Mara Genschel

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Mara Genschel bei einer Lesung auf dem Poesiefestival Berlin 2015

Mara Genschel (* 1982 in Bonn) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte Mara Genschel Musikwissenschaft in Köln und bis 2004 Schulmusik an der Hochschule für Musik Detmold mit dem Hauptfach Violine. Von 2004 bis 2008 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie verfasst in erster Linie Gedichte, die in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden. 2008 debütierte sie mit Tonbrand Schlaf. Nach dem Gedicht Grobkorn sein entstand 2006 der von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Kurzfilm Großvater und Enkelin, der in Chemnitz uraufgeführt wurde.[1] Für das Hörspiel Krieg der Manifeste – Futurismus erobert Europa von Bernd Kempker, das vom WDR produziert und im Februar 2009 von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats ausgezeichnet wurde, komponierte Mara Genschel die Musik.[2][3]

Mara Genschel lebt in Berlin.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung rezensierte Genschels Debüt-Gedichtband Tonband.Schlaf 2008 unter dem Titel Bulettenexperiment: „Manches klingt nach Jandl, anderes nach Kling, dem sie eines der Gedichte widmet. Oder sind es Rudimente von Gedichten? […] Eine Tagebuchnotiz, typographisch aufgemotzt – aber ein Gedicht?“[4]

literaturkritik.de resümiert: „Mara Genschel nivelliert ihre Texte nicht auf eine abgeklärte poetical correctness, sondern lässt neben allem Sprach-Zweifel auch die Extreme und damit das Ver-Zweifeln zu. Mehr von dieser radikalen Schreibhaltung täte der Gegenwartslyrik gut.“[5]

SWR2, das Kulturprogramm des Südwestrundfunks, widmete ihr im September 2008 eine Hörfunksendung, beschrieb sie mit „Musik und Wort, Klang und Bedeutung – das sind die Pole, um die ihr Schaffen kreist“ und strahlte ihr Kurzhörspiel Der blinde Dichter aus.[6]

2013 untersuchte Tobias Amslinger in der Zeitschrift Kritische Ausgabe Genschels ungewöhnliche Publikationsstrategie. Mit ihrer fortlaufenden Heft-Reihe Referenzfläche (handschriftliche Bearbeitung der Drucke; Selbstvertrieb ohne ISBN) erprobt Genschel derzeit eine Publikationsform abseits des konventionellen Buchhandels.[7]

Auszeichnung und Förderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzeltitel

  • Tonbrand Schlaf. Gedichte. Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke, Leipzig 2008, ISBN 978-3-937799-31-5, 76 Seiten, Klappenbroschur.
  • Vom Nachtalpenweg (mit Valeri Scherstjanoi). [Glossolalien und Lauttexte].. Hybriden-Verlag, Berlin 2009, 28 Seiten, gebunden + Audio-CD [36 Minuten].
  • Referenzfläche. Fortlaufende Reihe, bislang 4 Hefte. Berlin, Selbstverlag.
  • Bertram Reinecke (Hrsg.): Mara Genschel Material. Reinecke & Voß, Leipzig 2015.
  • Cute Gedanken, roughbooks, Berlin und Schupfart, 2017, 96 Seiten

Anthologien und Literaturzeitschriften (Auswahl)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Großvater und Enkelin
  2. Krieg der Manifeste – Futurismus erobert Europa. Dradio online
  3. hördat.de
  4. Bulettenexperiment. In: FAZ, 10. April 2008
  5. Tobias Amslinger: Ungebremste Sprachwut. In: literaturkritik.de, Nr. 9, September 2008
  6. Machete. SWR 2 online
  7. Tobias Amslinger: Kein Meisterwerk. Zu Mara Genschels poetischen Entgrenzungen. In: Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur, 25, 2013, S. 93–95.