Pierbattista Pizzaballa

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Erzbischof Pierbattista Pizzaballa
Patriarchenwappen (ab 2020)
Wilkommens-Banner für Pierbattista Pizzaballa (Lateinisches Patriarchat von Jerusalem)

Pierbattista Pizzaballa OFM (* 21. April 1965 in Cologno al Serio, Provinz Bergamo) ist ein italienischer Ordensgeistlicher und Lateinischer Patriarch von Jerusalem.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pierbattista Pizzaballa trat 1984 der Ordensgemeinschaft der Franziskaner auf La Verna bei. Am 7. September 1985 legte er die erste und am 14. Oktober 1989 die ewige Profess ab. Nach seinem Studium am Pontificio Ateneo Antonianum empfing er am 15. September 1990 die Priesterweihe und wurde 1990 von seiner italienischen Ordensprovinz zum Studium an das Biblicum Franciscanum nach Jerusalem entsandt. Er studierte zudem Hebräisch und Semitische Sprachen an der Hebräischen Universität Jerusalem. 1998 bis 2004 war er Professor für biblisches Hebräisch und Judaismus am “Studium Biblicum Franciscanum” und am “Studium Theologicum Jerosolymitanum”.[1]

Zwischen 2001 und 2004 war er Oberer des Klosters der Hl. Simeon und Anna in Jerusalem[1] und leitete die dort beheimatete Gemeinde der hebräischsprachigen Katholiken. 2005 bis 2008 war er Bischofsvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem und zuständig für die hebräischsprachigen Katholiken im Heiligen Land.

Am 15. Mai 2004 wurde er zum Kustos des Heiligen Landes gewählt.[1] Damit war er von Amts wegen Präsident der Associazione di Terra Santa / Assoziation pro Terra Sancta (ATS), dem Hilfswerk der Franziskaner im Heiligen Land.[2] Zugleich ist er Vorsitzender der Kommission für die Evangelisierung bei der Kustodie des Heiligen Landes und Mitglied deren Kommission für das Judentum und den Islam.[1] Als Kustos war er in der Zeit der Wirren im Nahen Osten Betreuer der Franziskaner und damit vieler katholischer Christen in Israel, Palästina, Syrien, Jordanien, Ägypten, im Libanon, Zypern und Rhodos.[3] 2016 übergab er sein Amt als Kustos an seinen Mitbruder Francesco Patton.[4]

Papst Franziskus ernannte ihn am 24. Juni 2016 zum Titularerzbischof pro hac vice von Verbe und zum Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.[5] Die Amtseinführung als Apostolischer Administrator fand am 15. Juli desselben Jahres statt. Am 10. September 2016 spendete ihm der Kardinalpräfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen, Leonardo Sandri, die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren der emeritierte Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, und der Bischof von Bergamo, Francesco Beschi.

Pierbattista Pizzaballa wurde am 26. Oktober 2016 in Rom von Kardinal-Großmeister Edwin Frederick O'Brien in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert und zum Pro-Großprior des Päpstlichen Laienordens ernannt.[6] Mit Ernennung zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem erfolgte die Bestätigung von Pierbattista Pizzaballa zum Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem durch Kardinal-Großmeister Fernando Filoni. Pizzaballa ist zudem Großkreuz-Konventualkaplan des Malteserordens[7].

Am 31. Mai 2017 ernannte ihn Papst Franziskus zum Mitglied der Kongregation für die orientalischen Kirchen.[8]

Am 24. Oktober 2020 ernannte ihn Papst Franziskus zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem[9], am 28. Oktober 2020 empfing er vom Papst selbst das Pallium.[10] Am 4. Dezember 2020 wurde er in sein Amt eingeführt. Das Amt des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem geht auf die Kreuzritterzeit zurück und wurde 1874 von Papst Pius IX wiederbelebt.[11]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pierbattista Pizzaballa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d „Kustos des Heiligen Landes“ (Memento vom 15. April 2013 im Webarchiv archive.today), ATS pro Terra Sancta, abgerufen am 21. Januar 2012
  2. Assoziation pro Terra Sancta, abgerufen am 23. Januar 2015.
  3. Nr. 51/52 vom 18. Dezember 2014: «Wenn zwei Elefanten kämpfen», S. 48–49. Pierre Heumann: Interview mit Pierbattista Pizzaballa. Abgerufen am 28. Dezember 2014.
  4. Arriva da Trento il nuovo Custode di Terra Santa, abgerufen am 23. Mai 2016 (italienisch).
  5. Rinuncia del Patriarca di Gerusalemme dei Latini e nomina dell’Amministratore Apostolico sede vacante. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 24. Juni 2016, abgerufen am 24. Juni 2016 (italienisch).
  6. Newsletter OESSH Ntr. 44 - Herbst 2016. Die Herbstversammlung des Großmagisteriums. Abgerufen am 11. Dezember 2016.
  7. Malteserorden
  8. Nomina di Membro della Congregazione per le Chiese Orientali. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 31. Mai 2017, abgerufen am 31. Mai 2017 (italienisch).
  9. Nomina del Patriarca di Gerusalemme dei Latini. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 24. Oktober 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020 (italienisch).
  10. Pizzaballa im Interview: Was ich in Jerusalem erreichen will - Vatican News. 2. November 2020, abgerufen am 2. November 2020.
  11. Peter Münch, Pierbattista Pizzaballa - Lateinischer Patriarch auf heikler Mission, In: Süddeutsche Zeitung vom 24. Dezember 2020
VorgängerAmtNachfolger
Giovanni Battistelli OFMStemma Custodia di Terra Santa.jpg Kustos des Heiligen Landes
2004–2016
Francesco Patton OFM
Fouad TwalPatriarch von Jerusalem
seit 2020
(2016–2020 Apostolischer Administrator)
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Fouad TwalCroix de l Ordre du Saint-Sepulcre.svg Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
seit 2020
(2016–2020 Pro-Großprior)
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