Nausis (Neukirchen)

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Nausis
Koordinaten: 50° 50′ 24″ N, 9° 21′ 53″ O
Höhe: 271 m ü. NHN
Fläche: 4,54 km²[1]
Einwohner: 280 (16. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34626
Vorwahl: 06694

Nausis ist ein Stadtteil von Neukirchen (Knüll) im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nausis liegt etwa 3,5 km südöstlich des Zentrums der Neukirchener Kernstadt am Rand des Knüllgebirges auf rund 280 m ü. NN. Durch den Ort fließt die Grenff (auch Grenf genannt), in die im Dorf linksseits der Fischbach und unterhalb davon rechtsseits der Damersbach münden.

Durch Nausis verläuft die Landesstraße 3158. Der öffentliche Nahverkehr wird wochentags durch Busse des Nahverkehrs Schwalm-Eder im Auftrag des NVV durchgeführt, es verkehrt die Buslinie 479.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1162 erstmals urkundlich in den Güterregistern des Klosters Immichenhain erwähnt.[1] Der Ort gehörte bis 1360, möglicherweise auch 1367, bis zur Bildung des Gerichts Neukirchen zum Gericht auf den Wasen und zum Amt Ziegenhain. In den Jahren 1308 und 1326 bestätigen die Herren von Rückershausen, dass sie ihre Güter und Einkünfte an das Kloster Immichenhain verkauft haben. 1318 verleiht das Kloster seinen Besitz in Nausis erblich an Dietrich (genannt de Berenbach). 1358 erhielt das Kloster eine Gülte für das Geleuchte des Klosters, die für das Geleuchte des Klosters bestimmt ist. Das Kloster Hersfeld verpfändete 1364 und 1367 Einkünfte aus Nausis an das Kloster Immichenhain. 1473 einigte sich Landgraf Wilhelm I. von Hessen mit dem Kloster Immichenhain und den Männern des Dorfes darüber, dass diese mit erblichen Gütern belehnt wurden und diese dem Kloster hierfür die Mühle von Nausis zu überlassen hatten. Die Landgrafschaft Hessen wurde von allen Diensten befreit. Mit der Säkularisation des Klosters Immichenhain im Jahr 1527 fiel die Dorfmühle an die Landgrafschaft. Ab 1585 war der Zehnte in Nausis an die Landgrafschaft zu entrichten. Im Jahre 1749 verfügte diese Mühle über einen oberschlächtigen Mahl- und Schlaggang.

Ein Textilhersteller errichtete 1969 ein Werk im Ort, dass 1992 erweitert wurde.[3][4]

Im Vorgriff auf die Gebietsreform in Hessen vereinbarten Vertreter der Gemeinde Nausis am 22. Oktober 1971 mit der Stadt Neukirchen die Eingliederung in die Stadt mit Wirkung zum 31. Dezember 1971.[5] Diese Vereinbarung galt auch für den bis dahin zu Nausis gehörenden Ortsteil Wincherode. Mit Wirkung vom 1. Januar 1974 wurde Nausis als Stadtteil Neukirchens Teil des neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreises. Im Jahr 2007 lebten ca. 360 Einwohner im Stadtteil Nausis der Stadt Neukirchen.

Nausis hatte eine eigene Bahnstation an der ehemaligen Bahnstrecke Bad Hersfeld–Treysa, der Knüllwaldbahn, die am 31. Juli 1907 eröffnet wurde. Am 1. Juni 1984 stellte die Deutsche Bundesbahn den Personenverkehr auf der Strecke endgültig ein. Die Eisenbahnfreunde Treysa nutzten die stillgelegte Strecke noch für historische Dampfzugfahrten. Die Bahntrasse wurde nach ihrer Stilllegung seit September 2007 zu einem Radweg, dem Knüllwaldbahn-Radweg R 11 umgebaut.

Im Jahr 2012 feierte Nausis sein 850-jähriges Bestehen.

Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Nausis (Neukirchen).

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nueseze, (1162) (Reimer, Ortslexikon, S. 344); Nusezen, 1301; Nuwensesse, 1302; Nieder Nuwigisezi, 1308; Nusis, 1318; Nawses 1556.

Siedlungsplätze in der Gemarkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1667 wurde eine Fachwerkkirche in der Ortsmitte erbaut. Im Jahre 1905 wurde eine neue Kirche im neugotischen Baustil errichtet. Der Neubau wurde durch die Kaiserin Auguste Viktoria gefördert. Die Altarbibel trägt die Widmung der Kaiserin. Der Kirchturm besitzt vier kleine Nebentürmchen. Die alte Fachwerkkirche wurde nach dem Verkauf als Wohnhaus genutzt. Mittlerweile gilt sie als baufällig.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nausis gibt es eine Freiwillige Feuerwehr und mehrere Vereine, z. B. den Feuerwehrverein, den Schützenverein, die Dreschgenossenschaft, den Frauenverein, den Wasserleitungsverein und einige mehr.

Die Dreschgenossenschaft veranstaltet in jedem Sommer ein Treffen mit historischen landwirtschaftlichen Maschinen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen, S. 344.
  • HOL: Historisches Ortslexikon des Landes Hessen 5, 1991, S. 134 f.
  • Heinrich Daub, Helmut Reich, Heinrich Schlemmer: Die Kirche in Nausis 1905–2005, Kirchenvorstand der ev. Kirchengemeinde Nausis, Nausis 2005
  • Festschrift aus Anlaß des 800jährigen Bestehens der Gemeinde Nausis, 1962
  • Nausis in: Neukirchener Jahreshefte 2/1977 herausgegeben von Fritz Volze, Neukirchen 1977, S. 34ff
  • Hans-Dieter Herdt: Einwohner des Dorfes Nausis und des Hofes Wincherode in früherer Zeit, Genealogische Daten aus der Schwalm, Band II, Bonn-Bad Godesberg 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nausis (Neukirchen), Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 12. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. „Zahlen & Fakten“ im Internetauftritt der Stadt Neukirchen (Küll), abgerufen im August 2015
  3. Unternehmensgeschichte Elastic Textile Europe GmbH
  4. Pressebericht der HNA vom 3. Dezember 2010
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 412.
  6. „Bruchmühle, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. „Bruchhausen, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  8. „Damersbach, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).