Milo Đukanović

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Milo Đukanović (2010)

Milo Ðukanović (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i, kyrillisch Мило Ђукановић; * 15. Februar 1962 in Nikšić, SR Montenegro, Jugoslawien) ist ein montenegrinischer Politiker und seit dem 20. Mai 2018 zum wiederholten Mal Präsident Montenegros. Er war dies bereits zwischen 1998 und 2002 sowie mehrfach auch Premierminister seines Landes (1991–1998, 2002–2006, 2008–2010 und 2012–2016). Außerdem ist er seit 1997 Parteivorsitzender der Demokratischen Partei der Sozialisten Montenegros.

Im März 2018 kündigte Đukanović an, zu den montenegrinischen Präsidentschaftswahlen 2018 zu kandidieren.[1] Schon im ersten Wahlgang erreichte er am 15. April die absolute Mehrheit mit 53,9 % der Stimmen.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften trat Đukanović in den 1980er Jahren dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens bei, dem er bis zum Zerfall des Vielvölkerstaates als ZK-Mitglied angehörte. Nachfolgend wurde er in Montenegro Mitglied der Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) und 1991 Premierminister von Montenegro. Nach dem innerparteilichen Machtkampf gegen Momir Bulatović gelang es ihm schließlich auch, sich im Präsidentschaftswahlkampf 1998 knapp gegen ihn durchzusetzen. Da es ab diesem Zeitpunkt ständig Patt-Situationen zwischen Befürwortern der Unabhängigkeit und Befürwortern der staatlichen Gemeinschaft mit Serbien gab, entschloss er sich, wieder für das Amt des Premiers zu kandidieren, womit er bei den Parlamentswahlen 2002 dann auch erfolgreich war.

Sein selbst gesetztes Amtsziel, die Unabhängigkeit Montenegros, erreichte Đukanović durch eine Volksabstimmung am 21. Mai 2006, bei der sich eine 55,5-prozentige Mehrheit der montenegrinischen Wähler für die Trennung von Serbien aussprach.

Am 3. Oktober 2006 erklärte Ðukanović, dass er nicht mehr für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren werde, blieb jedoch Vorsitzender seiner Partei und Parlamentsabgeordneter. Als Nachfolger im Amt des Premierministers wurde Željko Šturanović vorgeschlagen, der als enger Verbündeter Ðukanovićs galt und Justizminister in dessen Kabinett war.

Als Šturanović Anfang 2008 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärte, kehrte Ðukanović ins Amt des Ministerpräsidenten zurück.[3] Das Parlament bestätigte am 29. Februar 2008 seine Nominierung durch den Staatspräsidenten.[4] Seine Partei erreichte bei den folgenden Parlamentswahlen am 29. März 2009 mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen und gewann zum sechsten Mal die Parlamentswahl in Montenegro. Er versprach seinen Anhängern, das Land nun schnellstmöglich in die Europäische Union und die NATO führen zu wollen.[5]

Italien und Deutschland betrieben Ermittlungen gegen Ðukanović wegen Zigarettenschmuggels. Italien stellte diese 2009 ein.[6]

Am 21. Dezember 2010 gab Đukanović seinen Rücktritt als Premierminister bekannt. Als Nachfolger schlug er den bisherigen Finanzminister Igor Lukšić vor. Nach dessen Wahl durch das montenegrinische Parlament fand die Amtsübergabe am 29. Dezember 2010 statt.[7] Đukanović blieb aber weiterhin Vorsitzender der DPS.[8]

Nachdem seine Partei bei der Parlamentswahl vom 14. Oktober 2012 wiederum stärkste Kraft wurde, wählte das Parlament von Montenegro[9] Đukanović am 4. Dezember ein weiteres Mal zum Ministerpräsidenten.

Nach der Parlamentswahl am 16. Oktober 2016, die keine klaren Mehrheiten brachte, trat Đukanović als Ministerpräsident zurück. Als Nachfolger bestimmte er seinen engen Vertrauten und bisherigen Stellvertreter Duško Marković.[10]

Am 15. April 2018 wurde Đukanović erneut zum Staatspräsidenten Montenegros gewählt.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Milo Đukanović – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Milo Đukanović to run for Montenegro's President. In: IBNA. 20. März 2018, abgerufen am 20. März 2018.
  2. http://rezultati.dik.co.me/
  3. Return of Djukanovic in power, shift of ministers. Limun.hr
  4. Djukanovic zum dritten Mal Regierungschef in Montenegro. In: Neue Zürcher Zeitung, 29. Februar 2008.
  5. vgl. Djukanovic gewinnt erneut Parlamentswahl bei focus.de, 30. März 2009
  6. Kleine Anfrage der Grünen vom 9. Oktober 2010 (PDF) Frage 17
  7. Montenegros Nummer Eins zurückgetreten. In: Deutsche Welle. 21. Dezember 2010, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  8. Biografie auf der Website der DPS; abgerufen am 28. Januar 2012.
  9. gemäß Artikel 103 der Verfassung von 2007, Volltext (PDF)
  10. deutschlandfunk.de
  11. Montenegro: Präsidentenwahl endet mit klarem Sieg Djukanovics. Abgerufen am 16. April 2018.