Namibischer Befreiungskampf

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Namibischer Befreiungskampf
Karte vom Kriegsgebiet
Karte vom Kriegsgebiet
Datum 1960 bis 1989
Ort Namibia, Angola
Ausgang freie Wahlen; Sieg durch die SWAPO
Folgen Unabhängigkeit Namibias (21. März 1990)
Konfliktparteien

Flag of South West Africa People's Organisation.svg SWAPO
(People’s Liberation Army of Namibia)

Flag of South Africa (1928-1994).svg Südafrika
(South African Defence Force, South West African Territory Force)

Befehlshaber

diverse

diverse


Der Namibische Befreiungskampf, auch Namibischer Unabhängigkeitskampf (englisch Namibian liberation struggle/war), bezeichnet den Guerillakrieg zur Erlangung der Unabhängigkeit Südwestafrikas, heute Namibia. Hierbei kämpfte zwischen 1960 und 1989 die „People’s Liberation Army of Namibia“ (PLAN), als militärischer Zweig der Südwestafrikanischen Volksorganisation (SWAPO) gegen die südafrikanische Besatzung.

Hintergrund, Vorgeschichte und Kampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namibia war von 1884 bis 1915 als Deutsch-Südwestafrika deutsche Kolonie, wurde von 1915 bis 1919 von Großbritannien und Südafrika informell verwaltet, stand zwischen 1919 und 1946 als Mandatsgebiet des Völkerbundes unter Verwaltung der Südafrikanischen Union, wurde 1946 Treuhandgebiet der UNO und stand schließlich de jure seit 1966 unter eigener Verwaltung. Südafrika akzeptierte dies nicht und betrachtete Namibia als 5. Provinz Südafrikas.[1][2]

Mit der Resolution 435 des UN-Sicherheitsrates rief die UNO 1978 zum Rückzug der illegalen Verwaltung Südafrikas in Namibia auf.[3] Der Krieg steht in engem Zusammenhang mit dem Südafrikanischen Grenzkrieg zwischen 1966 und 1989, in dem Südafrika, die União Nacional para a Independência Total de Angola (UNITA) sowie die Regierung Angolas mit ihrem Verbündeten Kuba sowie die SWAPO involviert waren.

PLAN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die People’s Liberation Army of Namibia (PLAN) (ehemals „South West African Liberation Army“) war der militärische Zweig der SWAPO.[4]

PLAN begann seine ersten Angriffe gegen das südafrikanische Militär am 26. August 1966 bei Omugulugwombashe. Später erfolgten Angriffe vor allem von ihren Basen in Sambia und Angola. Nach der Unabhängigkeit wurden die Kämpfer in die Namibian Defence Force integriert.

Zu den Angehörigen der PLAN zählten:

Ausgang und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Krieg wurde mit den ersten allgemeinen und gleichen Parlamentswahlen im November 1989 (vorher waren nur die Weißen wahlberechtigt gewesen) und der Unabhängigkeit Namibias am 21. März 1990 beendet.[5]

Die Enklave Walvis Bay, die historisch nicht zu Südwestafrika gehört hatte, wurde als letzter Schritt 1994 an Namibia übergeben.

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 26. August ist als Heldentag ein gesetzlicher Feiertag in Namibia. Der Cassinga-Tag, ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag, erinnert an den Angriff auf Cassinga von 1978.

Weiterhin wurden verschiedene Denkmäler landesweit zur Erinnerung an den Freiheitskampf errichtet. Hierzu zählen unter anderem der Heldenacker bei Windhoek sowie der Eenhana-Schrein in Nordnamibia.

Der Text der namibischen Nationalhymne behandelt ebenfalls den Freiheitskampf.

Zur Unterstützung der Kriegsveteranen wurde 2006 das Ministerium für Veteranenangelegenheiten gegründet, dass seit März 2015 dem Vize-Staatspräsidenten Namibias untersteht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cleophas Johannes Tsokoday: Namibia's Independence Struggle. The Role of the United Nations. Xlibiris Corporation, USA 2011, ISBN 978-1-4568-5291-7. (Leseprobe)
  • iz3w (Hrsg.): Altlasten - Namibias langer Weg in die Unabhängigkeit. informationszentrum dritte welt, Freiburg 2007.
  • Henning Melber: Re-examining Liberation in Namibia: Political Cultures Since Independence. Nordic Africa Institute, 2003, ISBN 978-9171065162.
  • Colin Leys, Susan Brown: Namibia's liberation struggle: the two-edged sword. J. Curry, London 1995, ISBN 0-8214-1103-9.[6]
  • David Lush: Last Steps to Uhuru: An Eye-witness Account of Namibia's Transition to Independence. New Namibia Books, Windhoek 1993, ISBN 978-9991631127.
  • Tido Spranger: Der Weg Namibias in die Unabhängigkeit. Diplomarbeiten Agentur diplom.de, 1993, ISBN 978-3838601403.
  • Mbumba, Patemann, Katjivena: Ein Land, eine Zukunft. Namibia auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1988.
  • Wolfgang Leumer: Namibia - auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung: Arbeiten aus der Abteilung Entwicklungsländerforschung. Nr. 60, Bonn 1978.
  • Eugen Fehr: Namibia. Befreiungskampf in Südwestafrika. Stein/Nürnberg, Nürnberg 1973.
  • Rachel Valentina Nghiwete: Valentina: The Exile Child: An autobiography by Rachel Valentina Nghiwete. V.E.E.M House of Publishing, Windhoek 2010, ISBN 978-0-578-05044-7.[7]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. V. O. Bulkeley: The Mandated Territory of South-West Africa. In: Ellen Hellmann, Leah Abrahams (Hrsg.): Handbook on Race Relations in South Africa. Oxford University Press, Cape Town/ London/ New York 1949, S. 755–756
  2. SAIRR: A Survey of Race Relations in South Africa 1968. Johannesburg 1969, S. 307
  3. Horace Campbell: The Military Defeat of the South Africans in Angola. In: Monthly Review, 2013, Vol. 64, Heft 11 (April), online auf www.monthlyreview.org (englisch)
  4. Britannica Online Encyclopedia: Peoples Liberation Army of Namibia, or PLAN (army of SWAPO). auf www.britannica.com (englisch)
  5. "Namibian Voters Deny Total Power to SWAPO," by Michael Johns, The Wall Street Journal, 19. November 1989.
  6. bibliographischer Nachweis
  7. bibliographischer Nachweis