Landkreis Bartenstein (Ostpr.)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Bartenstein (Ostpr.) Lage des Landkreises Bartenstein (Ostpr.) in Deutschland 1944/45
Basisdaten (Stand ca. 1945)
Bestandszeitraum: 1818 - 1945
Land: Preußen
(Deutschland bis 1945)
Provinz: Ostpreußen
Regierungsbezirk: Königsberg
Verwaltungssitz: Bartenstein
Fläche: 881,09 km²
Einwohner: 50.448 (17. Mai 1939)
Bevölkerungsdichte: 57,3 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: IC
1953 vorgesehen: BAR
Kreisgliederung: 77 Gemeinden
1 Gutsbezirk
in 30 Amtsbezirken
Lage des Kreises
Lage des Landkreises

Der Landkreis Bartenstein (Ostpr.) (bis 1927 Kreis Friedland, von 1928 bis 1938 Kreis Bartenstein, von 1938 bis 1939 Kreis Bartenstein (Ostpr.)) war ein Landkreis in Ostpreußen und bestand als preußischer Landkreis in der Zeit zwischen 1818 und 1945.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand mit dem 1. Februar 1818 der Kreis Friedland im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Dieser umfasste die Kirchspiele:

Das Landratsamt war in Friedland.

Bereits zum 1. April 1819 wurden umfangreiche Änderungen von Kreisgrenzen vorgenommen:

  • Ausgliederung des Kirchspiels Almenhausen / Abschwangen aus dem Kreis Friedland in den Kreis Kreuzburg,
  • Eingliederung der Kirchspiele Bartenstein, Falkenau, Gallingen und Groß Schwansfeld aus dem Kreis Rastenburg in den Kreis Friedland,
  • Eingliederung der Kirchspiele Friedenberg und Groß Schönau aus dem Kreis Friedland in den Kreis Gerdauen.

1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Am 1. April 1845 wurde der Kreissitz von Friedland nach Domnau verlegt.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Friedland am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Am 10. Dezember 1895 wurde die bisher irrtümlich zum Kreis Friedland gezählte Besitzung Heinrichshof vom Kreis Friedland in den Kreis Wehlau eingegliedert.

Seit dem 1. Oktober 1902 war das Landratsamt in Bartenstein, es blieb aber weiter beim bisherigen Kreisnamen. Erst ab dem 21. Oktober 1927 führte der Kreis Friedland den Namen Bartenstein.

Zum 1. November 1928 wechselten die Gutsbezirke Bonschen, Glommen, Karolinenhof und Keegels vom Kreis Bartenstein in den Kreis Preußisch Eylau.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Bartenstein entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Gleichzeitig trat der Gutsbezirk Elisenau-Frisching, Forst vom Kreis Bartenstein zum Kreis Wehlau. Um 1929 hatte der Landkreis Bartenstein bei einer Gesamtfläche von 880 km² rund 43.200 Einwohner.[1]

Entsprechend der Umbenennung der Kreisstadt führte auch der Kreis ab 20. Juli 1938 den Namen Bartenstein (Ostpr.). Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Bartenstein (Ostpr.) entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und wurde danach größtenteils Teil der Sowjetunion. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, sofern sie nicht bereits geflüchtet war, in der Folge vertrieben.

Der Landkreis wurde durch die polnisch-sowjetische Demarkationslinie geteilt. Die nördliche Hälfte liegt heute in der zu Russland gehörenden Oblast Kaliningrad, aufgeteilt auf den Rajon Prawdinsk (Friedland) und den Rajon Bagrationowsk (Preußisch Eylau), die südliche Hälfte liegt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und bildet den Powiat Bartoszycki (Bartenstein).

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Die Landkreis Friedland gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Bartenstein, Domnau, Friedland und Schippenbeil führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 die im Deutschen Reich gültige Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung 1945[Bearbeiten]

Der Landkreis Bartenstein (Ostpr.) setzte sich Anfang 1945 aus 77 Gemeinden, darunter die Städte Bartenstein, Domnau, Friedland und Schippenbeil sowie einem Gutsbezirk zusammen:

Amtsbezirke[2] & Gemeinden[3] Bevölkerung (1939)[4] Bemerkung
Stadt Bartenstein (Ostpr.)    
1. Bartenstein (Ostpr.), Stadt 12.912  
Stadt Domnau    
1. Domnau Stadt 2.990  
Stadt Friedland (Ostpr.)    
1. Friedland (Ostpr.), Stadt 4.417  
Stadt Schippenbeil    
1. Schippenbeil, Stadt 3.434  
Amtsbezirk Allenau    
1. Allenau 528  
2. Heyde 213  
3. Kukehnen 79  
Amtsbezirk Böttchersdorf    
1. Böttchersdorf 629  
2. Hohenstein 104  
Amtsbezirk Deutsch Wilten (bis 1930 Abbarten)    
1. Deutsch Wilten 759  
2. Georgenau 312  
3. Wolmen 389  
Amtsbezirk Falkenau (bis 1930 Wöterkeim)    
1. Falkenau 552  
2. Wöterkeim 543  
Amtsbezirk Gallingen    
1. Gallingen 800  
2. Grommels 234  
Amtsbezirk Gallitten (bis 1930 Galben)    
1. Gallitten 275  
2. Genditten 460  
Amtsbezirk Groß Klitten (bis 1930 Groß Domnau)    
1. Groß Klitten 275  
2. Preußisch Wilten 410  
Amtsbezirk Groß Schwansfeld    
1. Beyditten 384  
2. Groß Schwansfeld 480  
Amtsbezirk Groß Schwaraunen    
1. Groß Schwaraunen 462  
2. Hermenhagen 341  
3. Kraftshagen 536  
4. Plensen 369  
Amtsbezirk Kapsitten (bis 1934 Gertlack)    
1. Kapsitten 439 8. Mai 1934 umbenannt, früher Gertlack
Amtsbezirk Karschau    
1. Karschau 127  
2. Kipitten 215  
Amtsbezirk Kinkeim    
1. Kinkeim 161  
2. Sandlack 156  
3. Tromitten 356  
Amtsbezirk Klein Schönau (bis 1930 Dietrichswalde)    
1. Dietrichswalde 244  
2. Klein Schönau (Ostpr.) 304  
Amtsbezirk Klingenberg    
1. Klingenberg 496  
Amtsbezirk Landskron    
1. Landskron 723  
2. Langhanken 170  
Amtsbezirk Langendorf    
1. Langendorf 618  
2. Stolzenfeld 390  
Amtsbezirk Liekeim    
1. Damerau 551  
2. Legienen 134  
3. Liekeim 187  
4. Siddau 266  
Amtsbezirk Liesken    
1. Liesken gemeindefreier Gutsbezirk 561  
2. Roskeim 233  
3. Skitten 315  
4. Söllen 259  
5. Wehrwilten 243  
Amtsbezirk Maxkeim    
1. Losgehnen 180  
2. Maxkeim 363  
3. Nohnen 106  
4. Wangritten 186  
5. Wordommen 148  
Amtsbezirk Mertensdorf    
1. Mertensdorf 369  
Amtsbezirk Polkitten    
1. Lapkeim 288  
2. Polkitten 181  
3. Redden 271  
Amtsbezirk Romsdorf    
1. Massaunen 375  
2. Romsdorf 457  
Amtsbezirk Rosenort    
1. Paßlack 419  
2. Rosenort 276  
Amtsbezirk Schönbruch    
1. Groß Poninken 448  
2. Juditten 536  
3. Schönbruch 1.139  
Amtsbezirk Schönwalde    
1. Schönbaum 241  
2. Schönwalde 327  
Amtsbezirk Schwönau    
1. Heinrichsdorf 309  
2. Schwönau 373  
3. Sommerfeld 192  
Amtsbezirk Sehmen    
1. Sehmen 503  
Amtsbezirk Spittehnen    
1. Ardappen 122  
2. Loyden 206  
3. Markienen 434  
4. Spittehnen 329  
Amtsbezirk Stockheim (bis 1937 Puschkeiten)    
1. Eisenbart 306  
2. Stockheim 544  
Amtsbezirk Wohnsdorf (bis 1930 Groß Wohnsdorf)    
1. Althof 230  
2. Wohnsdorf 555  

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden im Wesentlichen bis 1945 beibehalten.

Allein zwei Städte erhielten 1938 veränderte Namensbezeichnungen, nämlich:

  • Bartenstein: Bartenstein (Ostpr.),
  • Friedland i. Ostpr.: Friedland (Ostpr.).

Literatur, Quellen[Bearbeiten]

  • Leopold Krug: Die preußische Monarchie – topographisch, statistisch und wirtschaftlich dargestellt. Teil 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1833, S. 479-543.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Friedland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, 2. Band, Leipzig 1929, S, 333.
  2. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen, Band 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1931
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941