Abhängigkeits-Autonomie-Konflikt in männlich hegemonialen Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hauptartikel: Sexualitätsdilemma

In der Sozialpsychologie hat Rolf Pohl die Entstehung von misogynen Einstellungsmustern beschrieben[13][48][49][50]. Eine zentrale Ursache sieht er in der männlichen Subjektkonstitution männlich hegemonialer Kulturen, deren Grundlage die Vorstellung männlicher Überlegenheit und weiblicher Unterlegenheit ist. In der Folge stehen Männer unter dem „mehr oder weniger starken Druck, sich nicht nur als ein anderes, sondern als das wichtigere und überlegene Geschlecht zu setzen und 'im Notfall' zu beweisen“. D.h. Männer unterliegen dem Zwang, überlegene Männlichkeit herzustellen und aufrechtzuerhalten, d.h. in die Seele und Körper der Männer einzuschreiben. Dies führt zu einen permanenten „Abhängigkeits-Autonomie-Konflikt“, den Pohl als „Männlichkeitsdilemma“ bezeichnet: Er beschreibt dies als eine „Zwangslage zwischen Autonomiewunsch und Abhängigkeitsangst“. Denn trotz des zwingenden Anspruchs von Überlegenheit und Unabhängigkeit sind Männer in männlich hegemonialen Kulturen meist in zweifacher Hinsicht von Frauen abhängig:[50]

  • Abhängigkeit von Frauen in Kindheit und Jugend: Da Frauen und Mütter in männliche hegemonialen Kulturen für die Fürsorge von Kindern zuständig sind, erleben Männer während der gesamten Kindheit und Jugend eine existenzielle und emotionale Abhängigkeit von der Mutter bzw. anderen Frauen.
  • Abhängigkeit heterosexueller Männer vom Begierdeobjekt Frau: Wenn Männer in Jugend bzw. Erwachsenenalter heterosexuell werden, werden damit Frauen zum Objekt der sexuellen Begierde. So werden sie durch ihre eigene Sexualität in hohem Maße und dauerhaft von Frauen abhängig.
  • Abhängigkeit von Gebär- und Stillfähigkeit der Frau: Da ausschließlich Frauen die Fähigkeit zu Schwangerschaft und Stillen haben, entwickeln Männer nicht nur einen „Gebärneid“, sondern zudem einen „Mutterschaftsneid“. Über die „Idealisierung des Mütterlichen“ wird eine „Vorstellung von idealer Mütterlichkeit“ hergestellt, die in der Folge durch den Vater als unzureichend entlarvt wird. Diese „Idealisierung des Mütterlichen bei gleichzeitiger Abwertung der Frau als Mutter“ ermöglicht die „Demonstration der Überlegenheit des Vaters“ bzw. die „Aufwertung des Vaters als Verkörperung eines überlegenen parentalen Prinzips“.[51]

Um dem Anspruch von Unabhängigkeit und Überlegenheit zu genügen, müssen beide Aspekte männlicher Abhängigkeit von Frauen, Müttern und Weiblichkeit abgewertet und verdrängt werden. Da dieser Abwehrmechanismus der Verdrängung die Abwertung von Frauen, Müttern und Weiblichkeit aus der bewussten Vorstellung ausschließt, bleiben misogyne Einstellungsmuster meist unbewusst.[50] Durch diese Abwertung werden Frauen und insbesondere Mütter häufig zur Projektionsfläche virulenter Weiblichkeitsabwehr und damit zum Sündenbock. Die Weiblichkeitsabwehr und -abwertung kann bis hin zur Annihilierung von Frauen bzw. Müttern führen, d.h. dem Zunichtemachen oder Zum-Nichts-Erklären beispielsweise durch seelische oder körperliche Gewalt.[14]

Geschichte der Misogynie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Cicero berichtete vor unserer Zeitrechnung, dass die griechische Philosophie Misogynie als die Äußerung einer Angst sah (Gynophobie).[52]

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt der US-amerikanische Kulturanthropologe David D. Gilmore fest, dass Misogynie in fast allen Kulturen und Epochen vorkomme, der Frauenhass in vergleichbarer Weise in der Jäger-Sammler-Gesellschaft ebenso existent gewesen sei wie im Mittelalter oder im Europa des 21. Jahrhunderts.[53]

Misogynie in der Philosophie von Platon bis Schopenhauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Erotisierung bzw. Sexualisierung des Logos in der griechischen Philosophie kam es zu einer folgenschweren Abwertung des Weiblichen. Das, was nicht Logik ist, und die Materie wurden als weiblich gedacht (mater-materia). In Platons Timaios ist die Rede von der Mutter als dem Gefäß aller Sinnendinge; Maimonides berichtet, dass nach Platon die Idee männlich, die Materie weiblich sei.

Misogynie in der mitteleuropäischen Philosophie des Mittelalters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der monastische Asketismus des Mittelalters und der mittelalterliche Realismus trugen dazu bei, dass sich innerhalb der monastischen Kultur eine Geschlechtsspezifik manifestierte, die den mittelalterlichen Intellektuellen prägte. Der scholastische Ideenrealismus ist mit dem Namen Alvarus Pelagius verbunden, der 200 Laster und Missetaten von Frauen auflistete. Das im Auftrag des Papstes Johannes XXII. verfasste Buch wurde 1474 in Ulm gedruckt und geriet zum Vorbild des Hexenhammers.[54]

Die Dokumente, die Jean Delumeaus Studie über die Geschichte kollektiver Ängste in Europa zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert zugänglich macht, zeigen den Zusammenhang zwischen der Sinnenfeindlichkeit der monastischen Philosophie und der unverhohlenen Frauenfeindlichkeit der kirchlichen Vollzieher der Hexenprozesse.[54]

Auswirkungen auf Alltag, Kirche und Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Texte wie „De contemptu mundi“, das Werk des Mönchs Bernhard von Cluny, welches apokalyptische Passagen[55] gegen die Frauen enthält, waren über die Beichtbücher und das Urteil der Theologen bis ins 16. und 17. Jahrhundert maßgebend für die Seelsorge, und die Vorstellung von der Frau als Handlangerin des Satans, wie Jean Delumeau es ausdrückt, wurde in Millionen von Familien hineingetragen und fand so Eingang in Moral und Alltagskultur.

Die Bekämpfung sexueller Bedürfnisse, das Sprechen und Schreiben über die Abtötung des Fleisches, Zölibat und Keuschheit gehörten zu den bestimmenden Elementen der christlichen Kultur des Mittelalters. Für die Einführung des monastischen Zölibates waren ökonomische Gründe maßgeblich. Auch das Volk wünschte sich Heilige, die ihren Pflichten als Seelsorger nachkommen konnten, ohne von familiären Pflichten abgelenkt zu sein.[56]

Dennoch gab es auch im Mittelalter Zusammenschlüsse von gemischtgeschlechtlichen christlichen Gruppierungen. Diese existierten oft als Bettelorden; neuerer Terminologie zufolge kann man diese als Subkultur bezeichnen. Vielfach sind Biografien adeliger Personen bekannt, weiblich wie männlich, die sich solchen – oft verfolgten – Gruppen anschlossen.

Die dominierende, weil verschriftlichte Wissenschaftskultur, resultierend aus den Institutionen des Wissens, wie sie im Europa des Mittelalters durch Klöster und Universitäten entstanden waren, blieb bis ins 20. Jahrhundert eine reine Männerinstitution; noch im 21. Jahrhundert stellen Frauen in diesen Institutionen eine Minderheit dar.[57]

Männliche Erbfolge und Keuschheit der Frauen im Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Eine Vaterschaft war aus männlicher Sicht nicht überprüfbar, bestenfalls die Frau selbst konnte wissen, welcher Mann bei der Zeugung eines Kindes involviert gewesen war. Die soziale Institution der Jungfräulichkeit und das Dogma der unbefleckten Empfängnis zielten darauf ab, Schwangerschaften in Bezug auf die männlichen Mitverursacher bestimmen zu können, ohne diese Bestimmung den schwangeren Frauen selbst zu überlassen. Die Sicherstellung der biologischen Vaterschaft muss als wesentlicher Bestandteil männerzentrierter Gesellschaften und männlicher Erbfolge gesehen werden.

Europäische Männlichkeitsentwürfe ausgehend vom Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vignette aus: Johann Heinrich Feustking: Gynaeceum Haeretico Fanaticum, oder Historie und Beschreibung der falschen Prophetinnen, Qväckerinnen, Schwärmerinnen, und andern sectirischen und begeisterten Weibes-Personen, durch welche die Kirche Gottes verunruhiget worden: sambt einem Vorbericht und Anhang, entgegen gesetzet denen Adeptis Godofredi Arnoldi, Frankfurt und Leipzig, Christian Gerdes, 1704. (Inschriften: Taceat mulier in ecclesia / Ketzer Historie)

Das Männerbild, in der Kunstgeschichte als „der neue Adam“ bekannt, das unter katholischer Aufsicht ab dem 15. Jahrhundert zu verbreiten gesucht wurde, sollte Männern unter anderem Tugenden wie Treue in der Ehe, Männerfreundschaft, Häuslichkeit nach der Heirat vermitteln. Darstellungen dieses Typus und zur Thematik finden sich z. B. bei Albrecht Dürer, der in diesen Arbeiten stets pädagogische Ideale abzubilden versuchte.

Mit der breiten Militarisierung der männlichen Bevölkerung und der Schaffung neuerer reiner Männerräume durch Kasernen- und Schulwesen, wie es beinahe in ganz Europa ab dem 18. Jahrhundert organisiert wurde und institutionell noch im 21. Jahrhundert fortwirkt, veränderte sich das Ideal des Mannes im Vergleich zu den mittelalterlichen Tugenden. Die Militarisierung brachte für alle Männer verpflichtend neue Ideale, regelmäßiges Training zur Gewaltanwendung, das Ignorieren von Emotionen, Empathie oder Schmerz mit sich. Die Mädchenerziehung, sofern sie stattfand, war nach wie vor auf Tugenden wie Sittsamkeit, Keuschheit, Mitgefühl und Pflege ausgerichtet. Neu war ab dem 17./18. Jahrhundert, dass aufgrund staatlicher Institutionen beinahe alle Gesellschaftsschichten diesen Bildungsprogrammen unterzogen werden konnten.[58]

Der Aufklärer Jean-Jacques Rousseau, der in Emile oder über die Erziehung ausführlich über Pädagogik schrieb, war auffällig frauenfeindlich. Die Erziehung des Mädchens Sophie ist der des Protagonisten zwar im Stil ähnlich, vom Inhalt her aber ganz anders: Sie lernt Singen, Klavierspielen, Nähen und Kochen. Ihre Aufgabe ist es, ihrem zukünftigen Mann zu gefallen und ihm das Leben angenehm zu machen. Die natürliche kindliche Neugier von Mädchen oder jungen Frauen ist abzutöten, da sie klug genug sind, um Geheimnisse, die man ihnen verbirgt, zu ahnen, und weil sie schlau genug sind, sie zu entdecken.[59] Rousseau nennt das liebenswerte Unwissenheit. François Fénelon forderte: Ein Mädchen soll nur reden, wenn es wirklich nötig ist, mit einem fragenden und ehrerbietigen Ausdruck. Über Dinge, die gemeinhin über das Verständnis von Mädchen hinausgehen, soll sie selbst dann nicht sprechen, wenn sie darüber Bescheid weiß […] Man lehre die Mädchen, daß ihr Geschlecht gegenüber der Wissenschaft ein Schamgefühl empfinden soll, das ebenso empfindsam ist wie jenes, aus dem der Abscheu vor dem Laster sich nährt.[60] Etwas zu wissen, ist für Mädchen also quasi eine Untat. Johann Gottfried Herder war besonders offen: Eine Henne, die kräht, und ein Weib, das gelehrt ist, sind üble Vorboten: Man schneide beiden den Hals ab.[61] Der Philosoph Arthur Schopenhauer betrachtete die Frau als sexus sequior, „das in jedem Betracht zurückstehende, zweite Geschlecht, dessen Schwäche man demnach schonen soll, aber welchem Ehrfurcht zu bezeugen über die Maßen lächerlich ist und uns (Männer) in ihren eigenen Augen herabsetzt“.[62]

Strukturelle Misogynie in der Wissenskultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Seyla Benhabib wurde auch in der Wissenskultur, die als von der monastischen Tradition prinzipiell losgelöst erscheint, eine einseitige, von männlichen Philosophen, Wissenschaftlern und Theoretikern forcierte Betrachtung aufrechterhalten. Der Begriff Misogynie oder neuer sozialer Sexismus kann nunmehr als fehlendes Einbeziehen der weiblichen Leistungen und Lebensformen in Theorien und Systemen verstanden werden. Das Abdrängen von Mädchen in sittliche Rollenbilder, die sie aufgrund ihres Geschlechtes theoretisch zu erfüllen hätten, wird ebenso oft als sexistisches Handeln verstanden.

Kritisiert werden vor allem jene Grundlagen der politischen Philosophie und der Ökonomie, die von Männern konzipiert wurden, innerhalb derer Reproduktionsarbeit und Frauenrechte nicht in Staats- und Vertragstheorien miteinbezogen wurden. Der Begriff des „separative self“, der wesentlicher Bestandteil kontraktualistischer Staatstheorien wie jener von Hobbes, Locke, Rousseau, Kant oder Rawls ist, beschreibt eine Lebensform, deren Grundvoraussetzungen für Frauen bis zur Einführung des Frauenwahlrechtes und Reformen des Erbrechtes und dem Recht auf Privateigentum nicht zutrafen.

Die Erhaltung der Regenerationssphäre, die Reproduktionsarbeit und die emotionale und sexuelle Befriedigung des Mannes wurden im wissenschaftlichen Diskurs wie in politischen und rechtlichen Grundlagen als ureigene weibliche Domäne angesehen,[63] während besagte separative Autonomie Frauen bis ins 20. Jahrhundert weitgehend vorenthalten war.

Feministische Theorien, die auf der Beobachtung von sozialen und geistigen Gewohnheiten basieren, weisen geschlechterspezifische Dualismen zurück und kritisieren deren kulturelle Manifestationen in Form von sozialer Abschottung und sozialen Rangordnungen.[64]

Siehe auch: Gender Pay Gap

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. Howard Bloch: Medieval Misogyny and the Invention of Western Romantic Love. Chicago 1991, ISBN 0-226-05973-1.
  • Katherine H. Burkman: Staging the Rage. The Web of Misogyny in Modern Drama. Madison 1998.
  • Diana H. Coole: Women in Political Theory: From Ancient Misogyny to Contemporary Feminism. Brighton 1988.
  • Bram Dijkstra: Das Böse ist eine Frau. Männliche Gewaltphantasien und die Angst vor der weiblichen Sexualität (Originaltitel: Evil Sisters, übersetzt von Susanne Klockmann), Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-498-01305-X.
  • Andrea Geier, Ursula Kocher (Hrsg.): Wider die Frau. Zu Geschichte und Funktion misogyner Rede. Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2008, ISBN 978-3-412-15304-5.
  • Jack Holland: Misogynie. Die Geschichte des Frauenhasses. mit einem Nachwort von Marlene Streeruwitz. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-86150-793-2.
  • Emma A. Jane: Misogyny Online: A Short (and Brutish) History. Los Angeles 2017.
  • Sheila Jeffreys: Beauty and Misogyny. Harmful Cultural Practices in the West. London 2015.
  • Karla Mantilla: Gendertrolling: how misogyny went viral. Santa Barbara (CA) 2015.
  • Ute Planert: Antifeminismus im Kaiserreich. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-35787-7. (zugleich Dissertation an der Universität Tübingen 1996)
  • Rolf Pohl: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. Offizin, Hannover 2004, ISBN 3-930345-36-6.
  • Katharine M. Rogers: The Troublesome Helpmate. A History of Misogyny in Literature. Seattle 1966.
  • Hans-Dieter Schmidt, Christiane Schmerl, Astrid Krameyer, Angelika Wagner, Dieter Steinbach, Amélie Schmidt-Mummendey: Frauenfeindlichkeit: Sozialpsychologische Aspekte der Misogynie. Juventa, München. ISBN 978-3-7799-0518-9.
  • Annegret Stopczyk: Muse, Mutter, Megäre. Was Philosophen über Frauen denken. Aufbau, Berlin 1997, ISBN 3-7466-1278-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Misogyny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Misogynie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Oxford Encyclopedia of Women in World History. Band 1, Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-514890-9, S. 246ff.
  2. a b Jack Holland: Misogynie. Die Geschichte des Frauenhasses. (mit einem Nachw. von Marlene Streeruwitz), Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-86150-793-2.
  3. Lorraine Code: Encyclopedia of Feminist Theories. 1. Auflage. Routledge, London 2000, ISBN 0-415-13274-6, S. 346.
  4. Cheris Kramarae: Routledge International Encyclopedia of Women. Routledge, New York 2000, ISBN 0-415-92088-4, S. 1374–1377.
  5. Misogyny. (als Aspekt des Faschismus) In: Enzyclopedia Britannica.
  6. The Oxford Encyclopedia of Women in World History. Band 1, Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-514890-9, S. 572f.
  7. a b Michael Flood: International Encyclopedia of Men and Masculinities. 2007, ISBN 978-0-415-33343-6, S. 443.
  8. Michael S. Kimmel, Jeff Hearn, Raewyn Connell: Handbook of Studies on Men and Masculinities. Thousand Oaks CA 2005.
  9. a b Andrea Geier, Ursula Kocher (Hrsg.): Wider die Frau : zu Geschichte und Funktion misogyner Rede. Köln 2008, ISBN 978-3-412-15304-5.
  10. Michael Meuser: Geschlecht und Männlichkeit: Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster. 3. Auflage. Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17169-2.
  11. Yifat Bitton: Reclaiming power? Women victims of sexual violence and the civil legal system. In: Natti Ronel, K. Jaishankar, Moshe Bensimon(Hrsg.): Trends and Issues in Victimology. Newcastle 2008, S. 130–149.
  12. Inna Levy, Sarah Ben-David: Blaming victims and bystanders in the context of rape. In: Natti Ronel, K. Jaishankar, Moshe Bensimon(Hrsg.): Trends and Issues in Victimology. Newcastle 2008, S. 175–191.
  13. a b Rolf Pohl: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. Hannover 2004.
  14. a b Rolf Pohl: Gibt es eine Krise der Männlichkeit? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus als Bausteine der hegemonialen Männlichkeit. Vortrag. 26. März 2015, abgerufen am 3. August 2017 (PDF).
  15. Betty A. Reardon: Sexism and the War System. In: Utta Isop, Viktorija Ratkovic, Werner Wintersteiner (Hrsg.): Spielregeln der Gewalt: Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Friedens- und Geschlechterforschung. Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1175-5, S. 93 f.
  16. Katharine M. Rogers: The Troublesome Helpmate. A History of Misogyny in Literature. Seattle 1966.
  17. a b c Hans-Dieter Schmidt, Christiane Schmerl, Astrid Krameyer, Angelika Wagner, Dieter Steinbach, Amélie Schmidt-Mummendey: Frauenfeindlichkeit: Sozialpsychologische Aspekte der Misogynie. Juventa, München 1973, ISBN 3-7799-0518-3.
  18. a b R. Howard Bloch, Frances Ferguson: Misogyny, Misandry, and Misanthropy. Berkeley 1989.
  19. Google Books Ngram Viewer: Verbreitung der Begriffe Misogynie und Misandrie in Büchern bei Google Books - 1750-2008. Abgerufen am 22. März 2017.
  20. Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag/ Hölder-Pichler-Tempsky, München/ Wien 1965.
  21. Beverley Clack: Misogyny in the Western Philosophical Tradition: A Reader. New York 1999, ISBN 0-333-63423-3.
  22. Misogynie. In: Duden. Abgerufen am 22. März 2017.
  23. Gerd Wenninger: Lexikon der Psychologie. Heidelberg 2003.
  24. Arthur S. Reber, Emily Reber, Rhianon Allen: The Penguin Dictionary of Psychology. 4. Auflage. London 2009.
  25. a b Werner Fuchs-Heinritz, Daniela Klimke, Rüdiger Lautmann, Otthein Rammstedt, Urs Staeheli, Christoph Weischer, Hanns Wienold (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 5., überarbeitete Auflage. Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16602-5, S. 447.
  26. Allan G. Johnson: The Blackwell Dictionary of Sociology: A User’s Guide to Sociological Language. 2000, ISBN 978-0-631-21681-0.
  27. Herrad Schenk: Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland. München 1977, S. 162 ff.
  28. Ute Planert: Antifeminismus im Kaiserreich. Diskurs, soziale Formation und politische Mentalität. Göttingen 1998, S. 12.
  29. Bernd Maelicke (Hrsg.): Lexikon der Sozialwirtschaft. Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2511-6; Heinz Schreckenberg: Erziehung, Lebenswelt und Kriegseinsatz der deutschen Jugend unter Hitler. Münster/ Hamburg/ London 2001, ISBN 3-8258-4433-1, S. 197; Irmgard Maya Fassmann: Jüdinnen in der deutschen Frauenbewegung 1865–1919. Hildesheim/ Zürich/ New York 1996, ISBN 3-487-09666-8, S. 115.
  30. Katharine M. Rogers: "My female friends": The Misogyny of Jonathan Swift. In: Texas Studies in Literature and Language. Vol. 1, No. 3, Herbst 1959, S. 366–379.
  31. Katharine M. Rogers: The Troublesome Helpmate. A History of Misogyny in Literature. Seattle 1966, S. 265.
  32. Katharine M. Rogers: The Troublesome Helpmate. A History of Misogyny in Literature. Seattle 1966, S. 268.
  33. Katharine M. Rogers: The Troublesome Helpmate. A History of Misogyny in Literature. Seattle 1966, S. 272.
  34. Kate Millett: Sexual Politics. New York 1969.
  35. Kate Millett: Sexus und Herrschaft. Die Tyrannei des Mannes in unserer Gesellschaft. München 1971, S. 45.
  36. Kate Millett: Sexus und Herrschaft. Die Tyrannei des Mannes in unserer Gesellschaft. München 1971, S. 7.
  37. Nation: Who's Come a Long Way, Baby? 31. August 1970, abgerufen am 21. Januar 2017.
  38. Hans-Dieter Schmidt, Christiane Schmerl, Astrid Krameyer, Angelika Wagner, Dieter Steinbach, Amélie Schmidt-Mummendey: Frauenfeindlichkeit: Sozialpsychologische Aspekte der Misogynie. Juventa, München 1973, ISBN 3-7799-0518-3, S. 16ff.
  39. David D. Gilmore: Misogyny: The male malady. Philadelphia 2001.
  40. Kristin J. Anderson: Modern Misogyny: Anti-Feminism in a Post-Feminist Era. Oxford 2015.
  41. R. Howard Bloch: Medieval Misogyny and the Invention of Western Romantic Love. Chicago 1991, ISBN 0-226-05973-1.
  42. Ute Planert: Antifeminismus im Kaiserreich. Göttingen 1998.
  43. Sharon Mavin: Venus envy: problematizing solidarity behaviour and queen bees. In: Women in Management Review. Band 21, Nr. 4, 2006, S. 264–276.
  44. Sharon Marvin: Venus envy : Sisterhood, queen bees and female misogyny in management. In: Women in Management Review. Band 21, Nr. 5, S. 349–364.
  45. Sharon Mavin, Jannine Willians, Gina Grandy: Negative Intra-Gender Relations between Women: Friendship, Competition and Female Misogyny. In: Savita Kumra, Ruth Simpson, Ronald J. Burke (Hrsg.): The Oxford Handbook of Gender in Organizations. Oxford 2014, S. 223–249.
  46. Herrad Schenk: Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland. München 1988.
  47. Sabine Scheffler: Psychologie: Arbeitsergebnisse und kritische Sichtweisen psychologischer Geschlechterforschung. In: Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. 3., erw. und durchges. Auflage. Wiesbaden 2010, S. 659.
  48. Rolf Pohl: „(...) vom Liebhaber zum Lustmörder.“ Die Legierung von Sexualität und Aggression in der männlichen Geschlechtsidentität. In: Sylvia Arx, Sabine Gisin, Monika Leuzinger, Andreas Sidler, Rolf Pohl, Ita-Maria Grosz-Ganzoni (Hrsg.): Koordinaten der Männlichkeit. Orientierungsversuche. Tübingen 2003, S. 15–47.
  49. Rolf Pohl: Genitalität und Geschlecht. Überlegungen zur Konstitution der männlichen Sexualität. In: Mechthild Bereswill, Michael Meuser, Sylka Scholz (Hrsg.): Dimensionen der Kategorie Geschlecht. Der Fall Männlichkeit. Münster 2007, S. 186–203.
  50. a b c Rolf Pohl: Männer – das benachteiligte Geschlecht? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus im Diskurs über die Krise der Männlichkeit. In: Gruppenpsychotherapeutische Gruppendynamik. Band 48, 2012, S. 296–324.
  51. Vater ist der Beste. Über die Wiedergeburt eines Helden im sozialwissenschaftlichen Familiendiskurs, in: Mechthild Bereswill, Kirsten Scheiwe, Anja Wolde (Hrsg.): Vaterschaft im Wandel. Multidisziplinäre Analysen und Perspektiven aus geschlechtertheoretischer Sicht, Weinheim/München 2006, S. 171–190.
  52. Marcus Tullius Cicero, Tusculanae disputationes, Buch 4, Kapitel 11
  53. (Misogyny) "occurs everywhere and reappears without much variation among hunter-gatherers, fishermen, horticulturists, peasants, medieval clerics and physicians, and modern urban Europeans." In: David D. Gilmore: Misogyny: the male malady. Univ. of Pennsylvania Press, Philadelphia 2001, S. 51. (englisch)
  54. a b Jean Delumeau: Angst im Abendland. Kollektive Ängste im Europa des 14. bis 18. Jahrhunderts. 2 Bände. Reinbek bei Hamburg 1985.
  55. De contemptu mundi II 440-570
  56. Lewis Feuer: The Scientific Intellectual. Psychological and Sociological Origins of Modern Science. London 1963.
  57. Elisabeth List: Vom Darstellen zum Herstellen. Eine Kulturgeschichte der Naturwissenschaften. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2007.
  58. Hans Bosse (Hrsg.): Männlichkeitsentwürfe. Wandlungen und Widerstände im Geschlechterverhältnis. Campus, Frankfurt 2000.
  59. Rousseau: Emile. Schöningh, 1971, S. 81.
  60. De l'éducation des filles. Kap. 10 und Kap. 7
  61. Brief an Caroline Flachsland, Straßburg am 20. September 1770.
  62. Arthur Schopenhauer: Über die Weiber.
  63. Vgl. Seyla Benhabib: The Generalized and the Concrete Other: The Kohlbert-Gilligan Controversy and Feminist Theory. In: Feminism as Critique: On the Politics of Gender, ed. Benhabib and Drucialla Cornell. University of Minnesota Press, Minneapolis 1987, S. 77–95.
    Paula England: A Feminist Critique of Rational-Choice Theories: Implications for Sociology. In: American Sociologist. Band 20, 1989, S. 14–28.
  64. Ann L. Jennings: Public or private? In: Marianne A. Ferber, Julie Nelson (Hrsg.): Beyond economic man. Feminist Theory and Economics. The University of Chicago Press, Chicago 1993, S. 111–129.