Methana

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Gemeindebezirk Methana
Δημοτική Ενότητα Μεθάνων
(Μέθανα)
Methana (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Attika

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Regionalbezirk: Inseln
Gemeinde: Trizinia-Methana
Geographische Koordinaten: 37° 35′ N, 23° 23′ OKoordinaten: 37° 35′ N, 23° 23′ O
Höhe ü. d. M.: 0−741 m
über dem Meer
Fläche: 50,16 km²
Einwohner: 1.657 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 33,03 Ew./km²
Code-Nr.: 520802
Gliederung: f12f124 Ortsgemeinschaften
Website: www.methana.gr
Lage in der Gemeinde Trizinia-Methana und im Regionalbezirk Inseln
Datei:DE Methanon.svg
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Methana (griechisch Μέθανα (n. pl.), altgr. auch ἡ Μεθάνα) ist der Name einer Halbinsel in der Argolis am Saronischen Golf am Ostzipfel der Peloponnes (griechisch χερσόνησος των Μεθάνων = Halbinsel Methana) und eines Gemeindebezirks in der Gemeinde Trizinia-Methana. Von 1912 bis Ende 2010 war es eine eigenständige Gemeinde (Δήμος Μεθάνων) in der Region Attika. Hauptort der Gemeinde war der im Südteil gelegene gleichnamige Kurort Methana. Zum 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde mit Trizina zur neuen Gemeinde Trizinia-Methana vereinigt, wo sie seither einen Gemeindebezirk bildet.

Panoramablick auf den Hauptort der gleichnamigen Halbinsel Methana
Blick auf die Stadt Methana

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lavafeld auf Methana

Die Halbinsel Methana ist der nordwestlichste Ausläufer des Kykladenbogens, auf dem die aktiven Vulkangebiete Methana, Milos, Santorin und Nisyros liegen. Sie ist übersät von über 30 Vulkandomen und zahlreichen schwefelhaltigen Thermalquellen vulkanischen Ursprungs.

Der historische Ausbruch des Vulkans Kameno Vouno fand vermutlich zwischen 277 und 239 v. Chr. beim Dorf Kameni Chora neben dem älteren Vulkandom Malia Vgethi im Nordwesten der Halbinsel statt. Die antiken Schriftsteller Ovid[2], Strabon[3] und zuletzt Pausanias[4] berichteten von dem Vulkanausbruch und den danach entsprungenen Heilquellen an der Küste bei der Siedlung Agios Nikolaos.

Vor der Nordwestküste Methanas wurde 1987 der unterseeische Vulkan Pafsanias entdeckt, der noch im 17. Jahrhundert aktiv war. Dieser Ausbruch und die heißen Quellen deuten darauf hin, dass der Vulkanismus auf Methana nicht erloschen ist, und auch in Zukunft weitere Vulkanausbrüche zu erwarten sind.[5] Seit 1991 wird die Halbinsel von der ETH Zürich geologisch und kartographisch erforscht. Daraus entstand je eine geologische und je eine topographische Karte der Halbinsel im Maßstab 1:25.000. Mit diesen Daten wurde auch eine dreidimensionale Landkarte geschaffen, die im Internet virtuell durchwandert werden kann.[6] Die höchste Erhebung ist der Chelona (griechisch Χελώνα) mit 741 m.

Die Methaner gehören zu den Arvaniten, einer ursprünglich aus Süd-Albanien stammenden Minderheit, die im Mittelalter nach Griechenland einwanderte. Der Name Methana leitet sich vermutlich von der altgriechischen Bezeichnung für Methangas ab, das auf der Halbinsel in einer oder mehreren Mofetten aus der Erde kommt.

Geschichte im Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weder Stadt noch Halbinsel sind im Altertum zu nennenswerter Bedeutung gelangt, obwohl die Besiedlung seit der mykenischen Zeit nachgewiesen ist. Antike Funde, die zum ersten Mal von Michael Deffner beschrieben wurden, sind auf der gesamten Halbinsel verstreut.

Sensationell war 1990 die Entdeckung einer spätmykenischen Siedlung durch Sofia Michalopoulou bei der Kapelle Agii Konstantinos ke Eleni. Dort wurde ein Heiligtum mit zahlreichen Opfergaben und einem Kindergrab, möglicherweise einem Menschenopfer, entdeckt. Berühmt ist die Akropolis Paliokastro des antiken Methana beim Fischerdorf Vathy, von der sich Reste von Mauern, Türmen und Toren aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. erhalten haben. Weitere Burgfestungen befinden sich beim Dorf Kypseli an der Küste (Akropolis Oga) und am Hauptort auf der Halbinsel Nisaki (griechisch Νησάκι = Inselchen).

Im Peloponnesischen Krieg war die gesamte Halbinsel vom Jahre 425 v. Chr. bis zum Nikiasfrieden von den Athenern besetzt, die sie als Brückenkopf zum Angriff auf mit den Spartanern verbündete Städte benutzten. Zur Verteidigung hatte man das Kastel Favieros und eine Sperrmauer am Isthmus errichtet. Im 4. Jahrhundert v. Chr. war die Stadt selbstständig, bis sie in den Einflussbereich der Ptolemäer geriet und als Stützpunkt diente. In dieser Zeit (bis etwa Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr.) trug sie den Namen Arsinoe in der Peloponnes. Die Soldaten brachten den Kult der Isis und des Serapis mit.

Gliederung des Gemeindebezirks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paliokastro von Methana

Die bis 1997 bestehenden vier Gemeinden wurde im Zuge des Kapodistrias-Programms zu einer Gemeinde zusammengefasst und haben seit 2011 den Status von Ortsgemeinschaften (topiki kinotita) und wählen je nach Einwohnerzahl einen Rat oder einen einzelnen Vertreter als Lokalvertretung. Die Einwohnerzahlen stammen aus dem Ergebnis der Volkszählung 2011[1].

  • Gemeindebezirk Methana – Δημοτική Ενότητα Μεθάνων – 1.657
    • Ortsgemeinschaft Kounopitsa – Τοπική Κοινότητα Κουνουπίτσης – 178
      • Agios Georgios – Άγιος Γεώργιος – 46
      • Agios Nikolaos – Άγιος Νικόλαος – 8
      • Kounopitsa – Κουνουπίτσα – 75
      • Makrylongos – Μακρύλογγος – 24
      • Palea Loutra – Παλαιά Λουτρά – 25
    • Ortsgemeinschaft Kypseli – Τοπική Κοινότητα Κυψέλης Μεθάνων – 92
      • Agii Theodori – Άγιοι Θεόδωροι – 45
      • Kypseli – Κυψέλη – 47
    • Ortsgemeinschaft Methana – Τοπική Κοινότητα Λουτροπόλεως Μεθάνων – 1.097
      • Dritseika – Δριτσαίικα – 205
      • Methana – Μέθανα – 892
    • Ortsgemeinschaft Megalochori – Τοπική Κοινότητα Μεγαλοχωρίου – 290
      • Vathy – Βαθύ – 129
      • Kaimeni Chora – Καημένη Χώρα – 21
      • Megalo Potami – Μεγάλο Ποτάμι – 25
      • Megalochori – Μεγαλοχώρι – 115

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Methana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Ovid, Metamorphosen, 15, 293 — 305
  3. Strabon, Geographica, 1, 3, 18 (p. 59)
  4. Pausanias, Reisen in Griechenland, 2, 34, 1
  5. Paraskevi Nomikou, Dimitrios Papanikolaou, Matina Alexandri, Dimitris Sakellariou, G. Rousakis: Submarine Volcanoes along the Aegean Volcanic Arc in Tectonophysics, 597−595 (2013), S. 123−146 (online)
  6. Interaktive dreidimensionale Landkarte