Oberhafenbrücke

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Koordinaten: 53° 32′ 42″ N, 10° 0′ 24″ O

Oberhafenbrücke
Oberhafenbrücke
Überführt Nord-Süd-Verbindung Bahn, 4-gleisig
Unterführt Oberhafenkanal und die Straßen Stadtdeich und Stockmeyerstraße
Ort Hamburg
Unterhalten durch DB und Stadt Hamburg
Konstruktion Fachwerkbrücke
Gesamtlänge 152 m
Breite 16 m (Bahn); 14 m (Straße)
Anzahl der Öffnungen 4
Fertigstellung Mai 1904
Eröffnung 1904
Bauzeit 2 Jahre
Zustand erneuert 2007
Lage
Oberhafenbrücke (Hamburg)
Oberhafenbrücke

Die Oberhafenbrücke ist eine kombinierte Bahn- und Straßenbrücke in Hamburg. Die untere Ebene ist dem Straßenverkehr vorbehalten und auf der oberen Ebene wird auf vier Gleisen der gesamte elbüberquerende Fernzugverkehr zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Bahnhof Hamburg-Harburg geführt.

Die Brücke ist als Fachwerkbrücke ausgeführt und wurde ab Mai 1902 errichtet und im Mai 1904 fertiggestellt. Sie überquert den Oberhafenkanal, eine Verbindung zwischen der Norderelbe kurz hinter Rothenburgsort und dem Zollkanal. 2007 erfolgte ein Austausch durch eine Neukonstruktion.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neuordnung des Bahnverkehrs in Hamburg, unter anderem der Ausbau der Verbindungsbahn und der Bau des 1906 fertiggestellten Hauptbahnhofs, machten den ungünstig gelegenen Hannoverschen Bahnhof im Personenverkehr überflüssig, dieser diente danach als Güterbahnhof. Zur Anbindung des Netzes an die Elbbrücken musste der parallel zu Elbe verlaufende Oberhafen überquert werden. Die Streckenführung erfolgte auf der zur gleichen Zeit erbauten Pfeilerbahn.

1902 beauftragte die preußische Eisenbahnverwaltung eine Arbeitsgemeinschaft mit Planungen und Brückenbau. Gleichzeitig wurde eine Nutzung als Straßenbrücke mit einer Durchfahrtshöhe von 4,40 m vorgesehen. Für Fußgänger wurde an beiden Seiten der Fachwerkskonstruktion ein Steg angebaut.

Die Brückenkonstruktion wurde mit als genietetes Fachwerk ausgeführt, die beiden Hauptträger hatten zusammen ein Gewicht von 1.300 t.

Der Schiffsverkehr sollte weiterhin möglich sein, was eine Konstruktion als Drehbrücke notwendig machte. Aufwendiger Bau des Pfeilers zur Aufnahme des Drehmechanismus für die Brücke, der über Druckluft betrieben wurde, die mittels Benzinmotors erzeugt wurde. Der gesamte Drehvorgang konnte in viereinhalb Minuten durchgeführt werden. Der Drehmechanismus wurde in den 1980er Jahren außer Funktion gesetzt.[1]

Die Elektrifizierung der Strecke erfolgte 1964 mit Anbringung von Fahrleitungsmasten.[2]

Ersatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hohe Belastung durch steigende Verkehrsfrequenz und auch durch höheres Gewicht der Züge hatte die alte Konstruktion erheblich belastet und machte einen Austausch der Konstruktion notwendig.

Die Stahlbauarbeiten für die 3.529 t schwere Konstruktion oblagen der Firma Eiffel Deutschland Stahltechnologie.[3]

Der Zusammenbau der 49 neuen Teile erfolgte auf dem benachbarten Gelände des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs.[4] Die komplett montierte Brücke wurde in einem Stück über eine Hilfskonstruktion an den Bestimmungsort gebracht. Die Überquerung der Straßen Stadtdeich und Stockmeyerstraße erfolgt mit zwei Doppelfeldern.

In der letzten Dezemberwoche 2007 wurde die alte Brücke in mehrere Teile zerlegt und mit Pontons, die bei Ebbe unter die Bauteile manövriert wurden, abtransportiert.[5]

Das Pfeilerfundament, das den Drehmechanismus beherbergte, blieb erhalten und ist größer als die anderen Pfeilerfundamente.

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anlässlich einer Ausstellung des Schweizer Künstlers Rémy Zaugg in den Deichtorhallen 1992 wurden in großen weißen Lettern der Schriftzug „Kanäle, Eisenbahnbrücke, Lagerhäuser, Schiff, Wolken, Himmel, Wind, Hafenkräne“ angebracht.[6] Nach der Erneuerung der Brücke wurden die Worte wieder angebracht. Die Schrift ist von Westen aus lesbar.
  • Am Stadtdeich befindet sich ein Schiebetor zur Flutsicherung, das die Flutsicherungsanlage gegen die Brückenfahrbahn abschließen kann.
  • Die Oberhafenkantine liegt an der Stockmeyerstraße teilweise unter der Brücke.
  • Der „Haltepunkt Oberhafen“ südlich der Brücke auf der Pfeilerbahn wurde in den 1940er Jahren aufgegeben.
  • Die Gedenktafel für die Flut der Elbe von 1771 befindet sich jetzt in der Banksstraße/Ecke Oberhafenstraße am nördlichen Widerlager der Oberhafenbrücke (→Lage) und steht seit 1961 unter Denkmalschutz.[7]
  • Der Elberadweg führt an der Oberhafenbrücke vorbei.
  • Die Oberhafenbrücke wird oft als Drehort für verschiedene Fernseh- und Videoproduktionen genutzt. Sie ist zum Beispiel mehrfach in Folgen der Hamburger Kultserie Großstadtrevier (Folge 334 Pretty Woman) sowie in der Kinderkrimiserie Die Pfefferkörner (Folge 123 Mutproben, Folge 126 Gefahr von Rechts) zu sehen. Außerdem findet man das Bauwerk teilweise auch in Musikvideos wieder. Unter anderem nutzten die Band Beginner, Johannes Oerding und Lina Larissa Strahl die Brücke als Kulisse für ihre Videos.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.geschichtsspuren.de/
  2. Private Internetseite zum Hamburger Hauptgüterbahnhof (HGBF)
  3. Projektseite der ausführenden Stahlbaufirma Eiffel
  4. Begleitung der Montage
  5. http://www.eisenbahn-kurier.de/
  6. Würdigung von Karin Günter
  7. Denkmalschutzamt in der Behörde für Kultur, Sport und Medien (Hrsg.): Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 13. April 2010 (Pdf; 915 kB) (Memento vom 27. Juni 2011 im Internet Archive) (PDF; 915 kB), Stand 13. April 2010. Hamburg 2010, S. 17, Denkmallisten-Nr. 496.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberhafenbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien