Peter Grottian

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Peter Grottian (* 27. Mai 1942 in Wuppertal) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler und politischer Aktivist des linken Spektrums.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grottian studierte Sozialwissenschaften in Berlin und Freiburg. 1973 promovierte er im Fach Politikwissenschaft an der Universität Bielefeld. Er war von 1979 bis 2007 Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut (OSI) der Freien Universität Berlin. Die von ihm geleiteten Seminare befassten sich unter anderem mit politischer Partizipation, lokalen Entscheidungsprozessen sowie machtvollen Akteuren. Häufig stellt er die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Reflexion auch in breitenwirksamen Medien dar.[1] Gemeinsam mit dem am selben Institut lehrenden Wolf-Dieter Narr verzichtete er auf je ein Drittel der eigenen Stelle, um eine Gender-Professur am Institut zu finanzieren.[2]

Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer, der er seit 1985 aus politischer Überzeugung in Teilzeit nachging, engagierte und engagiert Grottian sich ehrenamtlich in diversen politischen Initiativen. Dazu zählen das Komitee für Grundrechte und Demokratie und die von ihm mitbegründete Initiative Berliner Bankenskandal. Zudem ist er offizieller Unterstützer der überwachungskritischen Datenschutzdemonstration Freiheit statt Angst.[3] Des Weiteren ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac.[4]

Insbesondere Grottians Engagement gegen die Preiserhöhungen und die Abschaffung des Sozialtickets bei den Berliner Verkehrsbetrieben, auf die er und andere mehrmals mit spektakulären Schwarzfahraktionen aufmerksam machten, sorgten des Öfteren für Schlagzeilen.[5][6]

Die Berliner Justiz hat bereits mehrfach gegen ihn ermittelt, und konservative Lokalpolitiker forderten immer wieder seine Entlassung aus dem Staatsdienst. Doch all dies blieb für Grottian sowohl disziplinar- als auch strafrechtlich folgenlos.

Nach Berichten des Nachrichtenmagazins Der Spiegel vom Juni 2006 wird Grottian seit 2003 unter anderem durch V-Personen vom Verfassungsschutz des Landes beobachtet, jedoch existiere angeblich keine Akte über ihn. Der Vorgang sollte auch im Verfassungsschutz-Ausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin Thema werden.[7]

Zum Ende des Sommersemesters 2007 wurde Peter Grottian emeritiert.[8] Er bleibt gleichwohl als Aktivist und Kommentator, etwa zu sozialpolitischen Themen oder Stuttgart 21, aktiv.[9][10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilse Lenz: Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14729-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. etwa bpb.de, spiegel.de
  2. http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/mitarbeiter/prof_dr_petergrottian/index.html
  3. Demonstration Freiheit statt Angst, Unterstützerliste
  4. Mitglieder Wissenschaftlicher Beirat Attac (Stand Januar 2016)
  5. Jochen Leffers: Strafbefehl gegen Professor: Fahrt schwarz, Grottian zahlt, Spiegel Online/UniSpiegel, 10. Dezember 2004
  6. Tagesspiegel: Grottian zahlte für 50 Schwarzfahrer, aufgerufen am 12. März 2013
  7. „Verfassungsschutz räumt Fehler ein“, Spiegel Online vom 12. Juni 2006
  8. „Der Professor für das Politische“, taz vom 8. Juni 2007
  9. epd.de: Occupy-Bewegung muss Inhalte formulieren (Memento vom 29. Juli 2012 im Webarchiv archive.is)
  10. Youtube.com: Prof. Dr. Peter Grottian - Großdemo gegen Stuttgart 21 - 21.05.2011