Marineviertel

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Torhaus Fichtestraße 25

Das Marineviertel (auch: Marinesiedlung[1]) ist ein Wohngebiet in Kiel, welches sich zwischen Eduard-Adler-Straße im Norden, Westring und Niebuhrstraße im Westen, Hardenbergstraße im Süden sowie Projensdorfer und Holtenauer Straße im Osten in den Stadtteilen Wik und Ravensberg befindet. Es besteht aus Häusern, die größtenteils in den Jahren zwischen 1926 und 1933 erbaut wurden.

Von 1925 bis 1930 wurden so auch Siedlungshäuser in der Niebuhrstraße / Kleiststraße errichtet, die nach Plänen des Architekten Adalbert Kelm (bekannt für die Marineschule Mürwik) entstanden.[2] Die Bewohner des Viertels waren ursprünglich ausschließlich Marineangehörige und deren Familien. Die Häuser- und Wohnungsausstattungen unterscheiden sich und wurden entsprechend dem jeweiligen Dienstgrad vergeben. Die Besonderheit für die damalige Zeit sind die großzügigen Innenhöfe, die Loggien, die Torbögen und Offenheit des Gesamtkonzepts. Die Hälfte des Viertels steht unter Denkmalschutz. Verziert wurden die Fassaden mit Schmuckelementen der Kieler Kunst-Keramik-Gruppe u. a. von Alwin Blaue. Ein prägnantes Element ist der sog. Windgott von Fritz Theilmann, der über dem Torbogen in der Fichtestraße thront. Theilmann kam im Übrigen auch in der zeitgleich entstandenen Marinesiedlung in Flensburg-Mürwik zum Einsatz, die wie das Kieler Marineviertel. aus rotem Backstein errichtet wurde..

Heute ist noch ein Teil der Häuser des Viertels im Besitz des Staates und wird durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet und betreut. Der andere Teil wird von einer zivilen Wohnungsbaugesellschaft vermietet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marineviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Denkmalschutz verwendet hinsichtlich des Marineviertels auch den Begriff Marinesiedlung. Bei den dortigen Kulturdenkmalen (in der Fichtestraße, Hardenbergstraße, Kleiststraße, Niebuhrstraße, Schillstraße) ist in der Liste der Kulturdenkmale in Kiel-Ravensberg (beziehungsweise dort) der Begriff: „Marinesiedlung“ beispielsweise in Verwendung.
  2. Dieter-J. Mehlhorn: Architekturführer Kiel. Dietrich Reimer, Berlin 1997, ISBN 3-496-01165-3, S. 83.