Bahnhof Hamburg-Elbbrücken

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Hamburg-Elbbrücken
Modell der Bahnhofslage mit geplanter Umgebungsbebauung
Modell der Bahnhofslage mit geplanter Umgebungsbebauung
Daten
Lage im Netz Endbahnhof (U-Bahn),
Haltepunkt (S-Bahn)
Bauform Kopfbahnhof (U-Bahn),
Durchgangsbahnhof (S-Bahn)
Bahnsteiggleise
  • 2 S-Bahn-Gleise
  • 2 U-Bahn-Gleise
Abkürzung
Eröffnung 6. Dezember 2018 (U-Bahnhof),
15. Dezember 2019 (S-Bahnhof)
Lage
Ort/Ortsteil HafenCity
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 32′ 5″ N, 10° 1′ 24″ OKoordinaten: 53° 32′ 5″ N, 10° 1′ 24″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Hamburg
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Der Bahnhof Hamburg-Elbbrücken ist ein Knotenpunkt der U-Bahn Hamburg und der S-Bahn Hamburg im Elbbrückenzentrum, einem Teilquartier der HafenCity am nördlichen Ende der Freihafenelbbrücke bzw. der Eisenbahn-Elbbrücke. Die Stationen werden von der Zweibrückenstraße unterquert. Zwischen beiden verlaufen mehrere Fernbahngleise sowie der Straßenzug Freihafenelbbrücke, über die eine Fußgängerbrücke, der so genannte „Skywalk“, hinwegführt. Geplant ist damit eine ÖPNV-Erschließung der östlichen HafenCity, von Teilen Rothenburgsorts sowie der nördlichen Veddel.[2] Der U-Bahnhof des Knotenpunktes wurde am 6. Dezember 2018 eröffnet und ging am 7. Dezember 2018 in Betrieb. Der S-Bahnhof wurde am 14. Dezember 2019 symbolisch eröffnet, die Inbetriebnahme erfolgte zum 15. Dezember 2019.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An nahezu gleicher Position wie der heutige S-Bahn-Haltepunkt wird auf einem Pharus-Stadtplan von 1905 eine „in Bau“ befindliche Haltestelle gezeigt.[3] Diese Planung war eine der Folgemaßnahmen anlässlich des Umbaus der Bahnanlagen zur Eröffnung des Hamburger Hauptbahnhofes im Dezember 1906 auf der Strecke von Hamburg Hauptbahnhof nach Hamburg-Harburg über die so genannte „Pfeilerbahn“. Nach dem Haltepunkt Oberhafen am 1. Mai 1908 wurde der Haltepunkt Elbbrücke am 1. Juli 1908 eröffnet.[4] 1944 wurde der Betrieb dieser Haltepunkte eingestellt, die Bahnsteige waren allerdings noch Jahrzehnte danach vorhanden.

Eine U-Bahn- bzw. Hochbahn-Station an den Elbbrücken war bereits in den 1920er und in den 1950er Jahren in Planungen für den Alsterhalbring vorgesehen. Dafür sollte die zweite Ebene der Freihafenelbbrücke die Gleise der Strecke zum Freihafen aufnehmen.[5]

U-Bahnhof Elbbrücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trägergerüst der Bahnsteighalle (Februar 2018)

Der U-Bahnhof Elbbrücken des Knotenpunktes ist eine oberirdische Haltestelle der Hamburger Hochbahn AG (HHA). Die Eröffnung fand am 6. Dezember 2018 statt. Ein alter Arbeitstitel war Chicago Square.[6] Das Stationskürzel der HHA lautet „EB“.

Planungs- und Bauablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Januar 2013 beschloss der Hamburger Senat den Weiterbau der U4 um etwa einen Kilometer und um eine weitere Station bis zu den Elbbrücken.[7] Baubeginn für die Verlängerung war am 21. Juni 2013.[8] Für den Bahnhof mussten im Bahnhofsbereich zwei Straßen verlegt, ein Bunker abgerissen und ein Gelände des BSH (ehemaliges Schiffslager, so genannte „Kika“), auf dem mehrere Gebäude standen, geräumt werden.

Baubeginn für die eigentliche Station war am 7. April 2015.[9]

Station[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnsteige
Blick vom Skywalk auf die Bahnsteige

Der U-Bahnhof liegt direkt am Nordufer der Norderelbe und auf der Westseite der Freihafenelbbrücke. Damit ist entschieden, dass der obere Teil der Freihafenbrücke, der ursprünglich für eine U-Bahn-Trasse vorgesehen war, bei einer möglichen Verlängerung der U4 zur Veddel nicht genutzt wird. Die beiden Bahnsteige befindet sich auf einer Brücke über die verlegte Zweibrückenstraße.

Die Seitenbahnsteige haben eine Länge von 130 Metern, dadurch liegt das Nordende des Bahnsteiges noch in einer Kurve. Bei einer eventuellen Verlängerung würde der Bahnsteig um 13 Meter in Richtung Süden ausgebaut werden. Die Bahnsteige sind durch eine Fußgängerbrücke, einem so genannten „Skywalk“, verbunden. Mit der Fertigstellung der parallel gelegenen S-Bahn-Station Elbbrücken wurde diese Brücke über die Straße Freihafenbrücke und die Fernbahngleise hinweg bis zur S-Bahn verlängert und bietet somit eine wettergeschützte Umsteigemöglichkeit.

Noch vor dem Bahnhof und damit im Steigungsbereich aus dem Tunnel heraus ist eine doppelte Weichenverbindung zwischen den Gleisen eingerichtet, da es wegen der Norderelbe dahinter nicht möglich ist.[10]

Die Gestaltung des U-Bahnhofs ist das Ergebnis einer Ausschreibung, die das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner für sich entscheiden konnte. Außen liegende Stahlträger tragen die innere Glasfassade in Röhrenform.[11]

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach fünfeinhalb Jahren Bauzeit fand die feierliche Eröffnung des U-Bahnhofs Elbbrücken am 6. Dezember 2018 statt. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Enak Ferlemann, Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, eröffneten den Bahnhof.[12][13]

Linie Verlauf
U 4 Elbbrücken – HafenCity Universität – Überseequartier – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt

S-Bahnhof Elbbrücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof
Kurvenlage und Steigung, angezeigt durch Pfeilspitzen, mit abgetrennten ebenen Ruhebereichen

Der S-Bahnhof Elbbrücken ist eine Haltestelle auf der Strecke der Harburger S-Bahn der S-Bahn Hamburg. Die Haltestelle schließt sich direkt nördlich an die Eisenbahn-Elbbrücke über die Norderelbe an und endet wenige Meter vor der Brücke über den Billhafen. Der Bau begann im August 2017. Ursprünglich sollte die Station zusammen mit dem Bahnhof der U-Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 eröffnet werden, nach unerwarteten Problemen mit dem Baugrund und daraufhin erforderlichen Änderungen der Statik musste die Eröffnung des S-Bahn-Haltepunktes jedoch verschoben werden.[14] Am 14. Dezember 2019 erfolgte die symbolische Eröffnung des S-Bahn-Bahnsteiges durch Tschentscher, Ferlemann sowie DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Offiziell ging der S-Bahn-Bahnsteig zum Fahrplanwechsel 2019/2020 am 15. Dezember 2019 in Betrieb.[15] Die Eröffnung erfolgte ein Jahr später als geplant.

Die Deutsche Bahn prognostizierte die Kosten Ende 2015 mit 43,39 Mio. Euro.[16] Im Juni 2018 wurde die öffentlich bekannte Kostenprognose auf 57 Mio. Euro erhöht.[17] Im Dezember 2018 schrieb das Hamburger Abendblatt, die Deutsche Bahn habe einen Anstieg der Kosten auf nunmehr 69 Millionen Euro bestätigt.[18]

Täglich halten 470 S-Bahnen an der Station.[15] Untersuchungen erwarten etwa 17.000 bis 20.000 Fahrgäste pro Tag, die Zahl der Umsteiger zwischen U- und S-Bahn wird mit 6400 Personen pro Tag prognostiziert.[19]

Durch den zusätzlichen Halt verlängert sich die Fahrzeit zwischen den Stationen Veddel und Hammerbrook um knapp zwei Minuten.

Typologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haltestelle hat zwei je 210 Meter lange und 6 Meter breite Außenbahnsteige.[20] Die S-Bahn-Strecke verläuft in diesem Bereich in einem Bogen mit starkem Gefälle zwischen zwei Brücken. Die Bahnsteige weisen hierdurch eine Längsneigung von bis zu 25 Promille auf. Warnschilder machen die Fahrgäste der Station auf diese Situation aufmerksam. Zudem gibt es in Teilbereichen der Bahnsteige jeweils fünf Meter lange waagerechte Podeste, die mit Geländern vom übrigen Bahnsteig abgetrennt sind.[21]

Linie Verlauf
S 3 Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook – Elbbrücken – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade
S 31 Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof | – Hammerbrook – Elbbrücken – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben | – Berliner Tor

Skywalk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skywalk

Da zwischen der U-Bahn- und der S-Bahn-Station Fernbahngleise der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg, der Bahnstrecke Hannover–Hamburg und der Güterumgehungsbahn Hamburg sowie die Straßenanbindung der Freihafenelbbrücke verlaufen, werden die Stationen über eine Brücke, den so genannten „Skywalk“, verbunden. Dieser ist 65 Meter lang und verläuft in neun Metern Höhe. Er wurde im Mai 2018 eingebaut.[22] Die Kosten für dieses Bauwerk werden mit 9,17 Millionen Euro geschätzt.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnhof Elbbrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Bardua: Ein großer Wurf ohne Schnickschnack – U-Bahnstation Elbbrücke, in "Architektur in Hamburg: Jahrbuch 2019/20", Hrsg.: Hamburgische Architektenkammer, Hamburg 2019, S. 20–25

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zwischenbilanz Zukunftsbild Elbinseln 2013+. (PDF) S. 14, abgerufen am 12. März 2014.
  2. Archiv Hamburger Nahverkehr: Stadtplan 1905
  3. Erich Staisch: Hamburg und die Eisenbahn. Eppstein/Taunus 1969, S. 150
  4. Das Projekt der Freihafen-Hochbahn
  5. Elbbrücken auf hamburger-untergrundbahn.de (Memento vom 7. Dezember 2012 im Internet Archive)
  6. „Verlängerung bis Elbbrücken beschlossen“ auf hamburg.de
  7. Feierlicher Spatenstich für die Verlängerung der U4 In: Hamburger Abendblatt vom 21. Juni 2013
  8. „Bauarbeiten für U4-Haltestelle Elbbrücken starten heute“ (Memento vom 13. April 2015 im Internet Archive)
  9. „Beschluss: U4 wird bis zu den Elbbrücken verlängert“ auf nahverkehrhamburg.de (Memento vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)
  10. „Riesige Glasröhre für neue U-Bahn-Station an den Elbbrücken“ auf nahverkehrhamburg.de (mit Bildern) (Memento vom 14. Juni 2013 im Internet Archive)
  11. Hochbahn eröffnet heute neuen U-Bahnhof Elbbrücken. In: nahverkehrhamburg.de. 6. Dezember 2018, abgerufen am 7. Dezember 2018.
  12. Hamburger Hochbahn eröffnet U-Bahn-Station Elbbrücken. In: Hamburger Abendblatt. 6. Dezember 2018, abgerufen am 7. Dezember 2018.
  13. Probleme mit dem Baugrund: S-Bahn-Haltestelle Elbbrücken wird später fertig. In: Hamburger Morgenpost. 31. Juli 2018, abgerufen am 31. Juli 2018.
  14. a b Neue S-Bahnstation Elbbrücken. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 14. Dezember 2019, abgerufen am 14. Dezember 2019.
  15. a b S-Bahn-Haltestelle Elbbrücken kostet 43 Millionen Euro, Hamburger Abendblatt
  16. Station Elbbrücken wird viel teurer als geplant, Hamburger Abendblatt vom 8. Juni 2018
  17. Weitere Kostenexplosion beim Bau des S-Bahnhofs Elbbrücken, Hamburger Abendblatt vom 6. Dezember 2018
  18. Antwort der Hamburger Verkehrsbehörde auf eine Anfrage bei FragDenStaat.de am 3. April 2018, abgerufen am 4. April 2018
  19. Eröffnung 2018 – Vorplanung für neuen S-Bahnhof an den Elbbrücken ist fast fertig (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)
  20. S-Bahnhof Elbbrücken: Im Sommer starten Bauvorbereitungen, NahverkehrHamburg.de vom 10. März 2016
  21. Pia Gängrich: 7 Fakten zum Skywalk Elbbrücken auf https://dialog.hochbahn.de/, abgerufen am 4. Juni 2018