Nehemiah Persoff

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Nehemiah Persoff (1960)

Nehemiah Persoff (* 2. August 1919 oder 1920 in Jerusalem, Palästina) ist ein US-amerikanischer Schauspieler sowie Maler. Zwischen 1948 und 1999 spielte er in fast 200 Film- und Fernsehproduktionen, meist in markanten Nebenrollen.

Schauspielkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nehemiah Persoffs genaues Geburtsjahr ist umstritten: Die meisten Quellen nennen das Jahr 1919, jedoch wird auch 1920 immer wieder genannt. Im Jahre 1929 wanderte der jüdische Persoff mit seinen Eltern von seiner Geburtsstadt Jerusalem in die Vereinigten Staaten aus, wo er zunächst das Hebrew Technical Institute von New York City besuchte. Seinen ersten Lebensunterhalt verdiente sich Persoff danach als Elektriker bei der New York City Subway, wo es seine Aufgabe war, die Signalleuchten zu warten. Sein Interesse galt jedoch schon immer der Schauspielerei, und bereits früh trat er in Laien-Theatergruppen auf. Seine persönliche Motivation, es auch als professioneller Schauspieler zu versuchen, so die spätere Begründung Persoffs, sei der aufkommende Antisemitismus in Europa gewesen, und die im Zuge dessen vorherrschende Meinung, dass Juden es zu nichts brächten.

Persoff gewann ein Stipendium für eine New Yorker Schauspielschule, und sollte im Cort Theatre sein Broadway-Debüt mit dem Kriegsdrama The Eve of St. Mark von Maxwell Anderson geben. Allerdings wurde er kurz vor der Premiere entlassen. Erst 1940 stand er in The Emperor's New Clothes erstmals auf der Bühne. 1942 musste Persoff wie andere Männer seinen Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg leisten und diente drei Jahre an europäischen Kriegsschauplätzen. Nach seinem Ausscheiden aus der United States Army wurde Persoff von der einflussreichen Schauspielerin Stella Adler entdeckt und gefördert. 1947 stand er in Charles Laughtons Bühnenproduktion Galileo von Bertolt Brecht wieder auf der Bühne und zählte im gleichen Jahr außerdem zu den ersten Schauspielschülern von Elia Kazan. 1948 erfolgte Persoffs Filmdebüt in Stadt ohne Maske unter Regie von Jules Dassin, in dem er allerdings nur eine kleine Rolle übernahm, die weder in den Credits erwähnt wurde, noch über Sprechtext verfügte.

Seine Karriere umfasst Rollen in fast 200 Fernsehserien und Spielfilmen. In den 1950er-Jahren hatte er unter anderem kleine Rollen in Elia Kazans Die Faust im Nacken – als Taxifahrer während Marlon Brandos berühmter „Contender“-Szene – oder in Alfred Hitchcocks Der falsche Mann in der Rolle des Gene Conforti. Vor allem aber konnte er sich schon früh als Gastdarsteller in zahlreichen Fernsehserien profilieren. 1959 verkörperte er in Billy Wilders Filmklassiker Manche mögen’s heiß als Mafiaboss Der kleine Bonaparte eine seiner bekanntesten Rollen, die von Persoff bewusst als Mussolini-Parodie angelegt wurde. In der Folgezeit spielte er 1965 den fiktiven Hohepriester Schemia in der aufwendigen Bibelverfilmung Die größte Geschichte aller Zeiten sowie 1968 in Der Tag der Eule, einem Film über die italienische Mafia nach dem gleichnamigen Roman von Leonardo Sciascia. Besonders häufig spielte er Schurkenrollen und Figuren fremder Ethnien. 1976 wirkte er als Ehemann von Maria Schell in dem Filmdrama Reise der Verdammten mit und spielte 1983 in Yentl, basierend auf der Kurzgeschichte Yentl, the Yeshiva Boy von Isaac Bashevis Singer, den Vater der Titelfigur, die von Barbra Streisand verkörpert wurde.

Neben Filmauftritten war Persoff zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren auch ein sehr vielbeschäftigter Fernsehdarsteller. So übernahm er Rollen in Serienklassikern wie Columbo, Mord ist ihr Hobby, Hawaii Fünf-Null, Unsere kleine Farm, Drei Engel für Charlie, Rauchende Colts, Gnadenlose Stadt, Law & Order und Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Obwohl Nehemiah Persoff in seiner Film- und Fernsehkarriere eigentlich nie Hauptrollen spielte und keine Filmpreise gewann, erarbeitete er sich einen Ruf als vielseitiger Charakterdarsteller von Nebenrollen. Gegen Ende seiner Schauspielkarriere, in den 1990er-Jahren, sprach er die Rolle des Papa Mousekewitz in den Feivel-Zeichentrickfilmen.

Privatleben und Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NehemiahPersoff.png

1999 zog sich Persoff von der Schauspielerei zurück und widmet seitdem seine Zeit dem Malen von Bildern. Seine bisher über 100 entstandenen Werke waren in zahlreichen kalifornischen Städten ausgestellt. Mit seiner Frau Thia ist er seit 1951 verheiratet, mit ihr hat Persoff vier gemeinsame Kinder. Er lebt heute in der kalifornischen Kleinstadt Cambria.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]