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Matt Weston

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Matt Weston
Matt Weston 2020
Nation Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Geburtstag 2. März 1997 (29 Jahre)
Geburtsort Redhill, Vereinigtes Königreich
Größe 182 cm
Gewicht 82 kg
Karriere
Trainer Mitch Smith, James Howard
Nationalkader seit 2017
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
WM-Medaillen 2 × Goldmedaille 4 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
EM-Medaillen 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Gold Mailand-Cortina 2026 Einzel
Gold Mailand-Cortina 2026 Mixed
 Skeleton-Weltmeisterschaften
Gold St. Moritz 2023 Einzel
Silber St. Moritz 2023 Mixed
Silber Winterberg 2024 Einzel
Silber Winterberg 2024 Mixed
Gold Lake Placid 2025 Einzel
Silber Lake Placid 2025 Mixed
 Skeleton-Europameisterschaften
Gold Altenberg 2023 Einzel
Silber Sigulda 2024 Einzel
Gold St. Moritz 2026 Einzel
Platzierungen im WC/EC/NAC/IC
Skeleton-Ranking 1 (2022/23)
Debüt im Weltcup 31. Januar 2020 in St. Moritz
Weltcupsiege 14
Gesamtweltcup 1. (2023/24, 2024/25, 2025/26)
Debüt im Europacup 8. Dezember 2019 in Winterberg
Europacupsiege 1
Debüt im Interconti-Cup 5. Januar 2022 in Altenberg
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Weltcup Einzel 14 6 6
 Weltcup Mixed 0 0 1
letzte Änderung: 13. Februar 2026

Matt Weston (* 2. März 1997 in Redhill) ist ein britischer Skeletonsportler. 2023 wurde er erstmals Welt- und Europameister im Einzel im Skeleton. 2025 konnte Weston erneut den Weltmeistertitel in der Einzelkonkurrenz erringen. Darüber hinaus gewann der Brite 2023/24 und 2024/25 den Gesamtweltcup im Skeleton. 2026 gewann er in St. Moritz seinen zweiten Europameistertitel im Einzel. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina wurde Weston als erster Brite Olympiasieger im Skeleton-Einzelwettbewerb.

Weston widmete sich zunächst dem Taekwondo, startete dabei bei Wettbewerben der International Taekwon-Do Federation (ITF). Weston galt als Jugendlicher sehr ambitioniert und hatte bereits einige, auch internationale Wettbewerbe gewonnen. Eine Rückenverletzung (Stressbruch) beendete im Alter von 17 Jahren seine weitere Karriere im Kampfsport. Daraufhin wechselte Weston zunächst zum Rugby, wo er ebenfalls ein gutes Niveau erreichte. 2017 meldete sich West beim Talent-Programm „Discover Your Gold“. Weston wurde daraufhin getestet und für die Sportarten Shorttrack, Siebener-Rugby, Bahnradsport, Rudern oder aber eben Skeleton für geeignet befunden. Letztlich wurde Weston nach Trainingseinheiten bei den Royal Marines für Skeleton ausgewählt und entsprechend trainiert.

In der Saison 2019/20 bekam Weston am 8. Dezember 2019 seine erste internationale Startchance. Nach anfänglich hinteren Platzierungen belegte Weston bei seinem fünften Europacup-Rennen am 11. Januar 2020 erstmals einen Podiumsplatz, dem zwei Wochen später noch ein weiterer folgte. Daraufhin wurde er am 31. Januar 2020 erstmals im Weltcup eingesetzt. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Weston gleich bei seiner ersten Weltmeisterschaft im Februar/März 2020 in Altenberg. Während er im Einzel nur den 15. Platz belegte, erreichte er in der Disziplin Mixed zusammen mit Madelaine Smith den vierten Platz, nur drei Hundertstel hinter den Bronzemedaillengewinnern aus Italien. Weston war dabei von allen Männern die schnellste Zeit gefahren.[1]

In der Folgesaison 2020/21 gelang Weston am 18. Dezember 2020 in Igls mit einem zweiten Platz seine erste Podiumsplatzierung im Weltcup. Dabei lag er nur zwei Zehntel hinter der lettischen Legende Martins Dukurs.

In der Saison 2021/22 gewann Weston am 26. November 2021 erstmals einen Weltcup. Auf der Olympia-Eiskanal in Igls war er an einem historischen Ereignis beteiligt. Gleich drei Fahrer teilten sich den Sieg, darunter der Chinese Wenqiang Geng, der erstmals überhaupt einen Skeleton-Weltcup für China gewann. Für Großbritannien war es auch der erste Weltcupsieg seit Januar 2008. Dritter im Bunde war Christopher Grotheer.[2]

Bei den 2022 stattfindenden Olympischen Winterspielen in Peking folgte die Ernüchterung. Seit Wiedereinführung der Sportart Skeleton bei Olympischen Spielen im Jahr 2002 hatten britische Athleten bei allen Spielen Olympiamedaillen errungen, zuletzt Bronze bei den Männern für Dominic Parsons sowie Gold und Bronze bei den Frauen für Elizabeth Yarnold und Laura Deas bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Somit war die Erwartungshaltung bei der traditionsreichen Skeleton-Nation für Peking recht hoch. Allerdings war nach dem Rücktritt des sehr erfolgreichen britischen Nationaltrainers Andi Schmid ein Abwärtstrend bei den britischen Skeletonis zu beobachten. Bei Olympia 2022 erlebten die britischen Skeletonis nachgerade ein Debakel. Bei den Frauen belegten die britischen Athletinnen die Plätze 19 und 22, bei den Männern war Matt Weston mit Rang 15 der beste britischen Skeletoni.

Nach dieser großen Enttäuschung für den britischen Verband wurde im Mai 2022 zunächst der Coach der lettischen Legende Martins Dukurs, der Österreicher Matthias Guggenberger[3] verpflichtet. Im August 2022 konnte der britische Verband den nächsten Coup vermelden. Dukurs selbst wurde für den Olympiazyklus bis zu den Olympischen Winterspielen 2026 als Performance Coach verpflichtet.[4]

Die Neuverpflichtungen im Trainerstab zeigten schon zu Beginn der Saison 2022/23 sofort Wirkung. Den Weltcupauftakt in Whistler gewann Westons Teamkollege Marcus Wyatt, während Weston Dritter wurde. Nach dem völlig verkorksten 2. Weltcup in Park City, bei dem Weston im Feld von 19 Startern nur 18. wurde, gewann der Brite anschließend fünf der sechs verbliebenen Weltcup-Veranstaltungen. Bei den Europameisterschaften in Altenberg wurde Weston vor Dauerrivale Christopher Grotheer erstmals Europameister. Bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz demonstrierte Weston seine herausragende Form. Mit 1,79 Sekunden Vorsprung wurde er vor dem Italiener Bagnis überlegen erstmals Weltmeister. Weston fuhr dabei in allen vier Läufen Bestzeit. In der Mixed-Staffel gewann Weston darüber hinaus zusammen mit Laura Deas die Silbermedaille, nur 13 Hundertstel hinter dem deutschen Duo Kreher/Grotheer. Mit Bronze für Crowley/Thompsons wurde die Wiederauferstehung des britischen Skeletonsports komplettiert.

Im Weltcup 2022/23 lieferte sich Weston bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Christopher Grotheer. Letztlich gewann der deutsche Olympiasieger von 2022 mit 51 Punkten Vorsprung vor Weston.[5] Schon ein 11. Platz hätte dem Briten in Park City gereicht, um am Ende den Weltcup zu gewinnen. Allerdings hatte der Brite im IBSF-Skeleton-Ranking bei den Männern die Nase vorn. Durch seinen Weltmeistertitel und das gleichzeitig schlechte Abschneiden von Grotheer bei der WM 2023 lag Weston in der Rangliste am Ende mit 1750 Punkten vor Grotheer mit 1656 Punkten.

Dieser hervorragenden Saison mit seinen ersten beiden Titeln ließ Weston 2023/24 eine weitere sehr gute Saison folgen und etablierte sich endgültig in der Weltspitze. Im Weltcup duellierte er sich dabei vor allem mit Olympiasieger Christopher Grotheer, der bis zur letzten Weltcupstation in Lake Placid das Klassement mit 75 Punkten Vorsprung vor Weston anführte. Auf der nicht leicht zu fahrenden Bahn auf dem Mount Van Hoevenberg erwischte Grotheer allerdings einen rabenschwarzen Tag und wurde nur 17., während Weston mit Rang vier die notwendigen Weltcuppunkte einfuhr. Letztlich gewann Weston mit 29 Vorsprung vor Grotheer seine erste Weltcupsaison.
Bei den Europameisterschaften im lettischen Sigulda musste sich der amtierende Europameister nur seinem Landsmann Marcus Wyatt geschlagen geben und sorgte so für einen britischen Doppelerfolg. Zur Weltmeisterschaft im sauerländischen Winterberg gehörte Weston als Titelverteidiger zum Kreis der Titelfavoriten. Wie auch im Weltcup hieß der Zweikampf Grotheer-Weston. Nach dem ersten Wettkampftag lag Grotheer nur 4 Hundertstel vor dem Briten. Vor allem mit der Wettkampfbestzeit im dritten Lauf konnte sich Grotheer aber seinen sechsten Weltmeistertitel sichern, während Weston Vizeweltmeister wurde. Im Mixed-Wettbewerb zeigte sich das gleiche Bild. Mit Partnerin Tabitha Stoecker belegte Matt Weston hinter dem deutschen Duo Neise/Grotheer den Silberrang.

In der Saison 2024/25 bestätigte Weston seine Spitzenstellung im Skeletonsport erneut. Im Weltcup lieferte sich der Brite bis zur Saisonhälfte einen spannenden Wettstreit mit Mannschaftskollege Marcus Wyatt und dem Christopher Grotheer. Der deutsche Olympiasieger hatte bis dahin alle vier Saisonrennen für sich entscheiden könnte, musste aber beim fünften Weltcup im lettischen Sigulda verletzungsbedingt pausieren.[6] Nachdem Wyatt zunächst die Weltcupführung übernommen hatte, setzte sich Weston nach zwei Weltcupsiegen in Winterberg und St. Moritz an die Spitze und verteidigte diese bis zum Saisonfinale in Lillehammer. Am Ende verteidigte Weston den Titel des Weltcupgesamtsiegers vom Vorjahr mit 83 Punkten Vorsprung vor Teamkollege Marcus Wyatt und Christopher Grotheer.
Während die Europameisterschaft mit Platz fünf für Weston eher enttäuschend ablief, demonstrierte der Brite bei den Weltmeisterschaften in Lake Placid vor allem in der Einzelkonkurrenz seine ganze Klasse. Bereits nach dem ersten Lauf führte er mit über vier Zehnteln Vorsprung vor Teamkollege Wyatt. Diesen Vorsprung baute Weston Lauf für Lauf kontinuierlich aus und gewann seinen zweiten Weltmeistertitel nach 2023 mit einem enormen Vorsprung von fast zwei Sekunden vor Teamkollege Marcus Wyatt und Axel Jungk aus Deutschland. Im Mixed-Wettbewerb hätte es mit Partnerin Tabitha Stoecker fast für das zweite Gold gereicht. Am Ende fehlte ein Zehntel, somit belegten Stoecker/Weston hinter dem US-Duo Ro/Florian den Silberrang.
Die Olympiasaison 2025/26 dominierte Weston im Weltcup in bisher kaum gekannter Weise. Von acht Rennen gewann der Brite sechs Wettbewerbe, bei den restlichen zwei Rennen belegte er jeweils den zweiten Platz. Damit gewann Weston zum dritten Mal in Folge den Gesamtweltcup. Darüber hinaus gewann er bei den Europameisterschaften auf der traditionsreichen Bahn in St. Moritz im Einzel seinen 2. Europameistertitel. Die Saison krönte Weston mit dem Olympiasieg im Einzelwettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina. Er fuhr in allen vier Läufen Bahnrekord und gewann mit 88 Hundertsteln vor Axel Jungk und über einer Sekunde Vorsprung vor Christopher Grotheer überlegen als erster Brite die olympische Goldmedaille im Skeleton-Einzel.

Platzierungen nach Saison

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Saison Weltcup WM EM OS
Einzel Mixed Einzel Mixed Einzel Mixed Einzel Mixed
2019/20 34. 4.
2020/21 9. 23. 4.
2021/22 10. 9. 15.
2022/23 2. 1. 2. 1.
2023/24 1. 2. 2. 2.
2024/25 1. 1. 2. 5.
2025/26 1. 1. 1.
Nr. Datum Ort Bahn
01. 26. Nov. 2021 Osterreich Innsbruck Olympia Eiskanal Igls
02. 16. Dez. 2022 Vereinigte Staaten Lake Placid Olympia-Bobbahn Mount Van Hoevenberg
03. 13. Jan. 2023 Deutschland Altenberg Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg
04. 20. Jan. 2023 Deutschland Altenberg Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg
05. 10. Feb. 2023 Osterreich Innsbruck Olympia Eiskanal Igls
06. 17. Feb. 2023 Lettland Sigulda Rodelbahn Sigulda
07. 15. Dez. 2023 Osterreich Innsbruck Olympia Eiskanal Igls
08. 3. Jan. 2025 Deutschland Winterberg Veltins-Eisarena
09. 10. Jan. 2025 Schweiz St. Moritz Olympia Bob Run St. Moritz–Celerina
10. 25. Nov. 2025 Italien Cortina d’Ampezzo Cortina Sliding Centre
11. 12. Dez. 2025 Norwegen Lillehammer Olympiske Bob- og Akebane
12. 19. Dez. 2025 Lettland Sigulda Rodelbahn Sigulda
13. 7. Jan. 2026 Schweiz St. Moritz Olympia Bob Run St. Moritz–Celerina
14. 9. Jan. 2026 Schweiz St. Moritz Olympia Bob Run St. Moritz–Celerina

Einzelnachweise

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  1. Ergebnisprotokoll der Mixed-WM 2020 auf der Seite der IBSF (Memento des Originals vom 17. März 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ibsf.org
  2. Ein Weltcup - drei Sieger: Weston, Geng und Grotheer gewinnen zeitgleich Bericht zum Wettbewerb auf der Seite der IBSF
  3. Matthias Guggenberger neuer Skeleton-Trainer in Großbritannien Pressemitteilung auf der Seite der IBSF
  4. Martins Dukurs wird Skeleton-Coach in Großbritannien Pressemitteilung auf der Seite der IBSF
  5. Weltcupgesamtstand auf der Seite der IBSF
  6. Europameister Marcus Wyatt gewinnt Skeleton-Weltcup in Sigulda Pressemitteilung auf der Seite der IBSF
Commons: Matt Weston – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien