Windows 3.x

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Windows 3.x
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Lizenz(en) Microsoft EULA (Closed Source)
Aktuelle Version 3.0 bis 3.2
Kernel PC-kompatibles DOS
Windows-Kernel
Abstammung Windows 1.02.11
↳ Windows 3.x
Chronik Windows 3.0 (1990)
Windows 3.00a (1990)
Windows 3.0 mit Multimedia Extensions 1.0 (1991)
Windows für Pen Computing 1.0 (1992)
Windows 3.1 (1992)
Windows für Workgroups 3.1 (1992)
Windows für Workgroups 3.11 (1993)
Windows 3.11 (1994)
Windows 3.2 (1994)
Sonstiges Entwicklung eingestellt
Website www.microsoft.com

Unter der Bezeichnung Windows 3.x werden die Vorgänger der späteren Windows-Betriebssysteme des Softwareunternehmens Microsoft für x86-Prozessoren der Versionen 3.x zusammengefasst.[1] Windows war bis Version 3.x ein grafischer Aufsatz für ein PC-kompatibles DOS-Betriebssystem wie MS-DOS.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Windows-3.x-Versionen sind:

Es gab jedoch noch weitere Versionen, die jedoch keine ähnlich große Verbreitung fanden. Auf eingebetteten Systemen wie Kassensystemen oder Ticketautomaten kam Windows 3.x noch fast 20 Jahre nach seiner Markteinführung zum Einsatz, Lizenzen dafür verkaufte Microsoft noch bis Ende Oktober 2008.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Windows-3.x-Reihe begann der Übergang von reinen 16-Bit-x86-Systemen (retronym auch als IA-16, Intel Architecture 16-Bit, bezeichnet) des Intel 8086 (nur Real Mode) und 80286 (zusätzlich 16-Bit Protected Mode) hin zu 32-Bit-x86-Systemen (auch bekannt als Intel Architecture 32-Bit, kurz IA-32) ab dem 80386 (32-Bit Protected Mode).

So hatte Windows 3.0 (1990) drei unterschiedliche Kernel, einen für 8086 (Real Mode), einen für den 80286 (zusätzlich Standard Mode) und einen für den 80386 (zusätzlich 386 Enhanced Mode). Bei Windows 3.1 (1992) wurde der 8086-Kernel weggelassen und in Windows für Workgroups 3.11 (1993) gab es nur noch den 80386-Kernel. Je nachdem, welcher Prozessor im PC vorhanden war, startete Windows automatisch der entsprechende Kernel.[2]

Windows 3.x setzte noch ein laufendes MS-DOS (oder kompatibel, also auch z. B. PC DOS oder DR-DOS) voraus, auf dem es lief. In diesem Bezug war es nicht anders als die älteren Windows-Versionen bis Windows 2.0. Mit dem 80286- und 80386-Kernel bot Windows jedoch einen erweiterten Speichermanager, der DOS fehlte. Windows war damit bereits mehr als ein grafischer Aufsatz für das Betriebssystem MS-DOS, wenn es auf einem modernen Prozessor lief. Auf einem 80386 gab es zudem den Enhanced Mode, bei dem der Kernel als DPMI-Client fungierte. Damit waren auch in MS-DOS laufenden Programme Multitasking-fähig, es konnten also mehrere DOS-Programme parallel ablaufen.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Windows 3.0 und 3.1 gelang Microsoft der Durchbruch auf dem Markt für grafische PC-Betriebssysteme. Die eigentliche Bedeutung steckte jedoch in der stabilen Programmierschnittstelle (englisch Application Programming Interface, kurz API), die in ihrer 16-Bit-Ausprägung auch Win16 genannt wurde. 16-Bit-Windows-Programme aus Windows 2.0 funktionierten dabei im weiterhin, jedoch nur im Real Mode.

Windows 3.x bereitete den Weg hin zu Windows 9x, das als eigenständiges Betriebssystem den MS-DOS-Unterbau in das Betriebssystem integrierte und die 32-Bit-Funktionen sowohl im 32-Bit-API Win32 als auch bei Kernkomponenten wie dem Speichermanager und Multitasking erweiterte.

Beide Generationen, also Windows 3.x als auch Windows 9x (welches als Windows 4.x entwickelt wurde), waren in der Retrospektive Lückenfüller für das neu entwickelte Windows NT, das ein vollständiges 32-Bit-Betriebssystem war – auf der damaligen Hardware jedoch zu ressourcenhungrig und zu teuer. Erst mit Windows XP gelang Microsoft der vollständige Umstieg auf die mit Windows NT eingeführte neue Technik.

Windows 3.x/9x und Windows NT haben ein ähnliches und in großen Teilen identisches API. Unter Windows 3.x konnte eine abgespeckte Variante der Win32-API nachinstalliert werden, Win32s, während Win16-Applikationen auch unter Windows-NT-Versionen weiterhin lauffähig waren. Erst in 64-Bit-x86-Versionen von Windows, also ab Windows XP x64 Edition bzw. Windows Vista x64, steht das Win16-API nicht mehr zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Windows 3.x Showcase. This is a collection of curated Windows 3.x software, meant to show the range of software products available for the 3.x Operating System in the early 1990s. In: Internet Archive. Abgerufen am 21. Mai 2018 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Manfred Bremmer: Windows 3.x – Microsoft stampft bestes Windows-Release ein. In: Computerwoche. IDG, 6. November 2008, abgerufen am 22. Mai 2018.
  2. Raymond Chen: For the Nitpickers: Enhanced-mode Windows 3.0 didn’t exactly run a copy of standard-mode Windows inside the virtual machine. In: The Old New Thing (Blog). 8. Februar 2013, abgerufen am 21. Mai 2018 (englisch).