Mosche Jaalon

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Mosche Jaalon (2006)

Mosche „Bogie“ Jaalon (hebräisch ‏משה יעלון‎, [mɔʃɛ jaˈaːloːn]; * 24. Juni 1950 in Kirjat Chaim in Nord-Israel als Moshe Smilansky) ist seit März 2013 israelischer Verteidigungsminister. Er war Mitglied der Likud-Partei und wechselte in die Partei Likud Jisra’el bejtejnu.

Vorher war er General der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Vom 9. Juli 2002 bis zum 1. Juni 2005 bekleidete er das Amt als Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Von 31. März 2009 bis 18. März 2013 war Mosche Jaalon Vize-Premierminister und Minister für strategische Aufklärung.

Leben[Bearbeiten]

1968 begann er seinen Dienst in der Nachalbrigade in einem Fallschirmregiment. Er nahm am Jom-Kippur-Krieg teil und wurde danach Offizier. Nach einer Reihe von Kommando-Posten in der Israelischen Fallschirmjäger-Brigade war er 1978 in der Operation Litani Kommandeur der Aufklärungsabteilung der Fallschirmjägerbrigade. Er war auch Kommandeur in der Eliteeinheit Sayeret Matkal. Von 1979 bis 1982 kämpfte er im Libanonkrieg, zuletzt als stellvertretender Kommandeur der Fallschirmbrigade. Kurz vor Ende seiner Dienstzeit wurde er im Libanon verwundet.

1986 ging er nach Camberley in Großbritannien und besuchte dort das Staff College. Nach Beendigung eines Politikstudiums an der Universität Haifa wurde er im Februar 1990 schließlich Kommandeur der Fallschirmjägerbrigade.

Jaalon war an der Tötung von Chalil al-Wasir alias Abu Dschihad, dem Vize-Chef der PLO und damit Vertreter von Arafat, am 16. April 1988 beteiligt. [1]

In Juni 1995 übernahm Jaalon schließlich die Leitung des Militärgeheimdienstes Aman und wurde zum Aluf ernannt. Am 15. September 2000 wurde er stellvertretender Generalstabschef und zwei Jahre darauf Generalstabschef der israelischen Armee.

In einem unerwarteten Schritt erklärte Verteidigungsminister Schaul Mofaz am 15. Februar 2005, dass er Jaalons Amtszeit nicht um ein weiteres Jahr verlängern würde, was die übliche Praxis gewesen wäre. Auf diese Weise hat Jaalon, der politisch als rechts angesehen wird, bereits vor dem angekündigten Abzug aus dem Gaza-Streifen im Sommer 2005, den er kritisch beurteilte, Platz für einen Nachfolger gemacht. Die Entscheidung wurde, vor dem Hintergrund des Trennungsplanes, von höheren Offizieren des Generalstabs sowie beiden Seiten des politischen Spektrums äußerst negativ kommentiert und als Schwächung der nationalen Sicherheit dargestellt, zumal der Direktor des Inlandgeheimdienstes Schin Bet Avi Dichter ebenfalls bereits im Mai 2005 abgelöst wurde.

Am 1. Juni 2005 wurde Jaalon von General Dan Chalutz abgelöst.

Einige Äußerungen, die Jaalon während der Al-Aqsa-Intifada in der Öffentlichkeit gemacht hat, gelten im zeitgeschichtlichen Kontext als umstritten. So sagte er beispielsweise am 27. August 2002 der israelischen Zeitung Haaretz:

„die palästinensische Bedrohung besitzt krebs-ähnliche Eigenschaften, die abgetrennt werden müssen. Es gibt die verschiedensten Therapiemöglichkeiten gegen Krebs. Einige sagen, es ist notwendig, Organe zu amputieren, aber im Moment verwende ich die Chemotherapie.“

Am 17. November 2008 wurde bekannt, dass Jaalon Mitglied der Partei Likud wird und sich für die Wahlen 2009 bewerben will. Er gewann den achten Platz auf der Liste der Partei Likud und wurde Abgeordneter der Knesset. Die Partei holte sich insgesamt 27 Sitze. In der zweiten Regierung Netanjahu war er von 31. März 2009 bis 18. März 2013 Vize-Premierminister (neben Silvan Shalom) und Minister für strategische Aufklärung. Die Regierungskoalition umfasste die Partei Jisra'el Beitenu von Avigdor Lieberman, die Arbeitspartei mit dem Parteichef Ehud Barak und die orthodoxen Shas-Partei.

Anfang Oktober 2009 sagte Mosche Jaalon eine Reise nach Großbritannien ab. Er befürchtete eine Verhaftung wegen Kriegsverbrechen. 2002 war er als Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte maßgeblich an der Tötung eines Hamas-Führers beteiligt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mosche Jaalon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel Online vom 1. November 2012: Anschlag vor 25 Jahren: Israel gesteht Tötung von Arafat-Vize Abu Dschihad
  2. Jaalon sagt Reise ab,süddeutsche.de
Vorgänger Amt Nachfolger
Schaul Mofaz Generalstabschef der israelischen Streitkräfte
2002–2005
Dan Chalutz