Onlyfans

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Onlyfans

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Basisdaten

Entwickler Tim Stokely
Erscheinungsjahr 2016
Betriebssystem Windows 10, Windows 10 Mobile, Android, iOS
Kategorie kostenpflichtige Bereitstellung von Fotos und Videos
deutschsprachig ja
onlyfans.com

Onlyfans (Eigenschreibweise: OnlyFans) ist ein Webdienst zur kostenpflichtigen Bereitstellung von Webinhalten wie Fotos und Videos (Paid Content), vorwiegend erotischen bzw. pornografischen Inhalts.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Grundsatz ähnelt der Aufbau von Onlyfans sehr stark werbefinanzierten Sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook: Nutzer können nach ihrer Registrierung ein öffentliches Profil gestalten und Inhalte wie Fotos und Videos hochladen. Sie können nach anderen Nutzern suchen, die Inhalte anderer Nutzer abonnieren und über öffentliche Kommentare und private Nachrichten kommunizieren.

Der wesentliche Unterschied zu werbefinanzierten Social-Media-Portalen ist, dass die Profilinhaber die Möglichkeit haben, Geld von den Abonnenten (genannt „Fans“) zu verlangen und dies, sofern sie eigene Inhalte zur Verfügung stellen, in der Regel auch tun. Ohne Abonnement sieht ein Fan nur die Profilinformationen des anbietenden Nutzers, ggf. auch dessen vergangene Posts, jedoch ohne Fotos und Videos. Abonnierende Nutzer müssen vor dem Zugang zu kostenpflichtigen Abonnements zunächst eine Zahlungskarte (Kredit- oder Debitkarte) angeben, über die man sich ein seiteninternes Guthaben einrichten oder die man direkt zur Zahlung für einzelne Inhalte nutzen kann.

Inhalte anbietende Nutzer haben drei Möglichkeiten, Geld von den Fans zu erhalten:

  • Sie können für den Zugang zu ihrem Profil Gebühren in frei wählbarer Höhe (mindestens 4,99 USD pro Monat) verlangen, wobei Rabatte für lange laufende Abonnements und während kurzfristiger Marketingaktionen gewährt werden können
  • Einzelne Inhalte können Abonnenten gegen eine gesonderte Gebühr angeboten werden (Pay-per-View)
  • Weiterhin können Fans freiwillige „Trinkgelder“ an die Inhalteanbieter zahlen.

Nach Angaben der Netzseite behält OnlyFans 20 % der gezahlten Umsätze ein und zahlt 80 % an die Anbieter aus. Ein Herunterladen der Inhalte ist mit den angebotenen Funktionen der Seite nicht möglich.

Aktuell gibt es zehn Sprachversionen.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich können alle Arten legaler Inhalte über OnlyFans angeboten werden. Ein Großteil der Inhalte bereitstellenden Nutzer bietet erotische oder pornografische Inhalte an, es gibt jedoch auch Anbieter aus den Bereichen Musik, Kunst, Crowdfunding und Spendenaufrufe.

Der große Anteil pornographischer Inhalte kann dadurch erklärt werden, dass Onlyfans im Unterschied zu ähnlichen Bezahlplattformen pornographische Inhalte nicht verbietet, sondern ausdrücklich zulässt und es den Darstellern erlaubt, Einnahmen ohne zwischengeschaltete Exklusivrechte-Vermarkter (z. B. Filmstudios) zu erzielen. Einschränkend wirkt, dass viele Inhalte aus Onlyfans nach kurzer Zeit auf frei zugänglichen Porno-Portalen geleakt werden, wobei das in jedem Video automatisch erzeugte Wasserzeichen, die Netzadresse des Onlyfans-Nutzerprofils, neue Nutzer anziehen kann. Viele auf werbefinanzierten Plattformen erfolgreiche Influencer, z. B. aus dem Fitness- oder Model-Bereich, nutzen Onlyfans als weiteren Kanal, um von besonders interessierten Followern zusätzliche Einnahmen zu generieren. Dem einzelnen „Fan“ wird dabei exklusiverer Kontakt mit dem Ersteller angeboten.

Über die in London ansässige Betreiberfirma des Portals, Fenix International Limited, ist wenig bekannt.[1] Auf Anfrage des Nachrichtenmagazins Der Spiegel (März 2020) hat das Unternehmen angegeben, weltweit 24 Millionen Nutzer zu haben, von denen etwa 500.000 kostenpflichtige Inhalte anbieten, davon wiederum 4.000 aus Deutschland. Der durchschnittliche Abonnementpreis liege bei 14 USD.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. How OnlyFans Changed Sex Work Forever. In: New York Times, 9. Februar 2019. Abgerufen am 18. Juni 2020. 
  2. Erotische Bilder im Monatsabo – Wie Intimfluencer ihr Geld verdienen. Spiegel Online vom 25. März 2020, abgerufen am 18. Juni 2020