Hanshagen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hanshagen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hanshagen
Hanshagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hanshagen hervorgehoben
54.04305555555613.53888888888920Koordinaten: 54° 3′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Lubmin
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 9,65 km²
Einwohner: 916 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17509
Vorwahl: 038352
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 046
Adresse der Amtsverwaltung: Geschwister-Scholl-Weg 15
17509 Lubmin
Webpräsenz: www.hanshagen.de
Bürgermeister: Michael Paul Harcks
Lage der Gemeinde Hanshagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Hanshagen ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Sie gehört dem Amt Lubmin an.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hanshagen liegt etwa zehn Kilometer südöstlich von Greifswald und ca. 25 Kilometer nordwestlich von Anklam an der Bundesstraße 109. Umliegende Gemeinden sind Diedrichshagen, Groß Kiesow, Wrangelsburg, Neu Boltenhagen und Kemnitz.

Durch die Gemeinde fließt der nach ihr benannte Hanshäger Bach.

Geschichte[Bearbeiten]

Hanshagen auf einer Karte von 1885
In der Straße Alter Fliederberg

Die erste urkundliche Erwähnung von Hanshagen erfolgte durch Wartislaw III. als Johanneshaghen im Jahre 1248. Es war wohl Graf Johann I. von Gützkow, der dem Ort seinen Namen gab.[2] Zu dieser Zeit gehörten zwei Hufen dem Kloster Eldena, der übrige Teil dem Grafen. Sie verpfändeten nach und nach die Höfe in Hanshagen an Greifswalder Bürger z. B. an die Familie Lübeck. Diese verkaufte ihren Besitz 1492 an das Kloster Krummin auf Usedom. Das Kloster verpachtete Dorf und Mühle an die Familie Dreyer. Mit der Säkularisierung des Klosters 1534 wurde Hanshagen Dominal. 1524 erhielt die Gemeinde die Genehmigung zum Bau einer Wassermühle. 1634 gab Herzog Bogislaw XIV. das Dorf an die Universität Greifswald.

Hatte 1767 Hanshagen noch 126 Einwohner, so stieg diese Einwohnerzahl 1865 auf 856. Das Dorf hatte eine Kirche, zwei Schulen, 51 Wohngebäude, sechs Fabrikgebäude (zur Mühle) sowie 125 Wirtschaftsgebäude.

1648–1815 gehörte es zu Schwedisch-Pommern, danach zur preußischen Provinz Pommern. 1855 konnten die Büdner von der Universität in Greifswald je einen Morgen Ackerland pachten.

Kirche in Hanshagen
Hanshagener Mühle mit Teich, rechts Hofladen, links Mühle mit Hotel/Gaststätte

Hanshagen bestand über lange Zeit aus drei Teilbereichen, die aber nie als Ortsteile registriert waren. Das waren das Kirchdorf Hanshagen, das gesondert liegende Gut Hanshagen an der Fernstraße und der Ort Fliederberg. Das Gut besaßen u.a. die Familien von Moltke, von Oertzen, von Plessen und Joachim Christian von Müller, Warnke und bis 1945 von Storch.

Der Ausbau Fliederberg entstand 1800 durch Ansiedlung von Staatsforstarbeitern, Handwerkern usw., dadurch waren dort 14 Büdner ansässig.[2] Bereits im Preußischen Urmeßtischblatt von 1835 wurde der Ort Fliederberg als gerade langgestreckte Häuserzeile gezeichnet. Auch in den Karten von 1880 und 1920 wird Fliederberg noch als eigenständiger Ort gekennzeichnet. Bekannt war und ist dieser Teil Hanshagens durch seine mittelalterliche Wassermühle, die nach einer aufwendigen Restaurierung ein Hotel, eine Gaststätte, einen Hofladen sowie die besagte Mühle mit Mühlbach und Stauteich beinhaltet. Im 21. Jahrhundert ist der frühere Ort Fliederberg mit dem Kirchdorf zur Gemeinde Hanshagen zusammengewachsen. Der Name existiert nur noch als Straßenname.

Von 1897 bis 1945 tangierte die Kleinbahn Greifswald–Wolgast (KGW) den Ort.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Männer aus Polen und der Sowjetunion Zwangsarbeit im Ort verrichten. Auch ein Kriegsgefangenenlager existierte in der Nähe des Ortes. Eine kleine Widerstandsgruppe, bestehend aus Johann Pilarski und seinem Bruder sowie Ernst Boberg, versorgte die Zwangsarbeiter und Gefangenen heimlich mit Nachrichten über den Frontverlauf. Als sich die 2. Belorussische Front dem Ort näherte, brachten Pilarski und seine Freunde weiße Fahnen am Kirchturm und den Lichtmasten an und verhinderten so die gewaltsame Einnahme des Ortes.[3]

Seit 1952 gehörte der Ort zum Bezirk Rostock und seit 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. 1953 gründete sich eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, der sich im Jahr 1960 alle Bauern angeschlossen hatten. Dennoch ging die Produktion landwirtschaftlicher Güter zurück und kam im Jahr 1972 praktisch zum Erliegen. In den Jahren 1971 bis 1980 errichtete die Gemeinde insgesamt drei Wohnblöcke, die im 21. Jahrhundert von einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft verwaltet werden. 1973 erhielt die Gemeinde nach und nach eine zentrale Trinkwasserversorgung. 1993 nahm eine zentrale Kläranlage ihren Betrieb auf.

Im Karbower Wald östlich von Hanshagen befand sich eine Dienststelle der NVA. Bis Mitte der 1980er Jahre waren hier das Bataillon funkelektronischer Kampf (1985 Verlegung nach Böhlendorf) und ein Lagerbereich des Versorgungs- und Ausrüstungslagers VAL 18 (Schiffsraketen) stationiert. Zum 1. Dezember 1986 wurde in diesem Objekt die Raketen-Torpedotechnische Basis 18 gebildet. Werkstattgebäude für die Wartung von Raketen und Torpedos wurden errichtet und teilweise noch bis 1990 fertiggestellt. Ende 1990 wurde die Dienststelle geschlossen und das Objekt noch einige Jahre von der VEBEG nachgenutzt.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 29. November 1999 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 201 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt von Gold über Blau, oben drei bewurzelte grüne Laubbäume balkenweise, unten ein goldenes Mühlrad.“

Das Wappen wurde von den Hanshägenern Ingrid und Michael Cherubim gestaltet. Ingrid Cherubim ist auch die Chronistin von Hanshagen.

Flagge[Bearbeiten]

Die Gemeindeflagge ist gleichmäßig längsgestreift von Blau und Gold (Gelb). In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des blauen und des goldenen (gelben) Streifens übergreifend, das Wappen der Gemeinde. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Partnergemeinden von Hanshagen sind die holsteinischen Gemeinden Borsfleth und Bahrenfleth.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Hanshagen

  • Die Wassermühle in Hanshagen existiert seit 1524. Zwischen 1634 und 1855 war sie Papiermühle der Universität Greifswald, danach bis 1952 Mahlmühle. Seit 2010 sanierte ein örtlicher Investor die denkmalgeschützte Anlage und baute sie zu einem gastronomischen Betrieb mit technischem Museum (Kornmühle) aus.
  • Vor der ehemaligen Schule, die zu DDR-Zeiten seinen Namen trug, steht seit 1972 ein Denkmal für den kommunistischen Arbeiterpolitiker Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde. Im 21. Jahrhundert werden die Gebäude durch Gemeindevertretung, die Freiwillige Feuerwehr, ein Lebensmittelgeschäft sowie einen Jugendclub genutzt. Auf dem ehemaligen Schulhof befinden sich ein Spielplatz und eine Fläche für Festveranstaltungen.
  • Im Kreisverkehr stellte die Heimvolkshochschule in Lubmin im Jahr 2002 einige Holzskulpturen auf. Sie zeigen Don Quichote, einen weiblichen Torso sowie einen Vogel. 2004 kamen eine Sirene, eine Fischerfrau sowie ein Blasentang hinzu.
  • Auf dem Friedhof befinden sich mehrere alte Grabplatten aus dem 19. Jahrhundert, beispielsweise von Carl Johann und Michael Gudke, die 1818 verstarben. Ein gusseisernes Kreuz erinnert an den Pastor, Superintendenten und Gründer einer Erziehungsanstalt in Hanshagen, Theodor Ziemssen (1777–1843). Ein weiterer Grabstein erinnert an Gustav Adolf Plath (1799–1837), dem das Gut im benachbarten Karbow gehörte.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 40 ff
  3. Alfred Harendt: Es geschah vor Greifswald, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 93