Pliego (Murcia)

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Gemeinde Pliego
Pliego – Burgruine
Pliego – Burgruine
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Pliego
Pliego (Murcia) (Spanien)
(37° 59′ 24″ N, 1° 30′ 22″W)
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: MurciaMurcia Murcia
Comarca: Comarca del Río Mula
Koordinaten 37° 59′ N, 1° 30′ WKoordinaten: 37° 59′ N, 1° 30′ W
Höhe: 385 msnm
Fläche: 29,43 km²
Einwohner: 3.847 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 130,72 Einw./km²
Postleitzahl: 30176
Gemeindenummer (INE): 30032
Verwaltung
Website: Pliego

Pliego ist ein südspanischer Ort und eine Gemeinde (municipio) mit insgesamt 3.847 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) im Zentrum der Provinz Murcia in der gleichnamigen autonomen Region Murcia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Pliego liegt knapp 45 km (Fahrtstrecke) westlich der Stadt Murcia in einer Höhe von ca. 370 bis 400 m ü. d. M.[2] Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die geringen Niederschlagsmengen (ca. 335 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2016
Einwohner 2.579 2.745 3.238 3.409 3.933

Die kontinuierliche Bevölkerungsanstieg ist im Wesentlichen auf die Zuwanderung von Menschen aus den umliegenden Dörfern zurückzuführen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pliego liegt im Westen der agrarisch genutzten Kernzone der Provinz Murcia – früher wurden Getreide, Weinreben sowie Oliven- und Obstbäume aller Art zur Selbstversorgung angepflanzt; Gemüse stammte aus den Hausgärten. Heute werden hauptsächlich Pfirsiche, Aprikosen und Zitrusfrüchte geerntet. Im Ort selbst haben sich Kleinhändler, Handwerker und Dienstleistungsbetriebe aller Art angesiedelt. Daneben gibt es mehrere Ferienhäuser (casas rurales).[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Kalksteinplateau wurden bronzezeitliche Kleinfunde gemacht; die dazugehörige Siedlung erhielt den Namen La Almoloya. Römische und westgotische Funde fehlen. In den Jahren nach 711 wurde die Gegend von den Mauren überrannt. Bereits im 10./11. Jahrhundert entstand eine Burg; Ende des 12. Jahrhunderts gründeten die Berber auf einer weiteren Anhöhe eine Festung (hisn) und ein umgebendes Dorf. Nach dem Ende des Kalifats von Córdoba entstand das Taifa-Königreich Murcia, das nach der Rückeroberung (reconquista) der Region durch kastilische Truppen unter Alfons X. im Jahr 1243 in ein christliches Königreich umgewandelt wurde, welches jedoch eng mit der Krone von Kastilien verflochten war. Nach einem Aufstand in den Jahren 1264–1266 wurde die Berbersiedlung zerstört; die gesamte Region wurde in die Hände des Santiago-Ritterordens gegeben. Im Tal entstand ein neuer Ort. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts verließen viele Mauren (moriscos) das Land; andere blieben und wurden erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Erlasse Philipps III. bzw. seines Ersten Ministers, des Herzogs von Lerma, des Landes verwiesen, was negative demographische und wirtschaftliche Folgen für die Region hatte.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermita de la Virgen de los Remedios
  • Von den beiden mittelalterlichen Burgen Castillo de las Paleras und Castillo de Pliego existieren nur noch Ruinen.[7][8]
  • Die Iglesia de Santiago ist ein Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; er besteht aus (teilweise verputzten) Bruchsteinmauerwerk. Das Kirchenschiff verfügt über Seitenkapellen und eine auf einem Tambour ruhende Kuppel.[9][10]
  • Die Casa de la Tercia war ein Getreidespeicher (pósito) des Santiagoordens. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1802 und zeigt das Jakobskreuz über dem Portal.[11]
  • Das Museo de la Almazara Santiaguista beschäftigt sich mit der Ölherstellung.[12]
  • In einem noblen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert (Casa Grande) ist heute das Rathaus (ayuntamiento) untergebracht.[13]
  • Die dreischiffige Ermita de la Virgen de los Remedios steht auf einem Felssporn am Ortsrand; sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und beeindruckt durch einen geschwungenen Glockengiebel (espadaña) und einen Außenbalkon.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pliego – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Pliego – Karte mit Höhenangaben
  3. Pliego – Klimatabellen
  4. Pliego – Bevölkerungsentwicklung
  5. Pliego – Wirtschaft etc.
  6. Pliego – Geschichte
  7. Pliego – Castillo de las Paleras
  8. Pliego – Castillo
  9. Pliego – Iglesia de Santiago Apóstol
  10. Pliego – Iglesia de Santiago Apóstol
  11. Pliego – Getreidespeicher
  12. Pliego – Museum
  13. Pliego – Casa Grande
  14. Pliego – Ermita