Meinhard von Schomberg

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Meinhard von Schomberg

Meinhard von Schomberg, 3. Duke of Schomberg, 1. Duke of Leinster KG (* 30. Juni 1641 in Köln; † 5. Julijul./ 16. Juli 1719greg. in Hillingdon, Middlesex) war ein deutsch-französisch-britischer General und Heerführer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meinhard von Schomberg war der zweite Sohn des Marschalls Friedrich von Schomberg aus der Familie Schönburg auf Wesel. Gemeinsam mit seinem Vater als Franzose naturalisiert, tat er sich in den Kriegen Ludwigs des XIV. in höheren Stellungen vielfach hervor, so auch bei der Belagerung von Freiburg 1677 und jener von Rheinfelden im Folgejahr. Er kam dann mit dem Vater nach Brandenburg, wo er am 15./25. November 1688 als General der Kavallerie und Oberst der Trabantenleibgarde angestellt wurde. Am 25. Juli/4. August 1689 wurde er vor Bonn auf vielfältiges Ansuchen „dimittiert“ (d.h. entlassen), obwohl sein Vertrag erst im April 1690 endete. Anschließend ging er mit dem Vater nach England und später nach Irland, wo er 1690 in der Schlacht am Boyne kämpfte, in der sein Vater fiel. Als Nachfolger Marlboroughs war er von 1691 bis 1711 Commander in Chief of the Forces. 1691 wurde er als Brite naturalisiert und 1692 wurde für ihn die Würde eines Duke of Leinster geschaffen. Nach dem Tod seines Bruders Karl ging 1693 auch die Würde eines Duke of Schomberg an ihn über. 1703 wurde er Ritter des Hosenbandordens.

Er beschäftigte sich mit Mechanik und erfand einen Tauchapparat zur Arbeit an Wracks. Die Maschine wurde 1692 in der Themse erprobt. 1693 erhielt er eine Konzession auf 20 Jahre für alle Schiffswracks an der amerikanischen Küste zwischen 12° Süd und 40° Nord.

Meinhard von Schomberg starb als Duke of Schomberg and Leinster in englischen Diensten am 5./16. Juli 1719 und wurde am 4. August in Westminster Abbey begraben. Da der einzige Sohn Charles Louis of Schomberg, Marquess of Harwich, 1713 vor dem Vater gestorben war, erloschen die Herzogswürden Duke of Schomberg und Duke of Leinster.

Der Name „Schomberg“ ging über die Tochter Mary auf ihren Ehemann, den Grafen Christoph Martin von Degenfeld, ihren Onkel 2. Grades, und ihre gemeinsamen Kinder über. Die Nachkommen heißen bis heute Grafen von Degenfeld-Schonburg. Meinhard von Schomberg gehört darüber hinaus zu den direkten Vorfahren der britischen Prinzessin Lady Diana Spencer (1961–1997).

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine erste Frau war Barbara Luisa Rizzi, eine piemontesische Prinzessin, die er am 3. August 1667 geheiratet hat. Das Paar hatte keine Kinder. Am 4. Januar 1683 heiratete er die Raugräfin Karoline Elisabeth, † 7. Juli 1696, begraben 11. Juli in Westminster Abbey, Tochter von Karl I. Ludwig (Pfalz) und Marie Luise von Degenfeld. Das Paar hatte folgende Kinder:

Laut Liselotte von der Pfalz hatte das Paar mindestens acht Kinder. Sie schreibt Luise Raugräfin zu Pfalz, ihrer Halbschwester und Schwester Karolines, am 3. Juli 1694: Ich erschrecke, wen ich dencke, daß Caroline [...] schon 8 kinder gehabt hatt; [...][1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holland, Wilhelm Ludwig (Hrsg.): Briefe der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans. Aus den Jahren 1721 bis 1722, Bd. 6, Stuttgart 1881. Nachträge Brief Nr. 20, Saint-Cloud, 3. Juli 1694.
Vorgänger Amt Nachfolger
John Churchill, 1. Duke of Marlborough Oberbefehlshaber der britischen Armee
1691–1711
James Butler
Karl von Schomberg Duke of Schomberg
1693–1719
Titel erloschen
Titel neu geschaffen Duke of Leinster
1691–1719
Titel erloschen
Friedrich von Schomberg Conde de Mértola
1690–1719
Frederica Darcy