Otto Charles Bänninger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Otto Charles Bänninger (* 24. Januar 1897 in Zürich; † 15. Mai 1973 ebenda) war ein Schweizer Steinbildhauer, Bronzeplastiker und Zeichner. Er gehört zu den wichtigsten Bildhauern der Zwischen- und Nachkriegszeit in der Schweiz.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Charles Bänninger (1897–1973) Bildhauer. Skulptur Janus, 1962, Standort auf dem Totentanz-Platz in Basel. 47° 33′ 42,17″ N, 7° 35′ 9,21″ E. Von 1929–1951 war er mit Bildhauerin Germaine Richier verheiratet.
Janus, 1962

Otto Charles Bänninger absolvierte von 1913 bis 1918 eine Bildhauerlehre bei Franz Wanger in Zürich. 1920 bis 1921 war er an der Académie de la Grande Chaumière in Paris, wo er bei Antoine Bourdelle studierte. 1928 reiste Bänninger nach Florenz, Rom, Neapel und Pompeji, um sich mit der Antike und der Renaissance auseinanderzusetzen. Nach Bourdelles Tod 1929 vollendete Bänninger in den folgenden zwei Jahren einige dessen Werke. Bis 1932 arbeitete er in Paris, dann ging er nach Zürich zurück, wo er bis zu seinem Tod blieb. Immer wieder kehrte für ein paar Monate nach Paris zurück. 1936 wurde Bänninger Mitglied der Pariser Kunstausstellungs-Gesellschaft Société du Salon d’Automne. Von 1929 bis 1951 war er mit der französischen Bildhauerin Germaine Richier verheiratet, die er in Paris im Atelier Bourdelles als Mitschülerin kennengelernt hatte.[2]

Bänninger arbeitete ausschliesslich figürlich. Die Frau des Bildhauers Peter Moilliet, Maria Vanz stand für ihn Modell. Im Vordergrund standen Menschenfiguren, das Bildnis und das Pferd. Seine Werke stellte er in Paris am Salon des Tuileries und am Salon d’Automne sowie in Genf, Basel und Zürich aus. Die meisten seiner Skulpturen stehen im Musée des Beaux Arts in Lausanne und im Kunsthaus Zürich.

Zu Bänningers bekanntesten Werken gehören die Samariter-Gruppe beim Zürcher Limmathaus (1931), das 1936 gestaltete Flachrelief Die Speisung der Fünftausend in Würenloser Muschelkalkplatten an der Südfassade der Neuen Kirche Wollishofen,[3] das Denkmal von Heinrich Bullinger am Grossmünster (1939–1940) oder das 1967 geschaffene Reiterstandbild Henri Guisans in Lausanne-Ouchy. Vor dem Opernhaus Zürich steht seit 1946 die Schreitende. Auffallend ist die golden schimmernde Figur Der Genesende vor dem Zürcher Universitätsspital[4]. 1956 schuf Bännninger das Wandrelief Lebhafte Familie für das Einkaufszentrum am Marktplatz in Oerlikon.[5] Für die Schweizerische Landesausstellung 1939 schuf er die monumentale Gipsskulptur Knabe mit Pferd.[6]

Otto Charles Bänninger fand auf dem Friedhof Enzenbühl seine letzte Ruhestätte.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strassenschild

Nach Bänninger ist im Zürcher Quartier Hirslanden der «Otto C. Bänninger-Weg» benannt, wo der Künstler sein Atelier hatte.[8]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Otto Bänninger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Schrödter: Bänninger, Otto. In: Sikart
  2. SIK-ISEA: Nachlass Otto Charles Bänninger. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  3. ETH Zürich: Flachrelief Die Speisung der Fünftausend. Abgerufen am 15. September 2019.
  4. Bronzeplastik vor dem Haupteingang des Universitätsspital Zürich.
  5. Alex Winiger: 1956, Lebhafte Familie. Abgerufen am 21. Juli 2019.
  6. Kunst an der Landi: Otto Charles Bänninger.
  7. rRtro Seals
  8. alt-Züri