Manor AG

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Manor AG

Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Sitz Basel, Schweiz
Leitung Jérôme Gilg (Generaldirektor)[1]

Didier Maus (VR-Präsident)[1]

Mitarbeiterzahl 8'300 (2021)[2]
Umsatz 2,64 Mrd. CHF (2015)[3]
Branche Detailhandel
Website www.manor.ch

Manor Warenhaus in Basel St.Jakob
Basel: Das Manor Warenhaus im gleichnamigen Fussballstadion St.Jakob

Die Manor AG ist die grösste Schweizer Warenhauskette mit Sitz in Basel. Sie gehört zur Manor-Gruppe, die ausserdem die Modelabels Lacoste, Gant, The Kooples und Aigle betreibt. Die Manor-Gruppe gehört der Maus Frères Holding mit Sitz in Genf an.

Die Manor-Warenhäuser erwirtschafteten im Jahr 2015 einen Umsatz von CHF 2,64 Milliarden.[4] Rund 8'300 Mitarbeiter[5] arbeiten für die Manor-Warenhäuser. Das Privatunternehmen publiziert traditionell keine Gewinnzahlen.

Das Unternehmen betreibt in der Schweiz 59 Warenhäuser, 29 Food Märkte sowie 27 Restaurants. Mit einem geschätzten Marktanteil von knapp 61 % ist Manor die grösste Warenhauskette in der Schweiz.[6] Wichtige Mitbewerber sind das Magazine zum Globus, Coop City-Warenhäuser, sowie die regional aktiven Jelmoli und Loeb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung setzt sich aus den Familiennamen Maus und Nordmann zusammen. Dieser Name wird seit 1965 verwendet, aber erst seit September 2000 tritt die Gruppe in allen Filialen einheitlich unter diesem Namen auf. Vorher gab es zahlreiche Namen, die jeweils regional verankert waren. Dies erklärt sich aus der Geschichte der Gruppe. Bei manchen Warenhäusern waren die Gebrüder Maus zuerst nur Lieferant, oder später Minderheitsaktionär. Die ursprünglichen, lokal verankerten Familien-, Flur- oder Hausnamen der Warenhäuser blieben während Jahrzehnten erhalten.

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Warenhaus eröffneten die Brüder Ernest Maus und Henri Maus sowie Léon Nordmann im Jahre 1902 in Luzern unter dem Namen «Léon Nordmann». Weitere Warenhäuser unter dieser Firma folgten in Solothurn, Olten, Willisau, Emmenbrücke oder Zug. Ein bereits 1892 gegründetes Warenhaus in Schwyz firmierte später ebenfalls als «Nordmann», ebenso wie «Au petit Bénéfice» in Biel. Von 1933 bis 1945 war die Expansion durch das Filialverbot gestoppt.

Westschweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Delsberg gründete 1957 Nordmann unter dem Namen «Gérard Nordmann» ein Warenhaus, das bereits ab 1964 unter dem Namen «Galeries du Jura» auftrat, bevor es 1987 in «La Placette» umbenannt wurde. Dieser Name stammt vom 1951 eröffneten Warenhaus in Lausanne, dem 1963 ein gleichnamiges in Genf folgte. C. Bladt betrieb in Payerne ein Warenhaus unter seinem Namen, später mit Filialen in Moudon und Estavayer-le-Lac. Später traten die Warenhäuser der Familie Bladt auch als Placette auf. Im Jahr 2000 änderten alle diese Häuser auf den Namen Manor. In Neuenburg hiess ein sehr kleines, heute nicht mehr bestehendes Warenhaus «Au Louvre», dasjenige von Freiburg im Üechtland «Aux trois Tours». Ebenfalls zu Manor-Warenhäusern wurden die «Galeries du Léman» in Vevey, die «Nouvelles Galeries Martin» und «Porte Neuve».[7]

Deutschschweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Warenhaus «Au Louvre» wurde 1924 zum «Magazine zum Greifen» und 1926 zum «Magazine zur Rheinbrücke», dem bekanntesten Warenhaus in Basel.

Das Warenhaus Brann an der Zürcher Bahnhofstrasse wurde von Oscar Weber übernommen und unter eigenem Namen betrieben. 1984 kam es unter die Ägide der Maus Frères und bekam den dannzumal in der Ostschweiz verbreiteten Namen «Vilan».[8] Das Gebäude gehört nicht Manor, sondern der Versicherung Swiss Life. Nach einem langjährigen Rechtsstreit über die Höhe des Mietzinses und einem abgelehnten Kaufangebot von Manor soll es Ende Januar 2020 geschlossen werden, da sich Swiss Life durch die Vermietung von Flächen im Gebäude für Büros oder Boutiquen höhere Mieteinnahmen verspricht. Ein anderer Standort soll gesucht werden.[9][10]

Unter dem Namen Vilan gab es auch Warenhäuser in Aarau, Baden, Wohlen, St. Gallen, Sargans, ab 1956 in Chur. In Buchs (SG) gab es das Warenhaus «Modern», das 1986 zu Vilan wurde. Der ehemalige Manor in Amriswil entstand aus dem Warenhaus «Schmid-Fischer» (später Bodan und Vilan; Schmid gab es auch in Uzwil).[11]

In Liestal hiess das 1943 gegründete «Kaufhaus zum Tor» und in Schaffhausen gründeten die Maus in einem Altstadthaus, einem ehemaligen Hotel, 1955 eine Filiale, der sie den Namen des Hauses gaben, «Kaufhaus zum Schwanen». Das «Kaufhaus Hauser» in Altdorf (UR) brannte 1995 ab und wurde nicht mehr aufgebaut. Die Familie «Keller-Ullmann» aus Rapperswil (SG) betrieb in jener Stadt ein Warenhaus, später mit Filialen in Lachen, Rüti, Wattwil und Schattdorf. Später wurden die Häuser mit «Vilan», resp. «Manor» beschriftet, gingen jedoch erst 2009 in den Besitz der Gebrüder Maus.

Logo bis 2008

Tessin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tessin wurde die 1911 gegründeten «Innovazione» mitsamt dem Namen übernommen.

Auftritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo 2008–2017

Schon früh traten die von Maus/Nordmann betriebenen oder belieferten Warenhäuser zwar mit ihren verschiedenen Namen, jedoch in gleicher Schrift auf. In den 1960er-Jahren war dies eine sich von links nach rechts neigende Schrift, später der von Manor übernommene Schriftzug mit dem roten Signet, einem Schrägstrich und anschliessend in kursiver Fettschrift der Name.

2008 hat sich Manor mit einem Rebranding ein neues Gesicht gegeben, unter anderem mit einem neuen Logo sowie dem Markenversprechen donnons du style à la vie.

Logo seit 2017

Im Mai 2017 wurde das Logo der Warenhauskette erneut angepasst. Das rote Signet des Logos, die bekannte rote Wabe, besteht nun statt aus sechs roten Sechsecken aus vier roten Tropfen.[12] Der bisherige Slogan wurde durch Special Everyday ersetzt.

Sortiment und Kundenkarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sortiment von Manor besteht aus Eigenmarken wie Yes or No, Avant Première, JJBenson und Maddison, sowie aus Markenartikeln. Manor positioniert sich im mittleren Preissegment. Im September 2019 wurde Die faire Milch ins Sortiment aufgenommen[13]. Im November 2019 hat der Online-Supermarkt Farmy.ch 130 Bio-Lebensmittel der Manor-Eigenmarke ins Sortiment aufgenommen[14]. Im Jahr 2021 begann ein Test, um Decathlon-Artikel in Manor-Filialen zu vertreiben.[15]

Die Manor-Kundenkarte myOne wurde im Jahr 2003 lanciert.[16] Im September 2013 lancierte Manor als erste Schweizer Detailhändlerin für Inhaber der Manor-Kundenkarte ein System für mobiles Bezahlen per App. Ab Juli 2020 wurde die Manor-Kundenkarte durch eine Mastercard, welche durch die Viseca Card Services SA herausgegeben wird, ersetzt[16].

Filialen[17][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Manor
warenhaus
Manor
Food
Manora
Restaurants
Appunto
Take Away
Sanovit
Kanton AargauKanton Aargau Aargau 4 1 2 1 1
Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft 1 1 1
Kanton Basel-StadtKanton Basel-Stadt Basel-Stadt 1 1 1 1
Kanton BernKanton Bern Bern 5 1 2 1
Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg 2 1 1
Kanton GenfKanton Genf Genf 5 2 1
Kanton GraubündenKanton Graubünden Graubünden 1 1 1 1
Kanton JuraKanton Jura Jura 1 1
Kanton LuzernKanton Luzern Luzern 2 2 2 1
Kanton NeuenburgKanton Neuenburg Neuenburg 2 1 2 1
Kanton St. GallenKanton St. Gallen St. Gallen 6 3 3
Kanton SchaffhausenKanton Schaffhausen Schaffhausen 1 1 1
Kanton SolothurnKanton Solothurn Solothurn 1 1 1
Kanton SchwyzKanton Schwyz Schwyz 1
Kanton TessinKanton Tessin Tessin 8 5 3 4 1
Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau 3
Kanton UriKanton Uri Uri 1
Kanton WaadtKanton Waadt Waadt 7 6 3 2 1
Kanton WallisKanton Wallis Wallis 3 3 3 2
Kanton ZugKanton Zug Zug 1
Kanton ZürichKanton Zürich Zürich 8 2 1 2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Manor AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Manor AG. Handelsregisterauszug, abgerufen am 23. September 2019.
  2. [1] Website der Manor AG, abgerufen am 17.02.2021
  3. [2]
  4. Medienmitteilungen – Manor. In: www.manor.ch. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  5. [3] Website der Manor AG, abgerufen am 17. Februar 2021
  6. [4] Website der Manor AG, abgerufen am 17. Februar 2021
  7. Ort noch zu eruieren
  8. Vogel Gryff, Nr. 6 (Memento des Originals vom 2. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vogelgryff.ch (PDF; 2,0 MB) vom 20. März 2008, S. 5.
  9. Michael von Ledebur: Manor schliesst sein Warenhaus an der Zürcher Bahnhofstrasse. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. September 2019. Abgerufen am 23. September 2019.
  10. sip: Aus für Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse. In: Tages-Anzeiger. 23. September 2019. Abgerufen am 23. September 2019.
  11. Roger Häni: «Schade um das Kaufhaus». In: St. Galler Tagblatt. 27. Januar 2011 (tagblatt.ch [abgerufen am 7. Mai 2018]).
  12. Warenhausriese Manor sucht das neue Logo. In: Handelszeitung. 30. März 2016, ISSN 1422-8971 (handelszeitung.ch [abgerufen am 24. Mai 2017]).
  13. 1 Franken pro Liter für Milchbauer. In: schweizerbauer.ch. 23. September 2017, abgerufen am 23. September 2019.
  14. Jon Mettler: Manor steigt in den Internet-Handel für Esswaren ein. In: tagesanzeiger.ch. 5. November 2019, abgerufen am 6. November 2019.
  15. Benjamin Weinmann: Manor wird französischer: Das Warenhaus verkauft neu billige Sportartikel von Decathlon – mit grösseren Folgen? In: tagblatt.ch. 15. Juli 2021, abgerufen am 17. Juli 2021.
  16. a b Manor führt Kundenkarte der neusten Generation ein. In: mynews.manor.ch. 15. Juni 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  17. Filialen (Stand 2019)