Online-Supermarkt

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Ein Online-Supermarkt ist ein elektronischer Handelsanbieter, dessen Warenangebot an Lebensmitteln, Genussmitteln und Drogerieartikeln ungefähr dem eines konventionellen Supermarktes entspricht und insbesondere auch frische Lebensmittel umfasst. Über das Internet werden auch Benutzerkonten sowie persönliche Einstellungen wie etwa elektronische Einkaufslisten verwaltet. Teilweise bieten Online-Supermärkte ihren Kunden auch die Möglichkeit eines konventionellen Lieferdienstes nach Bestellaufgabe über Fax oder Telefon. Den Kundenkreis von Online-Supermärkten bilden vor allem Privathaushalte.

Die Akzeptanz von Online-Supermärkten hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von Preis, Qualität und Verfügbarkeit der gelieferten Ware, der Dauer und Gestaltung der Lieferzeiten, der Bedienungsfreundlichkeit der Benutzeroberfläche, sowie von dem Konkurrenzangebot konventioneller Supermärkte im Hinblick etwa auf Preis, Qualität, Angebotsbreite, Öffnungszeiten, Parkplätze und Kundenfreundlichkeit.

Online-Supermärkte in einzelnen Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland
In Deutschland teilen sich einige Großanbieter den Markt für den Online-Vertrieb frischer Lebensmittel. Die innovativen Unternehmen der Branche sind jedoch durchweg Startups. Seit ein paar Jahren gibt es auch weltweit liefernde Online-Supermärkte. Darüber hinaus bestehen weitere Angebote mit geographisch begrenztem Liefergebiet. Weiter verbreitet sind in Deutschland Anbieter von Tiefkühlkost. Die regionale Auslieferung setzt sich im Gegensatz zum Lebensmittelversand per Paket immer weiter durch. Die Branchengrößen setzen alle auf Direktlieferung statt Paketversand. Wenige Anbieter sind überregional vertreten. Die meisten belieferten Standorte als Vollsortimenter verzeichnen aktuell REWE (21 Städte), food.de (10 Städte) und myTime.de (bundesweit).[1][2] Die Stiftung für Zukunftsfragen hat im Rahmen einer Umfrage ermittelt, dass sich mittlerweile jeder vierte Bundesbürger vorstellen kann, seine Lebensmittel online einzukaufen. Jeder vierzehnte Bürger wäre sogar bereit, für die Lieferung an die Wohnungstür, eine Liefergebühr in Höhe von bis zu fünf Euro zu bezahlen. Vor allem für Männer, Singles und jüngere Bundesbürger wäre diese Art des Lebensmittelkaufs interessant. [3]
Laut einer Untersuchung des Branchenverbands Bitkom aus dem Jahr 2016 haben 28 Prozent aller Internetnutzer ab 14 Jahren in den vergangenen 12 Monaten online Lebensmittel eingekauft haben. [4] Der Anteil von schnell verderblichen Frischwaren in diesem Bereich liegt bei 37 Prozent. Von den 72 Prozent, die bislang noch keine Lebensmittel oder Getränke online gekauft haben, kann sich rund die Hälfte (46 Prozent) vorstellen, das künftig zu tun. 56 Prozent der Kunden, die bereits online Lebensmittel geshoppt haben, gaben an, die Unabhängigkeit von Laden-Öffnungszeiten dabei zu schätzen. Beinahe ebenso viele (55 Prozent) bestellen Lebensmittel online, weil sie die Ware so nach Hause geliefert bekommen. Auch die Zeitersparnis (53 Prozent), die Bequemlichkeit beim Online-Einkauf (45 Prozent) sowie das größere Angebot im Internet (42 Prozent) sind Gründe für den Online-Kauf von Lebensmitteln. Sechs von zehn Befragten (60 Prozent), die bislang noch keine Lebensmittel online gekauft haben, wollen die Lebensmittel vor dem Kauf lieber sehen, riechen und anfassen. Knapp die Hälfte (47 Prozent) möchte die Produkte sofort haben und nicht auf eine Lieferung warten. 38 Prozent möchten keine Lieferkosten bezahlen. Bei der Frage, wo Lebensmittel oder Getränke im Internet gekauft werden, liegen laut der Umfrage klassische Online-Händler wie Amazon mit 60 Prozent ganz vorne. Auf Platz zwei (28 Prozent) rangieren Online-Händler, die regionale Produkte verschiedener Erzeuger vertreiben. Ein Fünftel der Befragten (20 Prozent), die Lebensmittel online kaufen, tut dies im Online-Shop eines Erzeugers aus der Region. Für die Studie wurden 1158 Internetnutzer ab 14 Jahren im August 2016 befragt.
Frankreich
In Frankreich bieten seit 2007 die Supermarktketten Auchan und Leclerc einen Drive-in-Service an, bei dem Kunden online bestellte Waren mit dem eigenen Auto abholen.[5]
Kanada
In Quebec startete 1998 ein Projekt, in dem Kunden ihre Bestellungen mittels eines Barcode-Lesers aufgeben können;[6][7] ein ähnliches Projekt wurde auch von Tesco begonnen.[8]
Niederlande
In den Niederlanden ist das Online-Supermarkt Angebot bereits seit 2000 flächendeckend ausgebaut und wird unter anderem von Familien mit kleinen Kindern und von älteren Personen genutzt. Albert Heijn führt eine Datenbank für Kochrezepte mit der Möglichkeit, die jeweils benötigten Zutaten direkt in die Einkaufsliste zu übertragen.[9] In den Niederlanden bestehen auch Konkurrenzangebote.[10]
Schweiz
In der Schweiz gibt es zwei große Online-Supermärkte, coop@home und LeShop.ch. Leshop war einer der ersten online-Supermärkte, inzwischen gehört er zu Migros.
USA
In den USA besteht eine Vielzahl von Online-Supermarkt-Angeboten.[11] Auch in Spanien, Frankreich und Großbritannien ist der internetbasierte Supermarkt recht weit entwickelt. Das Unternehmen Tesco beherrscht in Großbritannien den Markt [12] und gilt als der weltweit größte Online-Supermarkt.[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • Kritiker erklären, beim Online-Einkauf gingen im Vergleich zum konventionellen Einkauf Kreativität und Spontaneität verloren. Auf einem Wochenmarkt beispielsweise könne das Angebot an frischen Waren zum Kauf und zu einer entsprechenden Planung der Mahlzeiten inspirieren. Bei der Bestellung könnten Verbraucher die Frische von Lebensmitteln nicht unmittelbar begutachten, und es biete sich keine Gelegenheiten zum Gespräch zwischen Verkäufer und Käufer.
  • Der Online-Einkauf favorisiere große Anbieter, da nur diese eine entsprechende Infrastruktur vorhalten könnten.
  • Die Größe der Produkte ist nicht mehr direkt und unmittelbar erfahrbar – so ist bei der reinen Abbildung beispielsweise von Standard-Suppendosen ohne Vergleichsmaßstab nicht erkennbar, welche Menge sie beinhalten.
  • Online-Supermärkte haben aufgrund der ganz erheblich höheren variablen Kosten im Vergleich zum Lebensmitteleinzelhandel einen immensen Kostennachteil. Sie müssen teurer anbieten, wenn sie Verluste vermeiden wollen. Auch aufgrund der späteren Belieferung (geringerer Kundennutzen) würden sie überschätzt und daher langfristig nur ein Nischendasein für bestimmte Kundengruppen führen.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] food.de – Deutschland Rollout in der Presse
  2. Online Supermärkte – Vergleich Abgerufen am 30. Dezember 2014.
  3. [2]
  4. Teresa Tropf: Aus Online-Shopping wird Mobile-Shopping. In: www.bitkom.org. Bitkom, abgerufen am 9. November 2016.
  5. Drive. Faire ses courses sans sortir de sa voiture (französisch), Le Télégramme.com, 3. Oktober 2007, abgerufen am 17. Februar 2008
  6. Canadese supermarkt-keten bouwt cybermarket, Computable, 22. Januar 1999, Nr. 3, Seite 13, Ronald de Lange (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  7. IGA Cybermarket Moves into Second Generation (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  8. Online supermarket comes unplugged, New Scientist, 14 August 1999 (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  9. [3], Albert Heijn Rezepte
  10. News in Brief, ACCESS, Vol. 15, Nr. 2, April/Mai 2002, Seite 7 (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  11. The Online Grocer - Simplify Your Life By Buying Groceries On The Internet, Buy & Sell, Juli 1999, Vol.5, Nr.7 (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  12. Tesco Captures Four Times More Online Orders Than Closest Competitor During First Seven Months Of 2006 bei www.comscore.com (abgerufen am 6. Dezember 2006)
  13. ERS profiles europe's retail giants bei www.extendedretail.com (abgerufen am 6. Dezember 2006)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]