Angelika Niescier

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Angelika Niescier, 12. Mai 2008, Moers Festival

Angelika Niescier (* 1970 in Stettin, Polen) ist eine deutsche Jazz-Musikerin (Sopran- und Altsaxophon, Komposition) und Bandleaderin polnischer Herkunft.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 siedelte Niescier nach Deutschland über. 1994 bis 1998 studierte sie an der Folkwanghochschule Essen. 2000 gründete sie ihr Quartett Angelika Niescier-sublim, mit dem sie drei viel beachtete CDs einspielte. Seitdem bespielt sie Bühnen im In- und Ausland, produziert für Rundfunk und TV (u. a. WDR, Radio Bremen, Bayerischer Rundfunk) und tourte 2007 im Auftrag des Goethe-Instituts durch Zentralasien und Südkorea.[1] Die Musikerin spielt Solo- und Duoprogramme (u. a. mit Julia Hülsmann und mit André Nendza), ist auch in anderen Jazzprojekten u. a. bei Tom Lorenz, Laia Genc, Rupert Stamm und in Ali Haurands European Jazz Ensemble zu erleben. 2010 und 2011 war sie mit ihrem German Women Jazz Orchestra auf Nahost-Tournee.[2]

Sie spielt(e) ferner mit Joachim Kühn, Ramesh Shotham, Achim Kaufmann, Tyshawn Sorey, Ulrike Haage, Soo Jung Kae, Thomas Morgan, Gerd Dudek, Hans Lüdemann, Peter Herbert und Mehdi Haddab.
Niescier beschäftigt sich viel mit interdisziplinärer Zusammenarbeit (mit Literaten und bildenden Künstlern (u. a. als „Konzert des Deutschen Musikrates“ im Januar 2003)). Als Komponistin schreibt sie auch Auftragskompositionen für u. a. Theatermusik, modernes Tanztheater, Chor- und Orchesterwerke und Filmmusik („Drei Frauen, drei Wünsche, ein Jahr“).[3]

Über einen Kompositionsauftrag für das Südtiroler Jazzfestival Alto Adige entstand 2012 ein weiteres Trio (mit Simone Zanchini, Akkordeon und Stefano Senni, Kontrabass), das sowohl durch Clubs und Festivals tourte als auch ein Album aufnahm.[4]

Zur aktuellen Besetzung von Angelika Niesciers - sublim gehören Angelika Niescier, Saxophone; Florian Weber, Piano; Sebastian Räther, Kontrabass und Christoph Hillmann, Schlagzeug. Mit Weber ist sie auch in ihrer NYC Five mit dem Trompeter Ralph Alessi sowie in der Rhythmusgruppe Eric Reves und Gerald Cleaver zu hören.[5]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelika Niescier, Reykjavík Jazz Festival 2015

1998 erhielt sie den Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf. Im Jahr 2003 wurde sie mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik ausgezeichnet. 2008 ist sie als Improviser in Residence beim Moers Festival aufgetreten und hat für ein Jahr lang das kulturelle Leben in Moers bereichert.[6] Weiterhin erhielt sie Förderstipendien und Fördermittel vom Landesmusikrat NRW und dem Kultusministerium des Landes. Für das Album sublim III erhielt sie im August 2009 den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik und im Mai 2010 den ECHO Jazz in der Sparte „Newcomer des Jahres national“. 2013 wurde sie im Essener Grillo-Theater mit dem 16. Jazz Pott ausgezeichnet.[7] Ihr Album mit Florian Weber und der NYC Five erhielt 2016 den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.[8]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Satt und farbenreich ist der Ton, virtuos die Technik, die von Energie, Inspirationsfülle und Mitteilungsdruck angetrieben scheint, so als ob die Spielerin nie dafür hätte üben müssen.“

Ulrich Olshausen, FAZ-Jazzkritiker
  • „Ich bin Coltrane-geschädigt“, sagt Angelika Niescier mit leichter Koketterie. - Ulrich Olshausen[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Angelika Niescier – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Goethe Institut und die Deutsche Botschaft Bischkek präsentierten am 6. Oktober 2007 Angelika Niescier und ihr Quartett Sublim
  2. Vgl. Jazz in Gaza in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Juli 2011. In Gaza-Stadt fand dabei am 13. Juli 2011 das erste Konzert einer Jazzband überhaupt statt, vgl. Ma'an Nachrichten-Agentur.
  3. Der Dokumentarfilm von Corinna Belz und Bärbel Maiwurm beschäftigt sich auch mit Wünschen von Niescier
  4. Jazz Live Niescier/Zanchini/Senni, Deutschlandfunk vom 16. Dezember 2014, abgerufen 16. Dezember 2014
  5. NYC Five (domicil Dortmund)
  6. Improviser in Residence
  7. Jazz Pott für Essener Musikerin
  8. Bestenliste 2. Quartal 2016