Martin Langer (Fotograf)

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Martin Langer in der Hamburger Fußgängerzone, 2018

Martin Langer (* 9. März 1956 in Göttingen) ist ein deutscher Fotograf.

Martin Langer während der Arbeit am Buchprojekt 'Das Land des Lächelns', 1983

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langer absolvierte nach Schule und Wehrdienst zunächst eine Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker, bevor er visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Fotojournalismus studierte. Während der Hochschulzeit wurde er durch den Berliner Künstler und Polit-Grafiker Ernst Volland auf den Themenbereich der Fotosatire aufmerksam und von da an auch durch seine Professoren Heinemann und Boström dahin gehend gefördert und bestärkt. Es entstand Kurios und Gnadenlos. Fotosatire heute, ein Standardwerk zum Thema.

Seit 1984 arbeitet Langer als Fotograf auch an politischen und sozialen Themen für Zeitschriften, Verlage und Organisationen wie Robin Wood und Greenpeace. Für seine Fotodokumentation über die Einnahme der Öl-Plattform Brent Spar durch die Umweltorganisation Greenpeace erhielt er 1995 den Fuji Euro Press Photo Award.

Von seinen sozial-dokumentarischen Reportagen wurde die im Auftrag des Spiegels fotografierte Schwarzweiß-Serie über die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 am meisten beachtet. Das bekannteste Bild der Reportage zeigte den Arbeitslosen Harald Ewert, bekleidet im Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft mit schwarz-rot-goldenen Applikationen sowie einer mutmaßlich urinbefleckten Jogginghose, der die rechte Hand zum Hitlergruß erhob.[1][2] Die Fotografie gilt als Sinnbild des „hässlichen Deutschen“ und ist eine der Ikonen der Nachkriegsfotografie in Deutschland. Es wurde hundertfach veröffentlicht und befindet sich in Sammlungen vom Haus der Geschichte in Bonn und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin.[1] Im August 2014 twitterte Jan Böhmermann diese Aufnahme ohne Genehmigung von Martin Langer und wurde deshalb von dem Fotografen abgemahnt. Böhmermann entschuldigte sich später dafür, dass er den Namen des Fotografen veröffentlicht habe.[3]

Langer ist Mitglied im BBK. Für seine satirischen und lustigen Bilder des Alltags erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Sein Werk ist seit 2020 auch im Bestand der Deutschen Fotothek.

Ausstellungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1983     Lincoln-Nebraska/USA, University of Nebraska, „Ourselves“;

1984     Kunsthalle Bielefeld, „Standpunkte“;

1985     Nahariya/Israel, Municipal Museum; „Bühne des Alltags“,

1986     Museum für Photographie, Braunschweig, „Sequenzen, Serien, usw…“;

1991     Friborg/CH, Museum für Kunst und Geschichte, „Fribourg“;

1992     Köln, plakArt, „Genuß“;

1993     Museo della Caricatura, Tolentino;

1994     Köln, Galerie Rahmel, „Menschensbilder“;

1995     Magdeburg, Landtag Sachsen-Anhalt „Marienborner Elegie“;

1997     Salzwedel, Jenny-Marx-Haus, „Zwischen Marienborn und Finsterwalde“;

2001     Grand Central Station NYC, „MILK-Exhibition“;

2001     Auckland/New Zealand, „MILK-Exhibition“;

2002     Dok-Foto-Symposium Bad Herrenalb;

2002     Galerie Feinkunst Krüger, Hamburg, „Du tust mir gut“;

2002     Wilhelm-Fabry-Museum Hilden, „Augenblick, verweile doch“;

2004     Hamburg, Gruner & Jahr, Galerie 11, „Ich bin kein Berliner“;

2004     Mannheim, Galerie Alte Feuerwache, Preisträger WeldeKunstpreis;

2005     Hamburg, Spiegel-Galerie, „Einer mit Humor“;

2007     Frankfurt, Jüdisches Museum, Ignaz-Bubis-Ausstellung;

2008     Hamburg, Galerie Robert Morat, „Originale“, eine Werkschau der besonderen Art;

2009     Hamburg, Alter Elbtunnel, sieben Bilder in „ELBaRT“; Hamburg,

2010     Cap San Diego, Klubfoto-Projekt „Unterwegs“;

2014     Hamburg, Galerie FreeLens, „Marienborner Elegie“;

2016     Bielefeld, Kommunale Galerie, „Zweierlei vom Langer“;

2017     Hamburg, Galerie Hilldegarden im Hochbunker, Gruppenausstellung „The Surface Surfer“;

2018     Hattingen, DGB-Tagungsstätte, „Als aus Vietnamesen Fidschis wurden“.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984 als Mitherausgeber: Kurios und Gnadenlos. Frölich & Kaufmann Verlag, Berlin 1984, ISBN 978-3-88725-161-1.
  • 1984 STANDPUNKTE, Realistische Fotografie, Kunsthalle Bielefeld
  • 1991 Le Canton de Fribourg, (Mora, den Hollander, Cox, Roiter, Langer), Éditions Buchheim et Éditions Fragnière, Fribourg/CH
  • 2002 Die rechtsextreme Herausforderung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend; GMK, ISBN 3-929685-30-2
  • 2008 So ist das eben, Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung in Galerie Morat, Hardcover, blurb
  • 2014 Marienborner Elegie, ein Foto-Essay aus der Mitte Deutschlands, Hardcover, blurb
  • 2015 ECHT, ein Roadmovie in stehenden Bildern, Subjektiver Realismus, Softcover, blurb
  • 2018 DAS WEISSE HAMBURG-BUCH, ConferencePoint Verlag Hamburg, ISBN 978-3-936406-59-7
  • 2021 Das Land des Lächelns, Seltmann Publishers Berlin, ISBN 978-3-946688-98-3

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Spezialauszeichnung der 4. Triennale Fribourg/Schweiz
  • 1991: 1. Preis des Publikums, Fotofestival Knokke-Heist/Belgien
  • 1991: Kodak-Nachwuchsförderpreis
  • 1995: Fuji Euro Press Photo Award
  • 2002: 1. Preis Foto-Symposium Dokumentar-Fotografie Bad Herrenalb
  • 2002: Förderpreis des Kulturwerks der Verwertungs-Gesellschaft Bild-Kunst
  • 2009: Förderpreis des Kulturwerks der Verwertungs-Gesellschaft Bild-Kunst
  • 2018: Förderpreis des Kulturwerks der Verwertungs-Gesellschaft Bild-Kunst

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Online auf langerphoto.de (Memento des Originals vom 14. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.langerphoto.de
  2. Wofür schämt sich Harald Ewert? Der Tagesspiegel, 6. Januar 2002.
  3. Dirk von Gehlen: Abmahnungen für Jan Böhmermann und Kai Diekmann: Urheberrecht royal. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de).