Matthias Holländer

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Matthias Holländer, 2015.

Matthias Holländer (* 1954 in Heidelberg) ist ein deutscher fotorealistischer Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Holländer wurde 1954 in Heidelberg geboren. Nach Kindheit und Jugend in der Schweiz und am Bodensee studierte er von 1973 bis 1978 Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien, unter anderem bei Rudolf Hausner.

Holländer lebt seit 1980 als freischaffender Maler am Bodensee. Seine Werke werden seit den 1970er Jahren regelmäßig im In- und Ausland gezeigt, darunter in Basel, Barcelona, Berlin, Frankfurt, Köln, Konstanz, Monaco, San Francisco und Wien.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werkverzeichnis umfasst über 250 Arbeiten. Holländers Hauptthema sind diverse Erscheinungsformen einer „Nature morte“, beispielsweise Skelette, anatomische Modelle, Häute geschlachteter Tiere, in der Natur verwitternde Gebrauchsgegenstände, Ruinen vormals bewohnter Räume, verlassene Industrieanlagen, alterndes organisches Material. Typisch für Holländers Vorgehen ist die computertechnische Vorbearbeitung des Fotomaterials, die nicht nur die realen Größen mancher Objekte zum Teil stark verändert, sondern mittels Montagetechniken reale Szenerien in imaginierte umformt.

Teil der Ausstellung Holländers im Kunstverein Konstanz 2014[1]

Viele seiner Werke, die in 40 Jahren künstlerischem Schaffen entstanden, waren Teil der Ausstellung Retrospektive – Malerei und Fotografie aus 40 Jahren, die 2014 im Konstanzer Kunstverein stattfand.[1]

Zu seinen bekanntesten Sujets gehören Exponate aus dem Naturhistorischen Museum Wien und des ebenfalls in Wien ansässigen Josephinums. Das Thema der musealen Erinnerung verarbeitet Holländer auch in Innenansichten der Galérie d’Anatomie Comparée des Muséum national d’histoire naturelle zu Paris. Biografische Erinnerung verknüpft sich mit historischer Kulisse in einer Gemälde- und Grafikserie, die sich dem Schweizer Sanatorium Bellevue widmet.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holländer bedient sich in seinem Œuvre verschiedener Techniken wie Ölmalerei, Aquarell, Gouache, Grafik (darunter Radierung, Heliogravüre, Serigrafie) und Fotografie. Gemeinsam ist den Werken der fotorealistische Zugriff.

Grundlage für sämtliche Gemälde und Grafiken sind von Holländer angefertigte oder vorgefundene historische Fotografien. Dieses Material wird am Computer bearbeitet und anschließend als Diapositiv auf den Bildträger (Leinwand, Papier oder Dibond-Platten) projiziert. Die Projektion wird anschließend rein manuell en détail auf den weißen Malgrund übertragen.

In seiner Ölmalerei arbeitet Holländer mit einer Lasurtechnik, ähnlich wie sie auch die alten niederländischen Meister verwendeten. Dünne transparente Farbschichten werden dabei übereinander aufgetragen. Jede Schicht wird nach abgeschlossener Trocknung zum Teil wieder mittels Rasierklingen oder anderen Schleifinstrumenten abgetragen, um die darunterliegenden Ebenen an der Farbwirkung zu beteiligen. Die durch Schleifen erzielte Glätte der Bildoberfläche, der Detailreichtum und die naturgetreue Perspektivik verhelfen den Gemälden zu ihrer quasi-fotografischen Anmutung. Durch den zeitaufwändigen Akt des Malens kommt eine leibliche Erfahrung hinzu, die die fotografische Genauigkeit um die Dimension der subjektiven Verarbeitung bereichert.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen
  • 2014: Konstanz: Kunstverein (Malerei) und Städtischer BildungsTURM (Fotografie)[2]
  • 2013: Kreuzlingen: Museum Rosenegg[3]
  • 2010: Singen: Städtisches Kunstmuseum
  • 2009: Bremen: Villa Ichon
  • 2006: Basel/Riehen: Galerie Lilian Andrée
  • 2003: Meersburg: Galerie im Neuen Schloss
  • 2001: Basel: Galerie Graf + Schelble
  • 1997: Basel: Galerie Lilian Andrée
  • 1995: Basel: Galerie Lilian Andrée
  • 1994: Basel: Galerie Lilian Andrée
  • 1994: Konstanz: Kunstverein
  • 1993: Konstanz: Galerie Grashey
  • 1992: Radolfzell: Kunstverein
  • 1991: Basel: Galerie Lilian Andrée
  • 1990: Viersen: Städtische Galerie im Park
  • 1989: Basel: Galerie art connection
Gruppenausstellungen
  • 2015: Konstanz: neuwerk kunsthalle[4]
  • 2015: Singen: Kunstmuseum[5]
  • 2009: art Karlsruhe (Galerie Lilian Andrée)
  • 2008: Markdorf: Kunstverein
  • 2006: Singen: Kunstverein
  • 2002: Singen: Kunstmuseum
  • 1995: Strasbourg: Kunstmesse
  • 1994: Celle: Bomann-Museum
  • 1993: Berlin: 1. Realismus Triennale, Künstlersonderbund
  • 1992: Köln: art Cologne
  • 1989: Barcelona: BIAF, International Art Forum
  • 1989: Basel: art Basel

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: Palette d’Or du Festival International de la Peinture, Cagnes-sur-mer
  • 1983: Merit Award, Art Directors Club 62 Annual Exhibition 1983, New York
  • 1984: Prix Fondation Princesse Grace, Monaco
  • 1994: Konstanzer Kunstpreis

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Retrospektive - Malerei und Fotografie aus 40 Jahren; 11. Oktober bis 7. Dezember 2014 (Memento des Originals vom 13. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kunstverein-konstanz.de
  2. Retrospektive - Malerei und Fotografie aus 40 Jahren; 11. Oktober bis 7. Dezember 2014 (PDF)
  3. Flyerabbildung zur Sonderausstellung im Museum Rosenegg; 19. April bis 23. Juni 2013
  4. Reiner Alber: "gezeichnet - Ausstellung im „neuwerk“ vom 21. bis 29. November 2015". In: kunsthalle.neuwerk.org. 15. Oktober 2015, abgerufen am 1. Dezember 2015.
  5. Sobag Ag: Rund um den Twiel - Die Landschaft des Hegaus in der Kunst - Kunstmuseum Singen, Singen - nordagenda.ch. In: nordagenda.ch. 20. November 2015, abgerufen am 1. Dezember 2015.