Melanie Brinkmann

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Melanie Margarete Brinkmann (* 6. Januar 1974 in Neustadt am Rübenberge) ist eine deutsche Virologin, Professorin an der Technischen Universität Braunschweig und Beiratsmitglied der Gesellschaft für Virologie.

Ausbildung und berufliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melanie Brinkmann studierte Biologie an der Universität Göttingen und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 2004 wurde sie an der Universität Hannover promoviert[1] und mit dem Promotionspreis der Medizinischen Hochschule Hannover ausgezeichnet. In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sich Brinkmann mit dem Kaposi-Sarkom.[2] 2007 erhielt sie den Postdoktorandenpreis für Virologie der Robert-Koch-Stiftung.[3]

Unterstützt von einem Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) arbeitete Brinkmann von 2006 bis 2010 als Postdoktorandin im Labor von Hidde L. Ploegh am Whitehead-Institut für biomedizinische Forschung in Cambridge, Massachusetts. Dort forschte sie über Toll-like-Rezeptoren.[2]

Im Juli 2010 übernahm sie die Leitung der Nachwuchsgruppe „Virale Immunmodulation“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Sie war und ist beteiligt an mehreren Forschungsprojekten der DFG auf den Gebieten der Virologie und Immunologie;[4] so erhielt sie beispielsweise von 2005 bis 2008 ein Forschungsstipendium der DFG für ihre Untersuchungen zum Thema Toll-like Rezeptoren: Ziele der herpesviralen Immun-Evasion?[5] und ist seit 2010 Teilprojektleiterin des DFG-Projektes Modulation der Immunantwort durch die Gammaherpesviren Kaposi Sarkom-assoziiertes Herpesvirus und Murines Herpesvirus 68 (B03).[6] 2016 erhielt Brinkmann den Science Award der Signal Transduction Society.[7]

Seit 2018 hat Brinkmann eine W2-Professur für „Genetik der Viren“ am Institut für Genetik der Technischen Universität Braunschweig.[8] Sie repräsentiert dort den Forschungsschwerpunkt „Infektionen und Wirkstoffe“.[2]

Mediales Erscheinen in der COVID-19-Pandemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der COVID-19-Pandemie trat Brinkmann zunehmend öffentlich in Erscheinung und war Mitunterzeichnerin eines Briefes von 100 Ärzten, die im Mai 2020 ein entschiedenes Vorgehen gegen Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie forderten, damit „die Menschen nicht aufgrund von Falschinformationen Entscheidungen treffen, die das eigene Leben oder das Leben von anderen gefährden können“.[9] Um das Infektionsgeschehen dauerhaft eindämmen zu können, sprach sie sich für die Umsetzung der Green-Zone-Strategie Yaneer Bar-Yams und des New England Complex Systems Institute (NECSI) aus.[10]

In der Bundespressekonferenz am 2. November 2020 wies sie fachfremde Kritik an der Arbeit von Epidemiologen und Virologen zurück. Die Welt zitiert sie mit dem Bonmot: „Ich erzähl doch auch dem Automechaniker nicht, wo der Motor am Auto ist“.[11] Sie spricht sich für eine konsequente Kontaktbeschränkung bis zum Senken des Infektionsgeschehens deutlich unter einen Inzidenzwert von 50 aus und warnt vor frühen Lockerungen der Corona-Beschränkungen.[12]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brinkmann ist verheiratet und Mutter dreier Söhne.[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Promotionspreis der Medizinischen Hochschule Hannover
  • 2007: Postdoktorandenpreis für Virologie der Robert-Koch-Stiftung
  • 2016: Science Award der Signal Transduction Society

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Melanie M. Brinkmann: Functional properties of proteins encoded by the K15 gene of the Kaposi's sarcoma-associated herpesvirus (KSHV). (dnb.de [abgerufen am 19. März 2020]).
  2. a b c Antrittsvorlesung „Die faszinierende Welt der Viren“. In: TU Braunschweig. Abgerufen am 7. April 2020.
  3. Robert Koch Stiftung – Melanie Brinkmann. Abgerufen am 19. März 2020.
  4. Detailseite Professorin Dr. Melanie Brinkmann. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 5. März 2020.
  5. Detailseite zum Projekt Nummer 21889724. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 5. März 2020.
  6. Detailseite zum Projekt Nummer 158989968. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 5. März 2020.
  7. STS – Liste der Science Awards. Abgerufen am 20. März 2020 (englisch).
  8. Personalia. Abgerufen am 28. September 2020.
  9. tagesschau.de: Ärzte und Virologen: Gegen das Virus der Falschinformation. Abgerufen am 12. September 2020.
  10. tpo: Green-Zone-Strategie. Wissenschaftler erklärt, warum Deutschland umdenken muss, um Covid-19 zu besiegen. In: Stern. 5. Januar 2021, abgerufen am 5. Januar 2021.
  11. WELT: Corona-Pandemie: „Ich erzähl doch auch dem Automechaniker nicht, wo der Motor am Auto ist“. In: DIE WELT. 3. November 2020 (welt.de [abgerufen am 7. Januar 2021]).
  12. Virologin Brinkmann zum Corona-Beschluss - „Konsequenter auf die Bremse drücken“. In: Deutschlandfunk. 26. November 2020, abgerufen am 7. Januar 2021.
  13. "Nicht glücklich, wie es läuft": Virologin Brinkmann kritisiert Regierung. In: Watson.de. 2. Mai 2020, abgerufen am 7. Januar 2021.