Oberornau

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Oberornau und oberes Ornaubachtal von Süden
Oberornau, Ortsmitte von Süden

Oberornau ist eine Gemarkung von Obertaufkirchen, einer Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Oberornau liegt am Ornaubach, einem Nebenfluss der Goldach, am Rande des Gattergebirges.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 788 wird Oberornau als „ad Ahornowa“ als Ort mit einer Pfarrkirche genannt. Um 1160 wurde die Pfarrei aufgelöst und als Filiale in die Pfarrei Reichertsheim eingepfarrt (wurde erst 1921 wieder selbständige Pfarrei). Die heute noch bestehende Wallfahrt nach Tuntenhausen am 1. Mai jeden Jahres geht auf ein Gelöbnis in der Pestzeit (1625 und 1649) zurück. Im 17. Jahrhundert soll im Gemeindegebiet auch Wein angebaut worden sein, worauf der Name der Einöde Weinberg schließen lässt.

Die Ortsadeligen von Ornau finden sich in mehreren Urkunden des 12. Jahrhunderts: 1135 werden genannt Henricus, Dietricus und Ulricus de Arnowe, 1160 Rudiger de Arnowe, 1180 Hermanus de Arnowe. Das Geschlecht erlosch um 1200.

Auch in Hofgiebing ist ein Ortsadel nachzuweisen. Bis 1504 werden hier die Giebinger genannt, die im Ort ein Schloss besaßen. Der Besitz ging auf Jakob von Frauenhofen, 1580 an die Edlen von Haunsperg, 1620 an Herzog Albrecht von Bayern und 1627 an Friedrich von Hörwarth über. Durch Heirat fiel dann Hofgiebing an die Fugger, die es bis 1804 besaßen und in diesem Jahr an Freifrau von Moreau weitergaben. Im Jahre 1849 wurde dieser Besitz zertrümmert und die Burg abgetragen.

Die Kirche von Oberornau, die bereits 788 erwähnt wird, reicht in die spätgotische Zeit zurück. Bei der Barockisierung von 1767 schmückte Balthasar Mang, Maler in Kraiburg, die Decke mit vier Gemälden (Kreuzigung Christi, Kreuzigung des Apostels Andreas, des hl. Petrus und des Bischofs Simeon von Jerusalem). Patron der Kirche war von jeher St. Andreas. Bemerkenswert sind noch die 14 barocken Kreuzwegstationen, auf Holz gemalt, 1836 renoviert. Der beschwingt gestaltete Rokoko-Hochaltar zeigt einen verwirrenden Reichtum an Figuren und Formen; die Altarfigur des Kirchenpatrons kann durch einen Drehmechanismus gegen eine Madonnenfigur ausgewechselt werden. 1865 und 1895 wurden weitere Kirchenrestaurierungen durchgeführt. Im Jahre 1928 wurde die Pfarrkirche unter Pfarrer Neumair erweitert und ein Jahr später mit einer neuen Orgel mit 26 klingenden Registern und 1685 Pfeifen bestückt. Sie ist das Werk des Orgelbauers Georg Glatzl in Altmühldorf. Das Kirchengeläute aus fünf Glocken hat ein Gesamtgewicht von 100 Zentnern.

Um die Schule machte sich im 19. Jahrhundert die Mesnerfamilie Wimmer in Oberornau verdient. Der Lehrer von damals war zugleich auch Mesner und Organist. 1863 wurde ein eigenes Schulhaus erbaut und die Schule mit ausgebildeten Lehrern besetzt. 1910 wurde ein neues Schulhaus mit zwei Schulsälen errichtet, wobei das alte Schulgebäude durch die Landpolizei bis zu ihrer Aufhebung 1960 benützt wurde. Im Rahmen der Landkreisreform 1972 wurde die selbständige Gemeinde Oberornau (ehemaliger Landkreis Wasserburg am Inn) in die Gemeinde Obertaufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) eingemeindet und als Folge wird in dieser Zeit auch die Volksschule Oberornau aufgelöst.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Maike Conway (* 1967), Dokumentarfilmerin und Regisseurin, lebt in Oberornau
  • Fredl Fesl (* 1947), bayr. Mundartsänger und -humorist, lebte mehrere Jahre in Oberornau
  • Wilhelm Hesse (1888 - 1960), "da Doktor", wohnte ab 1934 in Oberornau im Doktorhaus und praktizierte dort bis 1958 als Arzt. Er war Besitzer des Hesse-Schlößl (vgl.: Gelächter von aussen. Aus meinem Leben 1918-1933. von Oskar Maria Graf) in der Burgau in Wasserburg am Inn. Zu seinen Freunden gehörten u.a. der Maler Karl Wähmann, die Schriftsteller Oskar Maria Graf und Joachim Ringelnatz.

Quellen[Bearbeiten]

  • Sigfrid Hofmann (Red.): Stadt und Landkreis Wasserburg am Inn. Vergangenheit und Gegenwart. Heimatbuch. = Heimatbuch Stadt und Landkreis Wasserburg am Inn. Hoeppner, Pörsdorf bei Assling/Obb. 1962.

48.216868912.2443259Koordinaten: 48° 13′ N, 12° 15′ O