Rheinfelden AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rheinfelden zu vermeiden.
Rheinfelden
Wappen von Rheinfelden
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Rheinfelden
BFS-Nr.: 4258i1f3f4
Postleitzahl: 4310
UN/LOCODE: CH RFD
Koordinaten: 626889 / 26711147.5541647.795848274Koordinaten: 47° 33′ 15″ N, 7° 47′ 45″ O; CH1903: 626889 / 267111
Höhe: 274 m ü. M.
Fläche: 16.12 km²
Einwohner: i12'552 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 779 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 30,2 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.rheinfelden.ch
Luftansicht der Altstadt

Luftansicht der Altstadt

Karte
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Rheinfelden (schweizerdeutsch: Rhyfälde, ˈɾiːˌfældə)[3] ist eine Kleinstadt und Einwohnergemeinde in der Schweiz sowie Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Sie liegt am Hochrhein an der Grenze zu Deutschland im Westen der Region Fricktal, am östlichen Rand des Ballungsraum der Stadt Basel. Rheinfelden ist historisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit der Stadt Rheinfelden (Baden) auf der gegenüberliegenden deutschen Rheinseite verbunden. Mit etwas mehr als 12'000 Einwohnern ist Rheinfelden die sechstgrösste Stadt des Kantons Aargau. Rheinfelden ist die älteste Zähringerstadt der Schweiz und die älteste Stadt des Kantons.

Geographie[Bearbeiten]

Rheinfelden liegt etwa 17 km von Basel entfernt im nordwestlichen Zipfel des Kantons Aargaus. Die Stadt hat eine längere Ost-West-Ausdehnung entlang dem Rhein zwischen der Grenze zu Deutschland auf der nördlichen und dem Jura auf der südlichen Seite. Das Zentrum bildet die historische Altstadt, im Westen liegt die Augartensiedlung.[4]

Die Altstadt Rheinfelden liegt etwas flussaufwärts am linken Ufer des Rheins vor dem Inseli, einer rund 150 Meter langen Insel, welche den Fluss in zwei Arme teilt und gleichzeitig als Brückenkopf für die Rheinüberquerung dient. Die Insel befindet sich am Rande einer tektonischen Platte, der Oberrheinischen Tiefebene. Ein gewaltiger Strudel, das St. Anna-Loch, reisst an dieser Stelle das Wasser bis zu 28 Meter in die Tiefe. Etwa vierhundert Meter weiter flussaufwärts, vor der Altstadt, mündet der Magdenerbach in den Rhein.[4] Von Rheinfelden aus ist der Rhein bis zur Nordsee schiffbar.

Rund um das Stadtzentrum erstreckt sich eine ausgedehnte Schotterebene. Während diese im Westen knapp einen Kilometer breit ist, weitet sie sich in Richtung Osten aus und erreicht bei der Endmoräne von Möhlin eine Breite von rund drei Kilometern. Im Süden wird die Ebene durch bewaldete, sanft ansteigende Ausläufer des Tafeljuras begrenzt. Dabei handelt es sich um den Steppberg (373 m ü. M.) im Südosten und dem Berg (419 m ü. M.) im Südosten. Zwischen diesen Hügeln liegt das stellenweise tief eingeschnittene Tal des Magdenerbachs.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1612 Hektaren; davon sind 801 Hektaren bewaldet und 362 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 419 Metern auf dem Berg, der tiefste auf 270 Metern am Rhein.

Nachbargemeinden in der Schweiz sind Kaiseraugst im Westen, Olsberg im Südwesten, Magden im Süden und Möhlin im Osten. Im Norden grenzt Rheinfelden an die deutsche Schwesterstadt Rheinfelden (Baden).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend um Rheinfelden war bereits während der Mittelsteinzeit vor etwa 10.000 Jahren besiedelt. Damals lebten Menschen in der Eremitage, einer kleinen natürlichen Höhle unmittelbar an der heutigen Autobahn. Im Jahr 45 v. Chr. wurde wenige Kilometer weiter westlich die Siedlung Augusta Raurica gegründet, die erste römische Stadt auf Schweizer Boden. In der flachen Ebene bei Rheinfelden, im Gebiet Görbelhof, entstand um das Jahr 260 ein grosser Gutshof. Es sind mindestens zwei Gebäude bekannt, ein Wohnhaus und eine Werkstatt. Um 350 wurde der Gutshof aufgegeben. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts existierte im Bereich der westlichen Altstadt ein Kastell zur Grenzsicherung.[5]

Die erste urkundliche Erwähnung von Rifelt erfolgte im Jahr 851. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen (ze) Rhinfëldun und bedeutet «bei den Feldern am Rhein».[3] In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, als das gesamte Fricktal auf dem Territorium des Königreichs Burgund lag, liess sich eine Adelsfamilie nieder, die sich später Grafen von Rheinfelden nannten. Sie errichteten auf der strategisch günstig gelegenen Insel die Burg Stein. Um die «Altenburg» am Flussufer entstand eine Siedlung. Der letzte der Linie war Rudolf von Rheinfelden, Herzog von Schwaben und von 1077 bis 1080 Gegenkönig des römisch-deutschen Reiches.

Beladung eines Frachtkahns vor den Toren Rheinfeldens (1484)

Nach dessen gewaltsamen Tod ging der Besitz an den Schwiegersohn Berthold II. von Zähringen über. Sein Enkel Konrad I. verlieh der in der Zwischenzeit entstanden Marktsiedlung das Stadtrecht, womit Rheinfelden die älteste Zähringerstadt auf Schweizer Boden und die älteste Stadt des Aargaus ist. Um 1150 liess Konrad die erste Rheinbrücke zwischen Konstanz und Strassburg bauen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Stadt zweimal erweitert. Berthold V. starb 1218 ohne männliche Nachkommen und 1225 erhielt Rheinfelden den Status einer Freien Reichsstadt.

1330 gelangte Rheinfelden durch Verpfändung in habsburgischen Besitz und wurde dadurch zu einer der vier Waldstädte im südlichen Breisgau, einem Teil von Vorderösterreich. Im Jahr 1445, als die Habsburger in den Alten Zürichkrieg verwickelt waren, zerstörten Aufständische die Burg auf dem Inseli, woraufhin sich die Stadt mit Basel verbündete. Nach einer mehrmonatigen Belagerung musste sich Rheinfelden 1449 wieder der österreichischen Herrschaft unterwerfen. Nach dem Waldshuterkrieg von 1468 verpfändeten die Habsburger das gesamte Fricktal an Burgund. Nachdem die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, wurde Rheinfelden 1477 wieder österreichisch.

Rheinfelden um 1648 (M. Merian)
Belagerung Rheinfeldens durch spanische Truppen 1633
Rheinfelden um 1900, Blick rheinaufwärts. Links das deutsche Ufer mit dem Haus Salmegg, in der Mitte die nach dem Brand der alten Holzbrücke errichtete Notbrücke und das Inseli (heute Grünanlage und Badestelle), dahinter die Altstadt…
… und die entsprechende Ansichtskarte

Im 17. Jahrhundert gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Die Aufständischen belagerten erfolglos die Stadt, verwüsteten aber das Vorgelände. Zwischen 1633 und 1638 erfasste der Dreissigjährige Krieg auch das Fricktal, dabei spielte Rheinfelden eine wichtige Rolle. Am 15. Juli 1633 verwüsteten Schweden und Franzosen die Stadt. Am 5. Februar 1638 begann die Belagerung durch protestantische Truppen unter dem Oberbefehl von Bernhard von Sachsen-Weimar. Am 28. Februar kam es erstmals zur Schlacht bei Rheinfelden, als die zahlenmässig überlegenen kaiserlich-bayerischen Truppen unter dem Kommando von Johann von Werth und Federigo Savelli angriffen. Die Protestanten verloren diese Begegnung und zogen ab. Bernhard brachte ihnen jedoch im zweiten Waffengang am 3. März eine schwere Niederlage bei, als er mit seinen Leuten unerwartet wieder auf dem Kampfplatz erschien. Savelli und von Werth gerieten in Gefangenschaft.

Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges bauten die Österreicher auf der Insel eine Festung, um die südwestliche Grenze des Breisgaus zu sichern. 1678 beschossen französische Truppen unter dem Kommando von François de Créquy die Stadt. Im Jahr 1745, während des Österreichischen Erbfolgekriegs machten die Franzosen die Festung dem Erdboden gleich und sprengten auch einen Teil der Stadtmauer. Am 17. Juli 1796 wurde Rheinfelden erneut von den Franzosen besetzt und geplündert.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskriegs verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Rheinfelden Distriktshauptort im neu geschaffenen Kanton Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Damit war Rheinfelden schweizerisch geworden. Nach der Absetzung von Statthalter Sebastian Fahrländer Ende September 1802 wurde der Sitz der Kantonsregierung von Laufenburg hierhin verlegt. Mit der Mediationsakte löste Napoleon Bonaparte den Kanton Fricktal auf. Seit dem 19. März 1803 ist Rheinfelden Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Aargau. Durch den Reichsdeputationshauptschluss verlor die Stadt endgültig ihre rechtsrheinischen Gebiete an das Grossherzogtum Baden.

Mit der Entdeckung reicher Salzvorkommen im Jahr 1844 begann der wirtschaftliche Aufschwung. Es wurden zwei Salinen gegründet, die (mittlerweile geschlossene) Saline Rheinfelden und die Saline Riburg. Fast gleichzeitig mit der Salzausbeutung begann 1846 auch die Verwendung der Sole zu Heilzwecken. Rheinfelden entwickelte sich zu einem international bekannten Badekurort. Die Eröffnung der Bözbergbahn am 2. August 1875 brachte die Ansiedlung weiterer Industrien mit sich. So wurde beispielsweise 1876 die Feldschlösschen AG gegründet, die sich im Laufe der Zeit zur grössten Bierbrauerei der Schweiz entwickelte.

Der rechtsrheinische Teil der historischen Brücke wurde am 12. Juni 1897 ein Raub der Flammen. Ebenfalls 1897 ging das alte Wasserkraftwerk Rheinfelden in Betrieb, das älteste Flusskraftwerk Europas. In der Folge entstanden auf der deutschen Seite des Flusses ausgedehnte Industrieanlagen und die Stadt Rheinfelden (Baden). Nach einem Rückgang in der Zwischenkriegszeit und in den 1950er Jahren erlebte der Kurort einen neuen Aufschwung durch die Errichtung eines Kurzentrums (heute Parkresort) sowie dem Ausbau der Kliniken und Hotelanlagen. Mit dem Bau der Autobahn A3 wandelte sich Rheinfelden immer stärker zu einem Subzentrum innerhalb der Agglomeration der Stadt Basel. Es entstanden zahlreiche neue Wohnviertel. So errichtete die Ciba-Geigy AG (heute Novartis) zu Beginn der 1970er Jahre für ihre Angestellten eine Siedlung mit 1000 Wohneinheiten, den Augarten – im Volksmund R1000 (oder auch Klöpferviertel) genannt – am westlichen Stadtrand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die historische Altstadt ist halbkreisförmig und liegt am Ufer des Rheins zwischen dem Inseli im Westen und der Mündung des Magdenerbachs im Osten; der Bach bildet einen natürlichen Stadtgraben. Während der westliche Teil der Stadtmauer heute nicht mehr existiert, sind der östliche und der südliche Teil noch vollständig erhalten, mitsamt Wehrgang und Türmen. Der grösste Teil der Altstadt ist heute autofrei.

Der Messerturm mit seiner charakteristischen Spitzhaube bildet den nordöstlichen Abschluss der Stadtmauer zum Rhein hin. Der Grundriss des aus dem 15. Jahrhundert stammenden Turms ist dreieckig, wobei eine Ecke in den Fluss hineinragt. Der Name stammt von den Messern, die einst in der Folterkammer zum Einsatz kamen. Der Storchennestturm, früher «Kupferturm» genannt, ist das östliche Stadttor. Es gibt zwei Durchgänge; einer war für Pferdefuhrwerke bestimmt, der andere für Fussgänger. Die Mauerschlitze für die Verriegelung sind heute noch sichtbar.

Unter dem Obertorturm befindet sich das südliche Stadttor. Während der Unterbau aus dem Mittelalter stammt, entstand der Oberbau mit dem Glockenturm im 17. Jahrhundert. Die Turmuhr geht seit Jahrhunderten sieben Minuten vor. Früher wurden die Tore abends um fünf Uhr geschlossen. Die Turmuhr schlug zu früh, damit die Bauern draussen auf den Feldern genügend Zeit hatten, in die Stadt zurückzukehren. Das Hermannstor im Südwesten und das Rheintor im Nordwesten wurden 1745 von französischen Truppen zerstört.

Die Hauptachse der Altstadt ist die von der Brücke zum Storchennestturm verlaufende Marktgasse. An deren Nordseite steht das Rathaus, das nach einem Brand im Jahr 1531 im Barockstil neu gebaut wurde. Der Rathausturm war vermutlich Teil der ersten Stadtbefestigung. Im Innenhof des Rathauses steht der Zähringertisch, auf dem die Wappen aller Zähringerstädte zu sehen sind. Der Saal ist mit Porträts zahlreicher österreichischer Herrscher geschmückt.

Neben dem Rathaus befindet sich das Fricktaler Museum, das auf die Geschichte des Fricktals spezialisiert ist und zahlreiche Exponate aus der Ur- und Frühgeschichte, dem Mittelalter und der Neuzeit besitzt. Am östlichen Ende der Marktgasse liegt der Albrechtsplatz mit dem Albrechtsbrunnen in der Mitte. Die Brunnenfigur, ein Bannerträger, soll Herzog Albrecht VI. darstellen. Die St.-Martins-Kirche im westlichen Teil der Altstadt wurde erstmals 1146 erwähnt. Von 1228 bis 1870 war sie Chorherrenstift, im Jahr 1876 wurde hier der erste christkatholische Bischof der Schweiz geweiht. In der St. Martinskirche werden das Altarblatt mit der Geburt Christi nach Coreggio und eine Apotheose des Hl. Fidelis von Pompeo Batoni, eine persönliche Stiftung der Kaiserin Maria Theresia, aus dem 1804 aufgehobenen Kapuzinerkloster Rheinfelden aufbewahrt. Der baulich stark veränderte Klosterkomplex steht in der Kapuzinergasse.

Die Alte Rheinbrücke verwendet die Insel als natürlichen Brückenkopf und besteht deshalb aus zwei Teilen, die in einem Winkel von etwa 35° zueinander angeordnet sind. Der nördliche Teil brannte 1897 vollständig nieder und wurde durch einen Neubau ersetzt. Ein historisches Brückentor aus Holz ist heute noch auf der Insel zu sehen. Auf der Insel befanden sich zudem einst eine Burg, später eine Artilleriefestung; von beiden Gebäuden ist nichts erhalten geblieben. In Friedrich Schillers Schauspiel Wilhelm Tell ist mit «… zu Rheinfeld an des Kaisers Pfalz» die zerstörte Burg «Stein» gemeint, die zeitweilig Wohnsitz der habsburgischen Herrscher gewesen war.

Das ehemalige Hotel Salines und die Altstadt Rheinfeldens werden über eine Promenade am Rhein verbunden. Diese säumt den heutigen Stadtpark, der früher als Kurpark angelegt wurde. Seit 1995 ist diese Gartenanlage in der ICOMOS-Liste der historischen Gärten der Schweiz enthalten.

Westlich ausserhalb des Ortes befindet sich auf einer Anhöhe das Feldschlösschen, namensgebender Sitz der Feldschlösschen Getränke AG und bis heute eine Braustätte. Die Fabrikgebäude, die ab 1882 entstanden, sind im Stil einer mittelalterlichen Burg gehalten. Erweiterungsbauten verwendeten weitgehend denselben Stil.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Fünfmal geteilt von Gelb und Rot, die roten Plätze belegt mit je drei sechsstrahligen gelben Sternen.» Das Rheinfelder Stadtwappen basiert auf dem Wappen der Grafen von Rheinfelden aus dem 10. Jahrhundert und erschien erstmals 1236 auf dem Schultheissensiegel. Es bestand damals aus je drei gelben und roten Querbalken. Später kamen die Sterne auf den roten Balken dazu. Ab 1254 waren es sechs, ab 1533 sieben und ab 1599 neun Sterne. Jeder Stern symbolisiert eine Tugend der Stadtbewohner. Dabei handelt es sich um «Biederheit», Ehre, Glaube, Freiheit, Rechtschaffenheit, Regsamkeit, Todesverachtung, Treue und Uneigennützigkeit. Es existierten zahlreiche Varianten nebeneinander und jahrelang herrschte Unklarheit darüber, welche Farbe zuoberst sei. 1952 legte der Stadtrat Rot fest, änderte dann aber 1985 seine Meinung. Dieser Entscheid ist insofern nachteilig, als die Sterne im untersten Feld zusammengedrückt werden und daher unproportional wirken. Das Bezirkswappen hingegen blieb unverändert und beginnt zuoberst mit Rot.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1650 1788 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 900 1226 1910 3349 3827 4550 5197 6866 9456 9761 10'673 11'960

Am 31. Dezember 2013 lebten 12'552 Menschen in Rheinfelden, der Ausländeranteil betrug 30,2 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 36,1 % römisch-katholisch, 33,0 % reformiert, 7,1 % moslemisch, 2,7 % christkatholisch und 1,6 % christlich-orthodox; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 82,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,8 % Italienisch, 2,0 % Serbokroatisch, je 1,9 % Albanisch und Türkisch, 1,3 % Französisch, je 1,1 % Englisch und Portugiesisch, 0,8 % Spanisch.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Stadtrat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Rheinfelden ist die grösste Gemeinde des Kantons, die keinen Einwohnerrat (Gemeindeparlament) besitzt.

Die fünf Stadträte der Amtsperiode 2010–2013 sind:

  • Franco Mazzi (FDP), Stadtammann
  • Brigitte Rüedin (SP), Vizeammann
  • Bea Bieber (parteilos)
  • Hans Gloor (parteilos)
  • Oliver Tschudin (SP)

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Rheinfelden zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Kaiseraugst, Magden und Olsberg verantwortlich ist.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Rheinfelden gibt es gemäss Betriebszählung 2008 etwa 6000 Arbeitsplätze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 22 % in der Industrie und 77 % im Dienstleistungssektor.[10] Bekannt ist Rheinfelden vor allem durch die grösste Bierbrauerei der Schweiz (Feldschlösschen), die im Jahr 2000 vom dänischen Bierkonzern Carlsberg übernommen wurde. An der Grenze zur Gemeinde Möhlin befinden sich die Waggonfabrik Josef Meyer sowie die Saline der Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen mit dem markanten Saldome, dem seinerzeit größten Kuppelbau in der Schweiz. Die Salinen von Rheinfelden und Pratteln produzieren jährlich rund 200'000 Tonnen Salz für den Schweizer Markt.

Das Parkresort mit Solebad, Rehabilitationsklinik und Hotels macht Rheinfelden zu einem bedeutenden Touristenort. Daneben gibt es eine weitere Klinik, die auf Psychosomatik spezialisiert ist. Lag der Schwerpunkt früher auf dem klassischen Kurbetrieb, so ist heute der Wellness-Bereich dominierend.

Verkehr[Bearbeiten]

Rheinfelden im Dreiländereck

Rheinfelden ist verkehrsmässig ausgezeichnet erschlossen. Durch die Gemeinde verläuft die Hauptstrasse 3 zwischen Basel und Zürich. Eine weitere wichtige Strasse führt nach Gelterkinden. Drei Brücken, darunter die Rheinfelder Brücke und die Alte Rheinbrücke, führen über den Rhein nach Rheinfelden (Baden). Zwei davon sind nur für Fussgänger bzw. Velofahrer zugelassen. Am südlichen Stadtrand befindet sich eine Anschlussstelle der Autobahn A3. Am 7. März 2006 wurde die 4,6 Kilometer lange A861 eröffnet. Sie beginnt an der Grenze zu Kaiseraugst, überquert den Rhein und führt zur A98 nach Deutschland.

Der Bahnhof von Rheinfelden liegt an der Bözbergstrecke zwischen Basel und Zürich und ist ein Schnellzugshalt. Ausserdem hält hier die Linie S1 der Regio S-Bahn Basel, die von Mülhausen über Basel nach Frick bzw. Laufenburg verkehrt. Seit dem Fahrplanwechsel 2008/09 bedienen die S-Bahnzüge im Augartenquartier einen weiteren Haltepunkt.

Das öffentliche Verkehrsnetz Rheinfeldens ist Teil des Tarifverbundes Nordwestschweiz (TNW), der die gesamte Grossregion Basel umfasst. Am Bahnhof befindet sich der Endpunkt der Postautolinien nach Möhlin und Gelterkinden via Magden sowie einer Buslinie der AAGL nach Kaiseraugst. Die AAGL betreibt zwei Stadtbuslinien, die SBG eine grenzüberschreitende Buslinie nach Rheinfelden (Baden). In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag wird Rheinfelden durch die Nacht-S-Bahn SN1 (Basel–Möhlin) und die Nachtbuslinie N65 (Rheinfelden–Gelterkinden) des TNW-Nachtnetzes erschlossen.

Ab Rheinfelden ist der Rhein bis zur Nordsee schiffbar. Zwischen Basel und Rheinfelden verkehren Ausflugsschiffe der Basler Personenschiffgesellschaft (BPG).

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über eine Kinderkrippe, neun Kindergärten und sieben Schulhäuser, in denen sämtliche Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet werden (Primarschule, Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule). Aufgrund einer interkantonalen Vereinbarung mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft können die Jugendlichen aus dem Fricktal das Gymnasium in Muttenz, Liestal, Rheinfelden (Baden) oder eines der Gymnasien in Basel besuchen. Ausserdem befinden sich in Rheinfelden eine Musikschule, eine Berufsschule und eine Heilpädagogische Sonderschule.

In der Altstadt von Rheinfelden befindet sich die Stadtbibliothek. Zusammen mit der Mediothek in Rheinfelden (Baden) existiert ein Medienverbund, d.h. jeder Benutzer ist berechtigt in beiden Bibliotheken auszuleihen. Zur Altstadt von Rheinfelden gehört das Fricktaler Museum, welches gleich neben dem Rathaus untergebracht ist. Im Museum sind zahlreiche Exponate ausgestellt, die in direkter Beziehung zur Stadt Rheinfelden oder dem Fricktal stehen. Stadtmodelle und Aquarelle bieten einen Blick in die Vergangenheit von Rheinfelden.

Die Sebastianibruderschaft Rheinfelden begeht alljährlich zur Weihnachtszeit das Brauchtum des Brunnensingens, das zahlreiche Besucher aus dem Umland anzieht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Albrecht I. von Habsburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Schib: Geschichte der Stadt Rheinfelden, 1961.
  • Eva Desarzens-Wunderlin: Das Chorherrenstift St. Martin in Rheinfelden 1228–1564, Diss. Universität Zürich, Rheinfelden 1989
  •  Charlotte Kunz, Daniel Schneller: Die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden. In: Schweizerische Gesellschaft für Kunstgeschichte (Hrsg.): Schweizerische Kunstführer. Band 507, Bern 1992, ISBN 3-85782-507-3.
  • Stadt Rheinfelden (Hrsg.): Drinnen, Draussen, Dabei: Die Geschichte der Stadt Rheinfelden, Heidelberg 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Blick auf die Altstadt von der Alten Rheinbrücke aus

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 352–354.
  4. a b c Landeskarte der Schweiz, Blatt 1048, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 194–195.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 252.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.