Norman Jewison

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Norman Jewison (2012)

Norman Jewison, CC, O.Ont (* 21. Juli 1926 in Toronto, Ontario) ist ein kanadischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Zwischen 1962 und 2003 inszenierte er in verschiedenen Genres erfolgreiche Filme, darunter In der Hitze der Nacht, Anatevka, Mondsüchtig und Hurricane.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium in Toronto zog es Jewison zunächst nach London, wo er begann, Drehbücher zu schreiben. Von 1952 bis 1958 produzierte er Fernsehshows für das kanadische Fernsehen. Als Spezialist für Unterhaltungsshows wechselte er an den Broadway nach New York. Für das US-amerikanische Fernsehen inszenierte Jewison Anfang der 1960er Jahre populäre Shows wie die Judy Garland Show.

1962 gab Jewison dann sein Debüt als Kinoregisseur mit dem Film Ein Rucksack voller Ärger mit Tony Curtis in der Hauptrolle, worauf mit Was diese Frau so alles treibt (1963) und Schick mir keine Blumen (1964) zwei Filmkomödien mit Doris Day folgten.[1] In den nächsten 40 Jahren drehte er zahlreiche weitere Hollywood-Filme, die teils mit bedeutenden Auszeichnungen bedacht wurden. Sein Rassismusdrama In der Hitze der Nacht, in dem die von Sidney Poitier und Rod Steiger verkörperten Hauptfiguren einen Mordfall aufklären, etablierte Jewison als ambitionierten Regisseur und wurde 1968 mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet. Ebenfalls 1968 drehte er das berühmte Heist-Movie Thomas Crown ist nicht zu fassen mit Steve McQueen.

In der Folge war Jewison in verschiedenen Genres erfolgreich: Auf die populären Musicalverfilmungen Anatevka (1971) und Jesus Christ Superstar (1973) folgte Rollerball (1975), der den Saturn Award als bester Science-Fiction-Film erhielt. Er drehte gesellschaftsbewusste Filme wie F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg (1978) mit Sylvester Stallone und … und Gerechtigkeit für alle (1979) mit Al Pacino. Einen seiner wohl beliebtesten Filme drehte Jewison 1987 mit der Liebeskomödie Mondsüchtig, der seiner Hauptdarstellerin Cher den Oscar einbrachte. Die bereits aus In der Hitze der Nacht bekannte Thematik des Rassismus gegenüber Afroamerikanern griff er in seinen Filmen Sergeant Waters – Eine Soldatengeschichte (1984) und Hurricane (1999), auch diese erfuhren überwiegend positive Resonanz.[2] Sein letzter Film war 2003 das Drama The Statement mit Michael Caine in der Rolle eines alten Kriegsverbrechers, als Grundlage diente der gleichnamige Roman von Brian Moore.

Jewison (rechts) mit den Schauspielern Chaim Topol und Lex Goudsmit (1971)

1986 gründete er in Toronto die Filmhochschule Canadian Film Centre, wo er auch als Professor tätig ist. Jewison war von 1953 bis zu ihrem Tod im Jahr 2004 mit Margaret Ann Dixon verheiratet[3], das Paar hatte drei Kinder.[4] Inzwischen ist er mit Lynne St. David verheiratet.

Stil und Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roger Ebert bezeichnete Jewison 2003 als „Meister-Handwerker“, der sich in verschiedenen Genres wie Gesellschaftsdrama, Musical oder Komödie bewiesen habe und insbesondere für seine Rassismusdramen Anerkennung fand. Obgleich seine Arbeit mit etablierten Stars und die geschliffene Herstellung seiner Filme ihn eindeutig als Hollywood-Regisseur auswiesen, habe er sich dennoch seine Eigenständigkeit zumeist bewahren können und sei kaum aktuellen Trends hinterhergelaufen. Die Dichte an Qualität unter seinen Filmen sei „ungewöhnlich hoch“, wobei er auch „schrullige, persönlichere Projekte“ habe realisieren können.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Filme wurde Norman Jewison insgesamt siebenmal für einen Oscar nominiert, ohne ihn jedoch zu gewinnen: Dreimal war er in der Kategorie Beste Regie nominiert (für In die Hitze der Nacht, Anatevka und Mondsüchtig), außerdem viermal als Produzent für den Bester Film (für Die Russen kommen! Die Russen kommen!, Anatevka, Sergeant Waters und Mondsüchtig). Schließlich wurde er 1998 mit dem renommierten Irving G. Thalberg Memorial Award geehrt, einer Sonderauszeichnung der Academy für das Lebenswerk von Filmschaffenden.[6]

Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen unter anderem ein Silberner Bär bei der Berlinale für seine Regie bei Mondsüchtig, ein BAFTA Award und ein David di Donatello. Außerdem war er dreimal für Golden Globe Awards nominiert.[7] 2009 wurde ihm der DGA Lifetime Achievement Award zugesprochen.[8]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Los Angeles Times: Norman Jewison can thank a kid. 15. April 2009, abgerufen am 2. Mai 2021 (amerikanisches Englisch).
  2. Roger Ebert: Moonstruck movie review & film summary (1988) | Roger Ebert. Abgerufen am 20. Januar 2022 (englisch).
  3. Paid Notice: Deaths JEWISON, MARGARET ANN (DIXIE). In: The New York Times. 11. Dezember 2004, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 2. Mai 2021]).
  4. Los Angeles Times: Norman Jewison can thank a kid. 15. April 2009, abgerufen am 2. Mai 2021 (amerikanisches Englisch).
  5. Roger Ebert: Moonstruck movie review & film summary (1988) | Roger Ebert. Abgerufen am 20. Januar 2022 (englisch).
  6. Norman Jewison. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  7. Norman Jewison. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  8. vgl. Director Norman Jewison to Receive Guild's Highest Tribute at 62nd Annual DGA Awards bei dga.org, 1. Dezember 2009, aufgerufen am 3. Dezember 2009.