Oberg (Ilsede)

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Koordinaten: 52° 15′ 23″ N, 10° 14′ 57″ O

Oberg
Gemeinde Ilsede
Wappen von Oberg
Höhe: 93 m ü. NHN
Einwohner: 2132 (1. Jul. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Eingemeindet nach: Ilsede
Postleitzahl: 31246
Vorwahl: 05172
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Lage von Oberg in Ilsede

Oberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Ilsede im Landkreis Peine (Niedersachsen).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt östlich von Groß Ilsede und am Südrand des Gifhorner Trogs. Seit 1919 wird Erdöl gefördert.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1152 erstmals urkundlich erwähnt, als Bischof Bernhard I. von Hildesheim die Zehntrechte dem Kloster Bokel bei Wilsche schenkte. Der steinerne Turm des Ortes wurde als Folge des Herlingsberger Krieges zerstört.[3]

Schon im Mittelalter gab es in dem Dorf eine Kapelle, für die die Herren von Oberg das Patronat bekamen. Die heutige Kirche „Johannes der Täufer“ stammt aus dem Spätmittelalter. Ihren Namen trägt sie seit 1989. Sie hat mehrere Umbauten hinter sich.

Die letzte des Geschlechts, Anna von Oberg, heiratete Oberjägermeister Hermann von Kalm, der auch in Halchter einen Hof hatte.[4] Kalm baute an der Stelle der längst zerstörten Burg ein Herrenhaus. Dieses kam später an das Haus Uslar-Gleichen und danach an Hugo Lessmann, der ebenso der Erbauer des Oberger Bismarckturms war. Heute ist es in Privatbesitz.[5]

Am 1. Februar 1971 wurde Oberg gemeinsam mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Adenstedt, Gadenstedt, Groß Lafferde und Münstedt zur Gemeinde Lahstedt zusammengefasst.[6] Am 10. Juli 2014 beschlossen die Mitglieder des Gemeinderates den Zusammenschluss der Gemeinden Lahstedt und Ilsede. Die Fusion der Gemeinden wurde zum 1. Januar 2015 umgesetzt.[7]

Stammwappen derer von Oberg

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wurde Jürgen Rissel Ortsbürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ortswappen ist oben der Bismarckturm dargestellt, unten die Wappenfigur der Herren von Oberg: zwei schwarzen Rauten auf goldenem Grund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der spätromanische Turm der Kirche "Johannes der Täufer" mit seinen 1,45 m starken Mauern entstand um 1400.[8]
  • Der Herrensitz des Ritterguts Oberg wurde 1855 auf den Grundmauern der ehemaligen Burg Oberg errichtet. Heute wird in ihm ein Hotel betrieben.[9]
  • Der Rittergutsbesitzer Hugo Leßmann plante zum 100. Geburtstag Otto von Bismarcks den Bau eines privaten Bismarckturmes. Die Bauvorbereitungen auf dem Lahberg begannen vor dem Juli 2014.[10]
  • Die Heimatstube in Oberg zeigt in der ersten Etage des ehemaligen Gemeindebüros viele Gebrauchsgegenstände aus früheren Zeiten.[11]
  • Seit 1978 ist der Oberger Gutsforst Landschaftsschutzgebiet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Ortschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Ahrens (* 17. Oktober 1932), Fußballspieler
  • Daniel Eberhard Baring (* 8. November 1690; † 19. August 1753 in Hannover), Bibliothekar und Historiker, Paläograph und Diplomat
  • Horst Leßmann (* 20. Juli 1907; † 19. März 1975 in Peine), Landrat des Kreises Peine, Gutsbesitzer
  • Karl Reineking (* 5. November 1903; † 2. Juni 1936 im KZ Dachau), Staatsbeamter
  • Erwin Skamrahl (* 8. März 1958), Leichtathlet und Olympiateilnehmer
  • Klaus G. Troitzsch (* 28. November 1946), Soziologe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen in der Gemeinde Ilsede
  2. R. Herrmann: Die Erdöllagerstätte von Oberg bis Peine. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Band 79, 1927, S. 185−186
  3. Detlev Hellfaier: Studien zur Geschichte der Herren von Oberg bis zum Jahre 1400, 1979, S. 69
  4. Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Voigt, Leipzig 1865, S. 552
  5. Der Bismarckturm in Oberg bei bismarcktuerme.de
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 216.
  7. Gemeinderäte stimmen für die Fusion von Ilsede und Lahstedt. Peiner Allgemeine Zeitung, abgerufen am 11. Juli 2014
  8. Kirche-Peine.de
  9. Geschichte der Ortschaften und Ortsteile der Gemeinde Ilsede: Ortsteil Oberg auf der Webseite der Gemeinde Ilsede
  10. Bismarckturm Oberg auf der Webseite der Gemeinde Ilsede
  11. Heimatverein Oberg