Pessotschnoje (Kaliningrad, Prawdinsk)

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Siedlung
Pessotschnoje/Althof
Песочное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Prawdinsk
Frühere Namen Althof, Kreis Friedland (bis 1927),
Althof, (Kreis Bartenstein) (bis 1947)
Bevölkerung 77 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 233 807 008
Geographische Lage
Koordinaten 54° 29′ N, 21° 8′ OKoordinaten: 54° 29′ 0″ N, 21° 8′ 0″ O
Pessotschnoje (Kaliningrad, Prawdinsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Pessotschnoje (Kaliningrad, Prawdinsk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Pessotschnoje (russisch Песочное, deutsch Altenhof, Kreis Friedland (ab 1927 Kreis Bartenstein)) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Er liegt im Rajon Prawdinsk (Kreis Friedland (Ostpr.)) und gehört zur Prawdinskoje gorodskoje posselenije (Stadtgemeinde Prawdinsk (Friedland (Ostpr.))).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pessotschnoje liegt neun Kilometer nordöstlich der heutigen Rajonshauptstadt und vormaligen Kreisstadt Prawdinsk (Friedland) am linken Ufer der Alle (russisch: Lawa). Es ist über die russische Fernstraße R 514 im Abzweig Kurortnoje (Groß Wohnsdorf) über Progress (Auglitten) zu erreichen. Ein Bahnanschluss besteht nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Juni 1874 wurde das ehemals Althof genannte Gutsdorf Amtssitz und namensgebender Ort des neu errichteten Amtsbezirks Althof[2], zu dem außer dem Amtsdorf noch die Landgemeinde Angarben (heute nicht mehr existent) gehörte. Er gehörte bis 1927 zum Landkreis Friedland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1901 wurde ein Teil des Gutsbezirks Althof in die Landgemeinde Angarben eingegliedert, und noch im gleichen Jahr wurde das Vorwerk Wilhelmshöhe (russisch: Owraschnoje) aus dem Gutsbezirk Althof ausgegliedert und in einen selbständigen Gutsbezirk umgewandelt. Im Jahre 1910 zählte Althof 219 Einwohner[3].

Am 30. September 1928 schließlich wurden die Landgemeinde Angarben und die beiden Gutsbezirke Althof und Wilhelmshöhe zur neuen Landgemeinde Althof zusammengeschlossen. Der Amtsbezirk Althof allerdings wurde aufgelöst und in den Amtsbezirk Wohnsdorf (russisch: Kurortnoje), jetzt im Landkreis Bartenstein (Ostpr.), überstellt. Die Einwohnerzahl stieg bis 1933 auf 255 und betrug 1939 noch 230[4].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Althof mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 den russischen Namen „Pessotschnoje“.[5] Bis zum Jahre 2009 war der Ort innerhalb der seit 1991/92 russischen Oblast Kaliningrad in den Druschbinski sowjet (Dorfsowjet Druschba (Allenburg)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft in der Prawdinskoje gorordskoje posselenije (Stadtgemeinde Prawdinsk (Friedland)) im Rajon Prawdinsk.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner vor 1945 überwiegend evangelischen Bevölkerung war Althof in das Kirchspiel Auglitten–Schönwalde[7] (russisch: Progresss-Rasswet) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Friedland (Prawdinsk), später Bartenstein (heute polnisch: Bartoszyce) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute liegt Pessotschnoje im Einzugsbereich der neu gebildeten evangelischen Gemeinde in Druschba (Allenburg), die eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) und der ebenfalls neugegründeten Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland angeschlossen ist[8].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Althof/Wohnsdorf
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Friedland
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Bartenstein (poln. Bartoszyce). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 476 vom 21. Dezember 2004, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Ortsverzeichnis/Kirchspiele Bartenstein (Memento des Originals vom 27. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hkg-bartenstein.de
  8. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]