Monteverdi-Chor Hamburg

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Monteverdi-Chor Hamburg
Monteverdi-Chor Februar2012.jpg
Sitz: Hamburg / Deutschland
Gründung: 1955
Gattung: Gemischter Chor
Gründer: Jürgen Jürgens
Leitung: Gothart Stier
Stimmen: 60 (SATB)
Website: http://www.monteverdi-chor.de

Der Monteverdi-Chor Hamburg ist einer der bekanntesten deutschen Konzertchöre, der unter seinem Gründer und langjährigen Leiter Jürgen Jürgens durch richtungweisende Schallplattenaufnahmen und Wettbewerbspreise international bekannt wurde. Seit 1994 ist der Leipziger Dirigent Gothart Stier künstlerischer Leiter des Chores.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Monteverdi-Chor Hamburg wurde im Jahre 1955 von Jürgen Jürgens als „Chor am Italienischen Kulturinstitut“ gegründet. Im gleichen Jahr wurde er auf Anregung des Institutsleiters in „Monteverdi-Chor“ umbenannt, zu einem Zeitpunkt als Claudio Monteverdi ein weitgehend unbekannter Komponist war. Seit 1961 gehört der Chor zur Akademischen Musikpflege der Universität Hamburg an, deren Leitung Jürgen Jürgens als Universitäts-Musikdirektor von 1961 bis 1993 innehatte.

Nach vier Jahren intensiver Aufbauarbeit konnte der Monteverdi-Chor 1959 beim Internationalen Chorwettbewerb in Arezzo (Italien) zum ersten Mal einen 1. Preis gewinnen. 1962 folgte ein weiterer 1. Preis beim Internationalen Chorwettbewerb in Lille (Frankreich). Danach begann für den Chor eine im Bereich der Amateurmusik beispiellose internationale Karriere.

In Zusammenarbeit mit Gustav Leonhardt, Nikolaus Harnoncourt, Frans Brüggen und Eduard Melkus entstanden für das Label Das Alte Werk der Teldec und die Archiv Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft zahlreiche wegweisende Schallplattenaufnahmen, die mit Preisen ausgezeichnet wurden und den Chor international bekannt machten. Einladungen zu Musikfestivals im In- und Ausland folgten und führten den Chor in fast alle Länder West- und Ost-Europas, in den Vorderen Orient, in die USA, nach Mittel- und Lateinamerika, Süd-Ost-Asien, China und Australien.

Nach dem plötzlichen Tod von Jürgen Jürgens im August 1994 übernahm der Leipziger Dirigent und ehemalige Konzertsänger Gothart Stier die künstlerische Leitung des Monteverdi-Chores.

Repertoire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Repertoire des Chores umfasst die gesamte Palette der Chormusik von der Renaissance bis zur Gegenwart. In seiner Chorarbeit setzt Gothart Stier die Tradition des Monteverdi-Chores fort, dessen Schwerpunkt die a-cappella-Arbeit ist, und hat das Spektrum des Chores in seinem Sinne erweitert. So konnte er auch mit seinen Aufführungen großer klassischer und romantischer Chorsinfonik von Bach bis Verdi in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Staatsorchester Halle, dem Mitteldeutschen Kammerorchester, dem Neuen Bachischen Collegium Musicum Leipzig und Mitgliedern des Gewandhausorchesters Leipzig, die teilweise auf CD dokumentiert sind, im In- und Ausland Erfolge feiern.

Konzert-Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hamburg ist der Monteverdi-Chor in den letzten Jahren vergleichsweise wenig präsent. Umso größer ist die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die der Chor als kultureller Botschafter Hamburgs bei seinen Gastspielreisen im In- und Ausland erfährt.

Die bisherigen Höhepunkte der Chorarbeit mit Gothart Stier waren:

CD-Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schallplattenpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grand Prix du Disque Paris: Monteverdi: Marien-Vesper; Telemann: Tag des Gerichts; Monteverdi: L’Orfeo; Scarlatti: Madrigale
  • Grand Prix du Disque Bruxelles: Bach: Trauerode
  • Prix St. Cecile Belgique: Monteverdi: L’Orfeo
  • Preis der Englischen Schallplattenkritik: Monteverdi: Marien-Vesper; Telemann: Tag des Gerichts
  • HIFI Schallplatte des Jahres USA: Monteverdi: Marien-Vesper
  • Sound and records USA – The years best recordings: Brahms: Geistliche und weltliche Chormusik; Monteverdi: Marien-Vesper; Italienische Chormusik der Gegenwart
  • Disco la Plata Argentina: In dulci jubilo

Wettbewerbspreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Concorso Polifonico Internazionale “Guido d’Arezzo”, Arezzo (Italien)
    • 1958: 3. Preis Folklore
    • 1959: 1. Preis Gemischter Chor
    • 1960: 2. Preis Gemischter Chor
    • 1964: 2. Preis Gemischter Chor & 2. Preis Männerchor
    • 1967: 2. Preis Gemischter Chor
    • 1968: 2. Preis Gemischter Chor & 2. Preis Männerchor
    • 1970: 3. Preis Gemischter Chor
    • 1972: 2. Preis Männerchor & 2. Preis Frauenchor
    • 1977: 1. Preis Gemischter Chor & 3. Preis Folklore
    • 1983: 3. Preis Männchor
  • Béla Bartók-Chorwettbewerb, Debrecen (Ungarn)
    • 1958: 2. Preis Gemischter Chor
    • 1970: 3. Preis Folklore
  • Festival International de Chant Chorale, Lille (Frankreich)
    • 1959: 1. Preis Gemischter Chor
  • Internationaler Chorwettbewerb, Varna (Bulgarien)
    • 1977: 2. Preis Kammerchor
  • Internationaler Rundfunkchor-Wettbewerb, Brünn (CSSR)
    • 1971: 1. Preis für den Sender Freies Berlin
  • Internationaler Rundfunk-Wettbewerb Let the Peoples Sing
    • 1976: 1. Preis für den Sender Freies Berlin - Gemischter Chor
    • 1982: 1. Preis für den Sender Freies Berlin - Großer Chor
    • 1986: 1. Preis für den Sender Freies Berlin - Großer Chor & 1. Preis - Männchor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Redaktion Aluan: Brahms-Medaille - Die Preisträger.