Michael Limburg

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Michael Limburg (* 1940[1] in Berlin) ist ein deutscher Autor und Politiker (AfD), der bekannt wurde für sein Abstreiten der menschengemachten globalen Erwärmung. Er ist Vizepräsident des eingetragenen Vereins Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE), einer sich als Institut darstellenden Organisation, die den menschengemachten Klimawandel leugnet.

Leben

Limburg studierte Elektrotechnik mit Abschluss Diplom-Ingenieur und arbeitete zunächst als Entwickler von Elektronik für Fernseher, später als Manager. Nach seinem Rentenantritt im Jahr 2001 begann er sich mit dem Thema Klima zu befassen. Hierbei wurde er inspiriert von Fred Singer, einem industrienahen Wissenschaftler, der unter anderem die Gesundheitsgefahren des Tabakrauchens sowie die Existenz des Klimawandels bestreitet und als einer der weltweit lautesten Klimaleugner gilt. Nach Einlesen in die Thematik begann Limburg seine Thesen zu verbreiten, zunächst unter Pseudonym im Internet, später in Büchern. Nach einer Weile erhielt er aufgrund seiner Thesen etwas Medienaufmerksamkeit. 2007 gründete er mit Gleichgesinnten das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE), einen Verein zur Klimaleugnung, der 2017 rund 50 Mitglieder hatte[2] und als „die wichtigste Stimme der deutschen Klimaleugner“ gilt.[3]

2010/11 versuchte er gemäß Eigendarstellung bei EIKE mit einer Dissertation zur Geschichte der Temperaturmessung mit Hilfe des Geographen Werner Kirstein an der Universität Leipzig zu promovieren. Die Dissertation sei von zwei Gutachtern als nicht genügend bewertet worden (Gutachten unter Literaturangaben in [4] einsehbar), worauf Limburg den Gutachtern Inkompetenz, Befangenheit und politische Gründe für ihre Ablehnung vorwarf. In einem gerichtlichen Vergleich erreichte Limburg anschließend nach eigenen Angaben, dass die Dissertation als nicht eingereicht eingestuft wurde, sodass er sie andernorts einreichen konnte. Eine andere Hochschule habe die Eröffnung des Promotionsverfahrens jedoch genauso abgelehnt.[4]

Mitgliedschaften

Limburg ist Mitglied der AfD.[5] Er gehört dem „Bundesfachausschusses Energiepolitik“ der Partei an[3] und arbeitete am Parteiprogramm mit[6], worauf die AfD große Teile seiner Positionen zum Klimawandel in ihr Parteiprogramm übernahm.[2] Dieses Grundsatzprogramm enthält gemäß einem Faktencheck der Klimaplattform klimafakten.de „fast keine Aussage, die mit dem Stand der Forschung zu Klima und Klimawandel vereinbar ist“, sondern falle vor allem durch viele „eklatant falsche und irreführende Aussagen“ auf.[7] Limburg trat auf dem Listenplatz 10 auf der Landesliste Brandenburg für die AfD zur Bundestagswahl 2017 an. 2018 wurde Limburg auch von der AfD-Fraktion des Landtages Brandenburg eingeladen, um als „Experte“ vor dem Landtag auszusagen.[8] Er ist mit einer Teilzeitstelle im Abgeordnetenbüro von Karsten Hilse (AfD) tätig, der bereits als „radikalster Leugner des menschengemachten Klimawandels“ im Bundestag bezeichnet wurde.[9]

Er ist zudem Mitglied im Policy Advisory Board der International Climate Science Coalition.[10]

Positionen

Limburg leugnet den menschengemachten Klimawandel[11] und bestreitet, dass Kohlenstoffdioxid ein Treibhausgas ist. Unter anderem äußerte er, es gebe keinerlei Beweise, „dass das menschgemachte CO2 auf irgendeine mysteriöse Weise die Temperatur der Atmosphäre dieses Planeten erwärmt“.[8] Kohlenstoffdioxid sei stattdessen sehr wichtig für Pflanzen, CO2-Emissionen sollten deswegen nicht verhindert, sondern gefördert werden. Menschen, die CO2 ausstoßen, sollten eine Belohnung erhalten.[2] In seinem Vortrag bei der EIKE-Konferenz 2019 äußerte er seine Hoffnung, er habe mit seiner Rede bei den Zuhörern die "Bedenken zum Treibhauseffekt noch vergrößert".[12]

Klimaforschern wirft er vor, „Panik zu verbreiten“ und Politiker zu täuschen. Das Thema Klima setze „naturwissenschaftliche Kenntnisse“ voraus, die die meisten Politiker nicht hätten. Diese seien vor allem von „Ahnungslosigkeit und Opportunismus“ getrieben.[2]

Den wissenschaftlichen Konsens zum menschengemachten Klimawandel bestreitet er. Nicht 97 % der Forscher erkannten den menschengemachten Klimawandel als Tatsache an, sondern nur 0,3 %. Die Studien zum wissenschaftlichen Konsens seien alle falsch, zudem gäbe es keinen Beweis für den menschengemachten Klimawandel. Es gäbe Tausende Klimaforscher, die anderer Meinung seien und sich gegen die „IPCC-Diktatur“ wendeten, aber öffentlich nicht zu Wort kämen. Beispiele hierfür seien u. a. Richard Lindzen, Roy Spencer und Willie Soon. Tatsächlich würden von den mehr als 2500 IPCC-Wissenschaftlern nur wenige Dutzend Forscher „die Hypothese vom menschgemachten Klimawandel“ vorantreiben, der Rest habe sich unterbuttern lassen.[2]

Limburg hält Klimaschutz für „eine absurde Idee“[13] und lehnt die Energiewende sowie die Förderung der erneuerbaren Energien ab. Als seinen „Wunschstrommix“ bezeichnet er den Energiemix, der vor Beginn der Energiewende bestand. Er befürwortet die Nutzung von Kohle als Energieträger und äußerte die Behauptung, dass Kohle als Energieträger „dreckig“ sei, diene dazu einen „heimischen Energieträger zu diffamieren“. In modernen Kohlekraftwerken könne man „fast vom Fußboden essen“. Er befürwortet ebenfalls die Nutzung der Kernenergie und spricht sich dafür aus, den Atomausstieg rückgängig zu machen.[2]

Werke

  • Strom ist nicht gleich Strom, TvR Medienverlag, Jena, 2015
  • Klimahysterie – was ist dran? TvR Medienverlag, Jena, 2009 / 2012
  • Der digitale Gutenberg, Springer-Verlag, Berlin, 1997
  • Gutenberg goes digital, Blueprint, London – Tokyo – Melbourne – Madras, 1995

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wahlergebnisse Brandenburg, Bundestagswahl 2017, S. 20
  2. a b c d e f Dieser Mann zweifelt am Klimawandel – und hat damit viel Erfolg. In: Bento, 18. März 2017. Abgerufen am 22. September 2019.
  3. a b Sammelbecken der Klimaskeptiker. In: taz, 27. September 2013. Abgerufen am 22. September 2019.
  4. a b Beitrag Fred F. Mueller: Treibhäuser des Klima-Alarmismus – Mit welchen Tricks deutsche Universitäten abweichende Meinungen niederhalten. Website von EIKE (Ein Interview mit EIKE Vizepräsident Michael Limburg geführt von Fred. F. Mueller). 3. April 2016. Abgerufen am 27. November 2019 (Ebenfalls abrufbar unter [1]).
  5. Susanne Götze, Annika Joeres: Kohle, Kohle, Kohle. In: Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2018. Abgerufen am 22. September 2019.
  6. Das Netzwerk der Klimaleugner. In: Tagesspiegel, 26. Februar 2019. Abgerufen am 22. September 2019.
  7. Was sagt die AfD zum Klimawandel? Was sagen andere Parteien? Und was ist der Stand der Wissenschaft?. In: klimafakten.de, Abgerufen am 22. September 2019.
  8. a b Patrick Bauer, Till Krause, Katharina Kropshofer, Katrin Langhans und Lorenz Wagner: Das Scheingeschäft. Angriff auf die Wissenschaft. In: SZ-Magazin, 20. Juli 2018. Abgerufen am 22. September 2018.
  9. Klimaleugner bei der Klimakonferenz. Karsten Hilse glaubt kein Wort. In: taz, 14. Dezember 2018. Abgerufen am 22. September 2019.
  10. Who we are. Website der International Climate Science Coalition. Abgerufen am 24. Dezember 2019.
  11. Die Adelung der Klima-Leugner. In: Frankfurter Rundschau, 21. Juni 2015. Abgerufen am 20. Dezember 2019.
  12. Susanne Götze, Annika Joeres: Die Rechten und das Klima. In: Süddeutsche Zeitung, 15. Januar 2020. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  13. Ärger im Bundestag: AfD lädt Klimaleugner als Experten ein. In: Neue Presse, 16. Oktober 2019. Abgerufen am 17. Oktober 2019.