Extinction Rebellion

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Extinction Rebellion

Extinction Rebellion (engl. für Rebellion gegen das Aussterben), kurz XR, ist eine weltweit aktive Graswurzelbewegung, die in der Klimakrise zu zivilem Ungehorsam zwecks Beendigung des Massenaussterbens aufruft.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel von Extinction Rebellion ist die Ausübung von Druck auf Machthaber und die Öffentlichkeit, um dadurch auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 gründeten Gail Bradbrook und George Barda die Gruppe Compassionate Revolution,[2] aus der sich zunächst Rising Up! und schließlich Extinction Rebellion entwickelten.[3] Extinction Rebellion wurde im Oktober 2018 gegründet und erlangte rasch durch immer wieder organisierte Massenproteste, Flashmobs und Sitzstreiks, zunächst in London, ein weltweites Medienecho.[1] Für Aufsehen sorgte im November 2018 die Blockade der wichtigsten Brücken über die Themse durch 6000 Demonstranten, von denen 85 dabei wegen Verkehrsbehinderung festgenommen wurden.[4] Im Rahmen dieser Veranstaltungen trat auch Greta Thunberg auf.[1] Mittlerweile ist Extinction Rebellion weltweit aktiv und hat auch einen Ableger in Deutschland.

Offene Briefe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Extinction Rebellion wurde wiederholt durch offene Briefe Unterstützung zuteil. Ein erster Brief wurde am 26. Oktober 2018 in der britischen Zeitung The Guardian veröffentlicht und war von 94 Prominenten unterschrieben, überwiegend britische Wissenschaftler. Zu den Unterzeichnenden gehörten Prominente wie Alison Green, Joy Carter, Rowan Williams, Danny Dorling, Jem Bendell, Ian Gibson, Susie Orbach, David Drew, Molly Scott Cato und Shahrar Ali.[5] Im Brief heißt es:

„Die Wissenschaft ist eindeutig, die Fakten sind unumstößlich und es ist für uns unerhört, dass unsere Kinder und Kindeskinder die schreckliche Last einer beispiellosen Katastrophe tragen müssen, die wir selbst verursacht haben. […] Unsere Regierung trägt eine Mitschuld an der Missachtung des Vorsorgeprinzips und am Versagen bei der Feststellung, dass ein unendliches Wirtschaftswachstum auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht machbar ist. […] Wenn eine Regierung absichtlich ihre Verantwortung aufkündigt, ihre Bürger vor Schaden zu schützen und die Zukunft der kommenden Generationen zu sichern, hat sie ihre wichtigste Verantwortungspflicht nicht erfüllt. Der ‚Sozialvertrag‘ wurde gebrochen, und es ist daher nicht nur unser Recht, sondern unsere moralische Pflicht, die Untätigkeit und eklatante Pflichtverletzung der Regierung zu umgehen und zur Verteidigung des Lebens an sich zu rebellieren. Wir erklären daher unsere Unterstützung für die am 31. Oktober 2018 ins Leben gerufene Extinction Rebellion. Wir stehen voll hinter den Forderungen, dass die Regierung den Bürgern die harte Wahrheit sagt. Wir fordern, dass eine Bürgerversammlung mit Wissenschaftlern auf der Grundlage der vorhandenen Beweise zusammenarbeitet und im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip dringend einen glaubwürdigen Plan für eine schnelle vollständige Entkarbonisierung der Wirtschaft entwickelt.“[5]

Ein zweiter offener Brief wurde wenige Wochen darauf, am 9. Dezember 2018, ebenfalls im Guardian veröffentlicht, und er war diesmal von 100 Wissenschaftlern, Verfassern, Politikern und Aktivisten aus aller Welt unterzeichnet, darunter Prominenten wie Vandana Shiva, Naomi Klein, Noam Chomsky, A.C. Grayling, Philip Pullman, Rowan Williams, Bill McKibben, Tiokasin Ghosthorse, Esther Stanford-Xosei, Jonathon Porritt, Alison Green, Lily Cole, Chris Packham, Susie Orbach, Joy Carter und Jayati Ghosh Jawaharlal.[6] Hierbei heißt es im Brief:

Politische Führungen scheitern weltweit an der Thematisierung der Umweltkrise. Falls der weltweite Unternehmenskapitalismus die internationale Wirtschaft weiterhin antreibt, ist eine weltweite Katastrophe unausweichlich. […] Wir fordern zudem besorgte Weltbürger auf, gegen die gegenwärtige Selbstgefälligkeit in ihren jeweiligen Zusammenhängen, einschließlich der Verteidigung indigener Völker, der Entkolonialisierung und der wiedergutmachenden Gerechtigkeit, aufzustehen und sich dagegen zu organisieren – sich somit der globalen Bewegung anzuschließen, die sich nun gegen das Aussterben auflehnt (z. B. Extinction Rebellion im Vereinigten Königreich). Wir müssen gemeinsam alles tun, was gewaltlos notwendig ist, um Politiker und Wirtschaftsführer von der Aufgabe ihrer Selbstgefälligkeit und Leugnung zu überzeugen. Ihr ‚weiter so wie bisher‘ stellt keine Option mehr dar. Weltbürger werden dieses Versagen unserer planetaren Pflicht nicht länger hinnehmen. Jeder von uns, insbesondere in der materiell privilegierten Welt, muss sich zur Akzeptanz einer Notwendigkeit verpflichten, milder zu leben, deutlich weniger zu konsumieren und nicht nur die Menschenrechte, sondern auch unsere Verantwortung gegenüber dem Planeten zu achten.“[6]

Earth Strike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Extinction Rebellion ruft für den 27. September 2019 gemeinsam mit Fridays For Future, United4Earth, IWW Environmental Unionist Caucus, Youth Strike 4 Climate und Demand Utopia zum Earth Strike auf, einer als bisher größten Klimaprotest geplanten Protestaktion.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Robert Raymond: Klimawandel: Jungen Aktivisten haben einen Plan, der uns alle retten soll. Focus Online, 29. Dezember 2018, abgerufen am 26. Januar 2019.
  2. Jamie Wiseman: New online political venture the Compassionate Revolution to be launched in Stroud. Stroud News and Journal, 22. Juni 2015, abgerufen am 26. Januar 2019 (englisch).
  3. Profile – Dr Gail Bradbrook. BBC Sounds, abgerufen am 26. Januar 2019 (englisch).
  4. Wolfgang Pomrehn: "Die Pflicht zu rebellieren". Telepolis, 21. November 2018, abgerufen am 26. Januar 2019.
  5. a b Alison Green u. a.: Facts about our ecological crisis are incontrovertible. We must take action. The Guardian, 26. Oktober 2018, abgerufen am 26. Januar 2019 (englisch).
  6. a b Vandana Shiva u. a.: Act now to prevent an environmental catastrophe. The Guardian, 9. Dezember 2018, abgerufen am 26. Januar 2019 (englisch).
  7. Our Partners and Supporters. Website von Earth Strike, abgerufen am 26. Januar 2019 (englisch).