Notiomastodon

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Notiomastodon
zeichnerische Lebendrekonstruktion

zeichnerische Lebendrekonstruktion

Zeitliches Auftreten
Pliozän bis Spätes Pleistozän
1,810 Mio. Jahre bis 11.000 Jahre
Fundorte
Systematik
Tethytheria
Rüsseltiere (Proboscidea)
Elephantimorpha
Elephantida
Gomphotherien (Gomphotheriidae)
Notiomastodon
Wissenschaftlicher Name
Notiomastodon
Cabrera, 1929

Notiomastodon war eine Gattung der Gomphotheriidae und lebte bis zum Ende des Pleistozän in Südamerika.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Notiomastodon war ein großes Rüsseltier. Es besaß – insbesondere im Vergleich zu der zeitgleich vorkommenden Gattung Haplomastodon – relativ gerade Stoßzähne. Auch waren die Backenzähne noch komplexer aufgebaut.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Notiomastodon wurde lange mit der nordamerikanischen Gattung Stegomastodon gleichgesetzt. Heute geht man allerdings davon aus, dass es sich um eine eigenständige Gattung handelt, die sich in Südamerika aus dem nordamerikanischen Einwanderer Cuvieronius entwickelt hat.[1]

Die einzige Art Notiomastodon platensis bewohnte vor allem die Pampas von Argentinien, Paraguay und Uruguay. Sie überlebte bis ins späteste Pleistozän, und war noch ein Zeitgenosse der frühesten Menschen, bis es vor etwa 11.000 Jahren ausstarb. Notiomastodon verschwand zusammen mit einer ganzen Reihe von Großtierarten, die etwa um die gleiche Zeit in Amerika und anderen Teilen der Welt im Zuge einer Quartären Aussterbewelle aussterben. In Arroio Touro Passo, Brasilien und in Muaco, Venezuela gefundene Stegomastodon-Überreste könnten mit menschlichen Spuren in Verbindung gebracht werden.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Backenzähne von Notiomastodon lassen darauf schließen, das es neben Laub und Ästen auch eine Menge Grasnahrung zu sich nehmen konnte,[2] wozu frühere Gomphotherien mit ihren zitzenförmigen Zahnstrukturen nicht in der Lage waren. Im Gegensatz zu Haplomastodon, das zur gleichen Zeit im nördlichen Südamerika vorkam, war Stegomastodon im Pleistozän vor allem in den Pampasgebieten im Süden des Kontinents zu finden. Demnach war es wohl in erster Linie ein Graslandbewohner. Dabei bevorzugte es warme Klimate und wurde in den kühleren Gebieten der Anden von Cuvieronius vertreten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Spencer G. Lucas, Guillermo E. Alvarado: Fossil proboscidea from the upper cenozoic of central america: taxonomy, evolutionary and paleobiogeographic significance. In: Revista Geológica de América Central. 42, 2010, S. 9–42.
  2. Lidiane Asevedo, Gisele R. Winck, Dimila Mothé, Leonardo S. Avill: Ancient diet of the Pleistocene gomphothere Notiomastodon platensis (Mammalia, Proboscidea, Gomphotheriidae) from lowland mid-latitudes of South America: Stereomicrowear and tooth calculus analyses combined. In: Quaternary International. 255, 2012, S. 42–52.