Motzenrode

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Motzenrode
Gemeinde Meinhard
Koordinaten: 51° 14′ 8″ N, 10° 2′ 20″ O
Höhe: 271 (267–293) m ü. NHN
Fläche: 4,08 km²[1]
Einwohner: 156 (Sep. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 37276
Vorwahl: 05651

Motzenrode ist ein Ortsteil der Gemeinde Meinhard im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motzenrode liegt 3,7 km nordnordwestlich von Grebendorf, dem Gemeindesitz von Meinhard. Es befindet sich zwischen den Bergen der Gobert, in dem sich die Hessische Schweiz bei Meinhard ausbreitet und liegt am rechtsseitigen Werra-Zufluss Mühlbach (auch Motzbach genannt). Durch das Dorf führt die Landesstraße 3403, die von Hitzelrode durch Motzenrode und Jestädt zur Bundesstraße 249 verläuft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ölmühle bei Motzenrode. Ein Gemälde von Wilhelm Schott

1451 waren 6/8 mit dem Gericht Lehen der Herren von Dörnberg, weiterhin besaßen die Herren von Welden und von Hundelshausen je 1/8. Nachdem die Herren von Eschwege schon dortige Güter zu Lehen getragen hatten, erwarben sie 1490 Motzenrode mit Gericht, Recht und allem Zubehör. 1498 erwarben die Herren von Boyneburg-Hohenstein die Besitzungen der Herren von Eschwege. Sie verbanden diese mit ihrem bisherigen braunschweigischen Lehenbesitz des Gerichts Jestädt. Motzenrode kam 1654 mit diesem zum landgräflichen Amt Bischhausen.[1] Ab 1821 gehörte der Ort zum Kreis Eschwege.

Am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Motzenrode in die Gemeinde Meinhard eingegliedert.[3]

Motzenroder Ölmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motzendorfer Ölmühle, auch als Untermühle bekannt. stammt aus dem Jahr 1789. Sie stand am westlichen Ortsausgang und bezog ihr Wasser aus dem Mühlbach. Dieser entspringt in der Nähe des Hohensteins. Früher gab es neun Wassermühlen im sogenannten Motzenbachtal. Die Ölmühle wurde mit einem oberschlächtigen Mühlrad von 5,50 m Durchmesser und mit 0,65 m Breite angetrieben und bis 1940 betrieben, das Wasserrecht erlosch im August 1940.[4] Kurioserweise ist das Bild der Wassermühle auf dem Umschlag des Buches Mühlen der Eifel.[5] Neben dieser Mühle gab es noch die Mittel- oder Obermühle, auch als Grießmühle bezeichnet, obwohl der Name nichts mit Grieß zu tun hatte, sondern nach ihrem Besitzer Gries benannt war.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Joachim Bodenbach: Mühlen der Eifel-Bemerkungen zu einem Eifelbuch. In: Neues Trierisches Jahrbuch 1990, 38. Band (49. Band alter Folge). Herausgegeben vom Verein Trierisch im Selbstverlag, Trier 1998, hier: S. 251-261, mit 5 Abb. [Dabei handelt es sich um eine kritische Untersuchung zum Mühlenbild auf der Umschlagsseite des Buches: Erich Mertes, Band I: Mühlen der Eifel. Geschichte-Technik-Untergang. Helios-Verlag, Aachen, 2. erw. Auflage, Aachen 1995. In Wirklichkeit keine Eifelmühle, sondern die ehemals im weit entfernt gelegenen nordosthessischen Altkreis Eschwege [heute Werra-Meißner-Kreis] gelegene Ölmühle bei Motzenrode.]
  • Hans Joachim Bodenbach: Eine hessische Wassermühle in der Eifel?-Bemerkungen zu einem Eifelbuch. Eine Glosse in: Denkmalpflege&Kulturgeschichte, Landesamt für Denkmalpflege Hessen 1/2000, Wiesbaden 2000, S. 62-64, 5 Abb., (davon 2 Abb. in Farbe)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Motzenrode, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 25. Januar 2016)
  2. Einwohnerzahlen der Ortsteile im Haushaltsplan 2015 der Gemeinde Meinhard (Vorbericht Seite 2), abgerufen im Februar 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 389.
  4. Wasserbuchakte des Reg.-Präs. Kassel-38/1 WNr. 98 Eschwege
  5. Hans Joachim Bodenbach: Mühlen der Eifel, Bemerkungen zu einem Eifelbuch in Neues Trierisches Jahrbuch 1998, S. 251–261, 5 Abb., 1 Karte