Naturtheater Renningen

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Logo des Naturtheaters Renningen

Das Naturtheater Renningen ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein zur Förderung der Kunst und Kultur. Die Freilichtbühne befindet sich am Ortsrand von Renningen in einem alten Steinbruch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulisse in der Spielzeit 2011
Spielzeit 2012: Der Bürger als Edelmann
Spielzeit 2012: Rumpelstilzchen
Spielzeit 2013: Pension Schöller
Spielzeit 2013: Kalif Storch

Das Naturtheater Renningen entwickelte sich aus dem ehemaligen Verein der „Wander- und Musikfreunde Edelweiß Renningen e. V.“ (im Volksmund „Mandolinenclub“ genannt). In dem 1925 gegründeten Verein bestand seit 1948 eine Theatergruppe, die ein bis zwei mal pro Jahr Saalaufführungen einstudierte. Am 25. Januar 1954 fasste der Vorstand den Beschluss, auf dem privaten Gelände einiger Vorstandsmitglieder im ehemaligen Steinbruch am Längenbühl eine Freilichtbühne einzurichten. Auf dem Gelände wurde früher Schilfsandstein abgebaut und in den umliegenden Städten und Gemeinden zum Hausbau verwendet. Der heutige Zuschauerraum liegt auf der damaligen Abraumhalde des Steinbruchs. Der „Betrieb Naturtheater“ nahm die Vereinsmitglieder so sehr in Anspruch, dass für Mandolinenspiel und Wandern keine Zeit mehr übrig blieb. Deshalb gab sich der Verein eine neue Satzung und einen neuen Namen. Am 28. Juni 1954 hatte dann das Naturtheater Renningen seine erste Premiere mit dem Stück „Die Orgelmacher“. Dabei wirkten insgesamt 40 Schauspieler mit.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturtheater Renningen liegt in der Nähe der Bundesstraße 295 Leonberg – Renningen – Weil der Stadt. Die Ausfahrt ist an der B295 ausgeschildert. Vom Parkplatz aus gelangt man das letzte Stück zu Fuß bis zur Waldlichtung – sie bietet die einzigartige Naturkulisse für die Aufführungen. Der Verein hat noch eine „echte“ Naturbühne, weder die 35 m breite und 15 m tiefe Bühne noch der Zuschauerraum haben eine Überdachung. Der Zuschauerraum umfasst 748 nummerierte Sitzplätze; mit Hilfe von Notbänken können bei einer Vorstellung bis zu 900 Zuschauer Platz finden. 1989 wurde das Vereinsheim rechts der Bühne gebaut, 2004 folgte das Lager-/ Technikhaus. Die Mitglieder des Technikteams haben von hier seit der Saison 2006 den notwendigen Überblick, um Beleuchtung, Musikeinlagen und pyrotechnische Effekte zu steuern. Das Lager-/Technikhaus wurde von zwei Künstlern aufwändig bemalt und ist zum Markenzeichen für das Naturtheater Renningen geworden.

Der Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturtheater zählt ca. 170 Mitglieder. Alle Rollen werden von Amateurschauspielern gespielt; professionelle Regisseure sorgen für eine ausgefeilte perfekte Inszenierung. Choreografie, Musik, Kostümentwurf und Kulissenmalerei werden ebenfalls von Profis erledigt. Die zahlreichen Aufgaben „hinter den Kulissen“ werden von Vereinsmitgliedern und weiteren Helfern übernommen.

Die Inszenierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm richtet sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene. Jährlich werden zwei Stücke inszeniert, die dann in den Sommermonaten von Ende Juni bis Ende August aufgeführt werden. Pro Jahr besuchen etwa 10.000 Theaterfreunde die Vorstellungen; pro Spielsaison finden 24–26 Aufführungen statt. Für Erwachsene werden Komödien und Schauspiele aufgeführt; die Entwicklung geht hin zu Stücken mit einer Aussage, wobei Humor und Witz nicht zu kurz kommen. Seit 1984 werden für die Kinder klassische Märchen einstudiert wie „Rapunzel“, „Tischlein deck Dich“, „Aladin und die Wunderlampe“, „Der gestiefelte Kater“ oder auch modernere Stücke, wie z. B. „Die kleine Hexe“, „Die Schatzinsel“ usw.

Förderung des Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für angehende und auch langjährige Spieler werden Workshops mit den Profiregisseuren angeboten; in der spielfreien Zeit gibt es professionellen Schauspielunterricht. Auch die Kinder- und Jugendarbeit ist wichtiger Bestandteil des Vereins. Schon seit vielen Jahren gibt es für das Kinderstück eine Gruppe von Kids und Jugendlichen, die als „Bande“ mitspielt, z. B. die Feen bei „Dornröschen“, die Kinder eines Armenhauses bei „Der Gestiefelte Kater“, die begleitenden Hühner bei den „Bremer Stadtmusikanten“, die Piraten bei der „Schatzinsel“ usw. Die Kids und Jugendlichen können damit zunächst das Theaterspielen ausprobieren und den Theaterbetrieb kennenlernen. Nach einigen aktiven Spielzeiten wachsen viele in größere Rollen hinein, übernehmen Verantwortung mit Sprechrollen und/oder theaterinterne Funktionen.

Märchenwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Spielzeit 2006 wird vom Naturtheater Renningen ein neues Lager-/Technikhaus genutzt. Schon während der Planungs- und Bauzeit entstand die Idee, seine Außenwände mit einer künstlerischen Fassadenbemalung der Umgebung anzupassen und dafür entwickelten die Kulissenmaler Jochen Stahl und Silvia Carboni ein Konzept unter dem Motto „Theater im Märchenwald“. Durch die Lage des Naturtheaters Renningen inmitten einer Waldlichtung wurden sie inspiriert: archetypische Figuren aus der Theater- und Märchenwelt sollen in möglichst zeitloser Darstellung die Fassade des Lager- und Technikhauses beleben. Märchenmotive (stellvertretend für Kinderstücke) und Theatermotive (stellvertretend für Abendstücke) wurden in unterschiedlich große Medaillons gemalt. Die Medaillons werden von Weinlaub umrankt, das aus Füllhörnern wächst. Am 28. Februar 2008 wurde das Kunstwerk der Presse und den Sponsoren vorgestellt.

Liste der Aufführungen seit 1954[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater am Abend Autor Spielzeit Theater für die Familie Autor
Robin Hood Monika Wieder 2017 Aschenputtel Grimms Märchen
Der Himmel kann warten Manfred Eichhorn 2016 Der Zauberer von Oz Lyman Frank Baum
Der Revisor Nikolai Gogol 2015 Jim Knopf Michael Ende
Jeppe vom Berge Ludvig Holberg 2014 Schneewittchen Birgit Hein, Heiner Schnitzler
Pension Schöller Wilhelm Jacoby und Carl Laufs 2013 Kalif Storch Birgit Hein
Der Bürger als Edelmann Jean-Baptiste Molière 2012 Rumpelstilzchen Birgit Hein
Das Kaffeehaus Carlo Goldoni 2011 Peter Pan James M. Barrie
Arsen und Spitzenhäubchen Joseph Kesselring 2010 Die kleine Hexe Otfried Preußler
Der Tod im Birnbaum Manfred Eichhorn 2009 Die Schatzinsel Birgit Hein
Nussknacker und Compagnie Jochen Wiltschko 2008 Die Bremer Stadtmusikanten Heiner Schnitzler
Das perfekte Brautkleid Heidi Mager 2007 Dornröschen Heiner Schnitzler
Familienkrach im Doppelhaus Dieter Adam 2006 Der gestiefelte Kater Heiner Schnitzler
Kaninchen können’s besser Heiner Schnitzler 2005 Ala-Din und die Wunderlampe Heiner Schnitzler
Die Diamanten der Dora Dinkel Horst Helfrich 2004 Peterchens und Annelieses Mondfahrt Heiner Schnitzler
Das Wirtshaus im Spessart Wilhelm Hauff 2003 Rapunzel Heiner Schnitzler
Pension Schöller Wilhelm Jacoby und Carl Laufs 2002 Die Prinzessin auf der Erbse nach Grimms Märchen
Ein Sack voll Abenteuer - 2001 Des Kaisers neue Kleider nach Grimms Märchen
Eine verrückte Familie - 2000 König Drosselbart nach Grimms Märchen
Frauenpower - 1999 Das tapfere Schneiderlein nach Grimms Märchen
Der Camping-Casanova - 1998 Schneewittchen und die 7 Zwerge Grimms Märchen
Das schwäbische Paradies - 1997 Die drei Rätsel des Feuerfalken -
Wer zuletzt lacht - 1996 Die Gänsehirtin am Brunnen Grimms Märchen
Die fünf Karnickel - 1995 Der Zauberwald -
Die verflixte Sonnwendnacht - 1994 Kaspar und die Honigdiebe -
Für die Katz - 1993 Die Bremer Stadtmusikanten nach Grimms Märchen
Drei tolle Väter - 1992 Dornröschen Grimms Märchen
Maximilian der Starke - 1991 Aschenputtel Grimms Märchen
Das Wirtshaus im Spessart Wilhelm Hauff 1990 Rumpelstilzchen Grimms Märchen
Familienkrach im Doppelhaus - 1989 Frau Holle Grimms Märchen
Der Hochstapler - 1988 Tischchen deck Dich Grimms Märchen
Das rosarote Geheimnis - 1987 Hänsel und Gretel Grimms Märchen
Der schwarze Hannibal - 1986 Der kleine Rübezahl -
Die drei Dorfheiligen - 1985 Der gestiefelte Kater Grimms Märchen
Der Gockelkrieg - 1984 Der Räuber Hotzenplotz nach Otfried Preußler
Wenn der Hahn kräht - 1983
Der kühne Schwimmer - 1982
Siebzehn und zwei - 1981
Der Pleitegeier - 1980
Die Junggesellensteuer - 1979
Die Pfingstorgel - 1978
Krach um Jolante - 1977
Anton zieh die Bremse an - 1976
Alte Liebe rostet nicht - 1975
Hurra ein Junge - 1974
Der keusche Lebemann - 1973
Alles für die Katz - 1972
Liliom - 1971
Bezauberndes Fräulein - 1970
Dr. med. Hiob Prätorius - 1969
Die Räuber Friedrich Schiller 1968
Der fröhliche Weinberg Carl Zuckmayer 1967
Das Weibsteufel - 1966
Im weißen Rößl Ralph Benatzky 1965
Die deutschen Kleinstädter August von Kotzebue 1964
Alt Wien - 1963
Der Verschwender Ferdinand Raimund 1962
Der Leonberger Landtag - 1961
Die Weiber von Schorndorf - 1960
Der Baumeister Gottes - 1959
Schinderhannes Carl Zuckmayer 1958
Bettler vor dem Kreuz - 1957
Die Pfingstorgel Alois Johannes Lippl 1956
Rosalinde - 1955
Die Orgelmacher - 1954

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]