Matthias Manthei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Porträt überarbeitet (2).jpg

Matthias Manthei (* 12. Mai 1972 in Anklam) ist ein deutscher Jurist, Richter und Politiker. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 gewann er als Kandidat der AfD das Direktmandat des Wahlkreises 29 Vorpommern-Greifswald II. Von Anfang 2018 gehörte er als Landtagsabgeordneter der Fraktion der von ihm mitgegründeten Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV), später „Freie Wähler/BMV“ an, seit Oktober 2019 ist er Teil der Fraktion der CDU.

Werdegang und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Manthei wurde in Anklam geboren. Im Jahre 1989 baute er die dortige Junge Union mit auf. Matthias Manthei studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Münster und Liverpool und wurde an der Universität Münster 1998 zum Dr. jur. promoviert. Seine Dissertation publizierte er 1999 unter dem Titel Die Scheidungsrechtsreform von 1976 im Spiegel der Presse. Ab November 2000 war er als Richter auf Probe im Oberlandesgerichts-Bezirk Rostock tätig. Von Dezember 2003 bis September 2016 war er Richter am Amtsgericht Greifswald. Er wohnt in Wackerow.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politiker der AfD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2014 wurde Manthei in den Kreistag von Vorpommern-Greifswald gewählt. Auf dem Parteitag im November 2014 wurde er zusammen mit Leif-Erik Holm Landesvorsitzender der AfD.[2] Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 stand er auf Platz zwei der Landesliste.[1] Er wurde als Direktkandidat für den Landtagswahlkreis Vorpommern-Greifswald II in den Landtag gewählt.[3] Er war bis zum 25. September 2017 Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern.

Bruch mit der AfD, Bürger für Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Unzufriedenheit mit dem Rechtskurs der AfD verließ er erst deren Landtagsfraktion, dann auch die Partei: Am 25. September 2017 begründete er mit den AfD-Parlamentariern Ralf Borschke, Christel Weißig und Bernhard Wildt die „Fraktion Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV)“[4]. Am 8. Oktober 2017 erklärte Manthei in einem sechsseitigen Schreiben, dass er aus der AfD austreten werde.[5] Am 20. Januar 2018 wurde in Hanshagen die Partei Bürger für Mecklenburg-Vorpommern gegründet.[6]

Manthei warf der AfD vor, viele ihrer Mitglieder glaubten „mit der AfD nunmehr eine Plattform gefunden zu haben, auf der sie ihre radikalen Ansichten verwirklichen können. Nach dem Scheitern der NPD fahren sie nun im Zug der AfD.“ Für diese sei die Partei eine „Ersatzfamilie“, wobei „Familie im Sinne einer Mafia-Familie zu verstehen ist, die man nicht verlassen kann und in der man sich gegenseitig wirtschaftlich versorgt“.[7] Er könne „mittlerweile nachvollziehen, wie es Menschen gehen muss, die aus einer extremistischen Kameradschaft aussteigen wollen“ und könne „nunmehr die 'Exit'-Programme hierfür verstehen. Man muss eine starke Persönlichkeit sein, will man die AfD verlassen.“[8]

Mandate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistag Vorpommern-Greifswald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2014 und im Mai 2019 wurde Matthias Manthei in den Kreistag von Vorpommern-Greifswald gewählt. Er ist heute Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion.

Landtag Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Landtagswahl 2016 wurde Matthias Manthei in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern per Direktmandat gewählt. Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ist Matthias Manthei seit Oktober 2019 Mitglied der CDU-Fraktion. Er ist zudem verbraucherschutzpolitischer Sprecher seiner Fraktion.[9]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Scheidungsrechtsreform von 1976 im Spiegel der Presse (= Nomos-Universitätsschriften/ Medien, 19). Nomos, Baden-Baden, 1999, zugl.: Münster (Westfalen), Univ., Diss., 1998, ISBN 3-7890-6108-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Matthias Manthei – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unsere Listenkandidaten. AfD Mecklenburg-Vorpommern, archiviert vom Original am 17. August 2016; abgerufen am 25. September 2017.
  2. AfD-Parteitag: „Warum haben Sie keine Kinder?“ In: ndr.de. 29. November 2014, archiviert vom Original am 21. Juni 2016; abgerufen am 25. September 2017.
  3. Mona Jaeger: AfD überholt CDU: Wie die schwarze Hochburg Anklam fiel. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. September 2016, abgerufen am 25. September 2017.
  4. Dr. Matthias Manthei, BMV. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 25. September 2017.
    Landtags-Fraktion der AfD spaltet sich auf. ndr.de, 25. September 2017, abgerufen am 25. September 2017.
  5. Manthei: „Das Projekt AfD ist beendet“. Ostsee-Zeitung, 8. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  6. AfD-Aussteiger gründen neue Partei In: ndr.de, 20. Januar 2018, abgerufen am 9. März 2018.
  7. DIE WELT: Matthias Manthei: Ex-Abgeordneter vergleicht AfD mit „Mafia-Familie“. In: DIE WELT. 9. Oktober 2017 (welt.de [abgerufen am 10. März 2018]).
  8. NDR: Partei-Austritt: Manthei beklagt Hass in der AfD. Abgerufen am 10. März 2018.
  9. CDU Fraktion - Landtag Mecklenburg Vorpommern :: Ausschüsse/ Fraktionssprecher. Abgerufen am 26. November 2019.