Medair

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Medair
Logo
Gründung 1989
Gründer Eric Volkmar
Sitz International: Ecublens VD SchweizSchweiz
Deutschland: Köln DeutschlandDeutschland[1]
Personen International: David Verboom (Geschäftsführer)
Deutschland: Viktoria Zwerschke (Geschäftsführerin)
Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt Nothilfe und Wiederaufbau
Budget 72,5 Mio. USD (2017)
Angestellte etwa 1500 weltweit
Motto Jedes Leben ist die Extrameile wert
Website http://medair.org

Medair ist eine internationale Nichtregierungsorganisation für humanitäre Hilfe. Ihre Arbeit gründet sich auf den Werten des christlichen Menschenbildes.

Der Verein leistet Nothilfe und Hilfe beim Wiederaufbau nach Katastrophen, hauptsächlich in schwer erreichbaren Regionen. Tätig ist die Organisation in den Bereichen Gesundheit und Ernährung; Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH) sowie Unterkunft und Infrastruktur.

Als Unterzeichner[2] des „Verhaltenskodex für die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und nichtstaatliche Hilfswerke in der Katastrophenhilfe“ hilft Medair Menschen in Not, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Religion, Alter oder Nationalität.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medair entstand ursprünglich aus dem gemeinsamen Ziel von drei Organisationen – Jugend mit einer Mission (YWAM), Mission Aviation Fellowship (MAF) und Medicaments pour L'Afrique (MEDAF) – ein Projekt zu gründen, durch das schnelle, praktische Nothilfe in Krisen und nach Naturkatastrophen geleistet werden könnte. Mit Unterstützung der drei Organisationen starteten Dr. Erik Volkmar und seine Frau Dr. Josiane Volkmar-André ein erstes Hilfsprojekt in Uganda; nach ihrer Rückkehr in die Schweiz wurde Medair 1989 offiziell als gemeinnützige Organisation registriert. In einem Interview nannte Dr. Josiane Volkmar-André das Bibelwort „mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken“ (Mt 25,35 ELB) die Inspiration, Medair zu gründen.[4]

Seit der Gründung war Medair nach eigenen Angaben in 38 Ländern auf 6 Kontinenten tätig.[5]

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medair leistet Nothilfe in Krisen und Naturkatastrophen und unterstützt Menschen beim Wiederaufbau nach Katastrophen, sowie in der Katastrophenvorsorge.[6] Innerhalb dieser Schwerpunkte konzentriert sich die Arbeit von Medair auf drei Hauptbereiche: Gesundheit und Ernährung; Wasser, Sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH); sowie Unterkunft und Infrastruktur. Das erklärte Ziel von Medair ist es, Menschen in entlegenen und schwer erreichbaren Gegenden zu erreichen. Derzeit arbeitet Medair in 11 Ländern in Afrika und Asien: Syrien, Libanon, Jordanien, Irak, Südsudan, Somalia, die Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Afghanistan, Nepal und Bangladesch.[7] Das am längsten laufende Projekt ist in der Region des heutigen Südsudan; Medair ist hier seit den 90er Jahren vor Ort und nimmt eine führende Rolle in der Projektkoordination ein.[8]

Internationale Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der internationale Hauptsitz von Medair ist in Ecublens im Schweizer Kanton Waadt. Daneben gibt es Länderbüros in Frankreich, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada und Deutschland. Die Länderorganisationen sind eigenständige Teile des internationalen Medair-Verbundes und haben jeweils eigene Vorstände und Geschäftsführer und agieren finanziell und rechtlich eigenständig.[9] Medair e.V. wurde 2001 gegründet und ist Mitglied im Deutschen Spendenrat.[10] Die Geschäftsführerin Viktoria Zwerschke ist seit Anfang 2019 im Amt.[11]

Medair (international und Länderbüros) hat etwa 1500 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 1300 in den Einsatzgebieten. Im Jahr 2017 betrug das Einkommen 72 Millionen USD. Damit konnte über 2,1 Millionen Hilfsempfängern direkt geholfen werden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2017. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  2. Code of Conduct: List of signatories. Abgerufen am 23. Februar 2019 (englisch).
  3. Für den Code of conduct siehe The Code of Conduct for the International Red Cross and Red Crescent Movement and NonGovernmental Organisations (NGOs) in Disaster Relief. Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, abgerufen am 23. Februar 2019 (englisch).
  4. 30 years of going the extra mile: An interview with Medair pioneer, Dr Josiane Volkmar-André. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  5. a b 2017 Annual Report. Abgerufen am 23. Februar 2019 (englisch).
  6. Home. Medair Deutschland. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  7. Länder und Projekte. In: Home – Medair Deutschland. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  8. Liz Lewis: Medair: providing life-saving services to the most vulnerable. In: South Sudan Medical Journal. Band 9, Nr. 3, 2016, S. 70 f. (online).
  9. Struktur und Team. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  10. Alphabetische Mitgliederliste. Deutscher Spendenrat e. V., abgerufen am 23. Februar 2019.
  11. Wechsel in der Geschäftsführung von Medair Deutschland. In: idea. Abgerufen am 23. Februar 2019.