Mayday (Veranstaltung)

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Halle 1, Mayday 2009
Halle 2, Mayday 2009
Tom Novy auf der Mayday 2009
Sven Väth auf der Mayday 2009
Mayday 2007
WestBam auf der Mayday in Kattowitz (2011)
Robin Schulz, Mayday 2015

Die Mayday ist eine Veranstaltung der elektronischen Tanzmusik, die jährlich in den Westfalenhallen in Dortmund stattfindet. Sie gilt mit 20.000 bis 25.000 Besuchern pro Jahr als der größte Indoor-Rave Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Mayday fand am 14. Dezember 1991 in der Halle Weißensee in Berlin statt. Mit der Veranstaltung wollte man den durch die Wende vor dem Aus stehenden Radiosender DT64 unterstützen. Das Sendegebiet von DT 64 erstreckte sich über die 5 neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Berlin-Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und passte damit nicht in die dort von der Politik neugeschaffene Struktur der Rundfunklandschaft mit MDR, ORB und NDR. DT 64 war der erste deutsche Radiosender, der Techno ausstrahlte, u.a. mit Marushas wöchentlicher Sendung Dancehall. Er ermöglichte damit einer breiten Masse an jungen Menschen den Zugang zu diesem Musikgenre, die aufgrund ihres jungen Alters oder aufgrund räumlichen Abstands nicht ohne weiteres Zugänge zu Technoclubs und illegalen Technopartys gefunden hätten.[1]

Die Idee zur Party kam von Fabian Lenz (DJ Dick) und fand schnell Unterstützung durch seinen Bruder Maximilian (WestBam) und die Szene-Zeitschrift Frontpage. Der Name Mayday hat nichts mit "einem Tag im Mai" zu tun sondern leitet sich vom internationalen Notrufsignal im Sprechfunk ab, dem anglisierten französischen "M' aidez" (dt. "Helfen Sie mir!"). Die Veranstaltung war mit etwa 5.000 Besuchern sehr erfolgreich.[1]

Der Radiosender wurde jedoch trotz des Erfolges der Veranstaltung am 31. Dezember 1991 in Mecklenburg-Vorpommern und am 1. Januar 1992 im Raum Berlin-Brandenburg abgeschaltet. Namhafte DT-64-Radiomoderatorinnen – so auch Marusha – wechselten u.a. zum neu entstehenden ORB-Jugendsender Rockradio B.

Aufgrund der hohen Besucherzahl der ersten Veranstaltung wurde am 30. April 1992 erneut eine Mayday gefeiert, diesmal im Eisstadion in Köln. Doch am 1. Juli 1992 wurde DT 64 auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von UKW abgeschaltet und sendete unter dem Namen "Sputnik" nur noch auf der marginalen Mittelwelle.[1]

Die Mayday fand dennoch weiterhin statt – von 1992 bis 1996 zweimal pro Jahr, einmal am 30. April und noch einmal zwischen Ende November und Mitte Dezember. 1993 feierte man die Mai-Mayday dann erstmals in den Westfalenhallen in Dortmund. Die Winter-Mayday blieb zunächst in Berlin und wurde auch einmal in Frankfurt am Main veranstaltet. Ab 1997 gab man die Winter-Mayday auf, für die man jedes Jahr nach einer neuen Halle hatte suchen müssen, und konzentrierte sich ganz auf die Mai-Mayday in den Westfalenhallen.[1]

Geschäftsführer der Mayday GmbH war WestBams Freund und Förderer William Röttger.[1]

DJ WestBam, der bis auf den niederländischen Ableger der Mayday am 24. September 2011 an allen 60 Mayday-Events weltweit teilgenommen hatte, gab im Februar 2014 aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit dem Veranstalter i-Motion seinen Ausstieg bekannt.[2] Damit werden die Hymnen der Events auch nicht mehr wie bisher von den Members of Mayday produziert.[2] Deren Nachfolger ist das Projekt The Mayday Masters.[1]

Seit 1998 unterstützt eve&rave Münster e.V. die Veranstaltung mit einem Drogeninformationsstand.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 fand die Winter-Mayday unter dem Motto „The Raving Society“ aufgrund der großen Nachfrage gleich an zwei aufeinander folgenden Abenden mit dem gleichen Line-up an DJs als so genannte „Twin-Mayday“ statt. Für die eigentlich geplante Veranstaltung am 26. November waren nämlich bereits vor Veröffentlichung der Werbung keine Karten mehr erhältlich gewesen. Daher wurde eine zweite Veranstaltung mit dem gleichen Line-up am Vortag geplant. Was den Machern als tolle Idee erschien, um möglichst vielen Fans zu einem Mayday-Besuch zu verhelfen und das Maximum an Einnahmen aus der Veranstaltung heraus zu holen, stieß in der Szene auf große Kritik: Von „Ausverkauf“ und „Abzocke“ war die Rede und der Ruf der Mayday – bis dahin Vorzeige-Rave – litt nachhaltig. Weiterer Kritikpunkt an der „Raving Society“: Die CD-Compilation zur Veranstaltung bot mit nur 17 Liedern auf zwei CDs ein vergleichsweise schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis – auf dem Vorgänger „Rave Olympia“ bekamen die Käufer noch 23 Songs geboten. Die „Twin-Mayday“ blieb daher ein einmaliges Experiment.

Seit 2000 wird versucht, die Mayday auch in andere Länder zu exportieren. Es existieren nun auch regelmäßige Mayday-Raves in Polen, Russland und Ungarn. Weitere Ableger sind in Planung.

2011 feierte die Mayday ihren zwanzigsten Geburtstag unter dem Motto „Twenty Young“. Das besondere war, dass es einen fünften Floor, den „Twenty Young Dome“ gab, auf dem ausschließlich DJs aus den Anfangsjahren auftraten. Des Weiteren wurde dort keine moderne Event-Technik eingesetzt, sondern ebenfalls die aus den Anfangsjahren. Außerdem wurde ein neuer Besucherrekord mit 27.000 Besuchern aufgestellt.[3]

Mottos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr findet die Mayday unter einem anderen Motto statt:

Datum Motto Ort Bemerkung Besucher [4]
14. Dezember 1991 Best Of House And Techno ’91 Berlin 5.000
30. April 1992 A New Chapter Of House And Techno Köln einzige Mayday in Köln 12.000
12. Dezember 1992 Forward Ever, Backward Never Berlin 7.000
30. April 1993 The Judgement Day Dortmund 16.000
11. Dezember 1993 The Religion Berlin 6.000
30. April 1994 Rave Olympia Dortmund 24.000
25.–26. November 1994 The Raving Society (We are Different) Berlin einzige mehrtägige Mayday (sog. Twin-Mayday) 34.000
30. April 1995 Reformation Dortmund 22.000
16. Dezember 1995 The Great Coalition Frankfurt am Main einzige Mayday in Frankfurt am Main 18.000
30. April 1996 X Dortmund 20.000
14. Dezember 1996 Life On Mars Berlin letzte Mayday in Berlin 8.000
30. April 1997 Sonic Empire Dortmund 18.000
30. April 1998 Save The Robots Dortmund 20.000
30. April 1999 Soundtropolis Dortmund 20.000
30. April 2000 Datapop Dortmund 22.000
30. April 2001 10 In 01 Dortmund 25.000
30. April 2002 Culture Flash Dortmund 20.000
30. April 2003 Troopa Of Tomorrow Dortmund 17.000
30. April 2004 Team X-Treme Dortmund 20.000
30. April 2005 Prototypes Dortmund 20.000
30. April 2006 Worldclub Dortmund letzte Mayday von Low Spirit 20.000
30. April 2007 New Euphoria Dortmund Erste Mayday von I-Motion 20.000
30. April 2008 Reflect Yourself Dortmund 25.000
30. April 2009 Massive Moments Dortmund 25.000
30. April 2010 You Make My Day Dortmund 23.000
30. April 2011 Twenty Young Dortmund Besucherrekord 27.000
30. April 2012 Made In Germany Dortmund 25.000
27. April 2013 Never Stop Raving Dortmund letzter Samstag im April 23.000
30. April 2014 Full Senses Dortmund erste Mayday ohne DJ WestBam; ohne Auftritt von Members of Mayday 21.000[5]
30. April 2015 Making Friends Dortmund 19.000
30. April 2016 Twenty Five Dortmund nach ersten Angaben 20.000

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mayday – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Mayday 1991 – 2001, in: Szenemag, April 2001
  2. a b Westbam steigt bei der Mayday in Dortmund aus bei derwesten.de, abgerufen am 5. Februar 2014
  3. Nächtliche MAYDAY in Dortmund bricht alle Rekorde music-liveandmore.com
  4. Mayday History auf nature-one.de
  5. Raver feiern Mayday in Dortmund bei derwesten.de, abgerufen am 1. Mai 2014