Poco (Möbelhaus)

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POCO Einrichtungsmärkte GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1972
Sitz Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Thomas Stolletz
  • Hans-Ralf Großkord
Mitarbeiter ca. 7000 (2014)[1]
Umsatz 1,33 Mrd. Euro (2014) [1][2]
Branche Einzelhandel (Möbel, Küchen, Haushaltswaren, Geschenkartikel, Teppiche, Bodenbeläge, Elektro, Tapeten, Farben, Heimtextilien)
Website www.poco.de

Filiale in Berlin, Siemensdamm

Poco (Eigenschreibweise POCO) ist ein deutscher Möbel-Discounter mit Sitzen in Bergkamen und Hardegsen mit 118 Einrichtungsmärkten und vier Regionallagern (Stand: 09. Juli 2017).[2] Der Name Poco ist die Abkürzung für Pohlmann & Co., benannt nach dem Firmengründer. Das Unternehmen schloss sich im Jahr 2008 mit den ehemaligen Domäne-Einrichtungsmärkten zusammen. Es existieren daher zwei für die Verwaltung der Filialen zuständige Zentralen – die ehemalige Poco-Zentrale in Bergkamen und die ehemalige Domäne-Zentrale in Hardegsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einzelhandelskaufmann Peter Pohlmann gründete 1989 Poco (Pohlmann & Co). Der erste Markt wurde unter dem Motto „Schönes Wohnen für weniger Geld“ in Ahlen eröffnet. In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Filialen stetig. 1999 betrug der Umsatz 271 Mio. D-Mark. Poco verfügt traditionell über ein dichtes Netz von Einrichtungsmärkten in Nordrhein-Westfalen, rund um die Ballungszentren an Rhein und Ruhr und expandierte zunächst unter anderem in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Teppich-Domäne Harste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 gründeten Karl-Heinz Rehkopf und Rainer Wunderlich das Unternehmen Teppich Domäne Harste GmbH & Co. KG in einem Gutshof (daher der Name "Domäne"). Der erste Markt eröffnete im selben Jahr in Harste und verkaufte zunächst Teppich-Überproduktionen, später auch andere Baumarkt-Sortimentsbereiche. 1986 trennten sich die beiden Unternehmensgründer. Rehkopf führte die auf Bodenbeläge und Heimtextilien spezialisierte Teppich-Domäne Harste, die heute als tedox firmiert, weiter, während Wunderlich mit seinem neuen Geschäftsführer Helmut Reitz das Konzept in Richtung Möbel veränderte. Das Unternehmen von Wunderlich hieß Domäne Einrichtungsmärkte.

Poco-Zentrale in Bergkamen

Zusammenschluss von Poco und Domäne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde eine enge Zusammenarbeit im Wareneinkauf von Poco und den Domänen-Einrichtungsmärkten vereinbart. Nach der zwischenzeitlichen teilweisen Übernahme von Anteilen der damals 29 Domäne-Einrichtungsmärkte durch die österreichische XXXLutz-Gruppe im Jahr 2005 und der Umstellung von 24 deutschen Märkten der XXXLutz-Kette Möbelix auf den Markennamen Domäne, verkaufte XXXLutz die Domäne-Anteile im Jahr 2007 an Poco (siehe Domäne Einrichtungsmärkte). Insgesamt 59 Domäne-Einrichtungsmärkte gehörten nun zu Poco. Domäne hatte ein flächendeckendes Netz von Märkten im Norden sowie in Berlin, München und den neuen Bundesländern aufgebaut. Die neuen Partner operierten auf regional verschiedenen Märkten, so dass sich für das Gesamtunternehmen nach dem Zusammenschluss eine deutschlandweite Präsenz ergab.

Eine gemeinsame Holding, die POCO-Domäne-Holding GmbH, wurde daraufhin zum 1. Januar 2008 gegründet. Die ehemals 25 Poco- und 59 Domäne-Filialen waren von nun an als POCO Domäne für die Verbraucher bekannt. Der heutige Name Poco wurde im Jahr 2012 aufgrund des für eine Auslandsexpansion hinderlichen Umlautes und der kürzeren Schreibweise als neuer Firmenname (Poco Einrichtungsmärkte GmbH) und Markenname (POCO) gewählt.

Poco heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute (2017) firmieren unter dem Dach der Poco Einrichtungsmärkte GmbH deutschlandweit 118 Einrichtungsmärkte mit durchschnittlich 4.600 Quadratmetern Verkaufsfläche und insgesamt über 7000 Mitarbeitern. Sie generieren jährlich einen Umsatz von über 1,2 Mrd. €. Bis zu sechs neue Märkte entstehen jährlich.

Geschäftsführer der Poco Einrichtungsmärkte GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Bergkamen und im niedersächsischen Hardegsen sind Thomas Stolletz und Hans-Ralf Großkord.

Poco gehört seit 2008 zu 50 Prozent zum international agierenden Steinhoff-Konzern (Steinhoff Europe), zu 50 Prozent der Eigentümerfamilie der österreichischen Möbelkette XXXLutz.

Heute betreibt Poco auch einen Markt in Australien (Blacktown), einen in den Niederlanden (Enschede), einen in Polen (Wroclaw/Breslau) und zwei in Südafrika (Kapstadt).

Poco Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom September 2011 bis zum Frühjahr 2017 war Daniela Katzenberger Werbegesicht von Poco. Abgelöst wurde sie in geringerem Umfang durch Markus Maria Profitlich und Janine Kunze.

Brände von Lagern 2014 und 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Februar 2014 brannte ein Außenlager des Konzerns in Hagen-Vorhalle nieder.[3] Das Feuer brach gegen 11:20 Uhr im Dachstuhl aus und verbreitete sich über das gesamte Gebäude. Das Dach stürzte in der Folge ein. [4] Ein Angestellter der Möbelhauskette wurde dabei verletzt.[5]

In der Nacht auf den 22. Mai 2015, kam es gegen 3:20 Uhr zum Brand einer Lagerhalle in Köln-Eil, dessen Ursache und Schadensumfang bislang ungeklärt sind. Es gibt jedoch nach ersten Erkenntnissen keine Verletzten. Von den insgesamt neun Lagerhallen, wurde eine vollständig zerstört.[6] Vier Tage nach dem Lagerhallenbrand erhielt das Möbelhaus einen Erpresserbrief mit Forderungen in Höhe von 2 Millionen Euro. Sollte diese Summe nicht gezahlt werden, drohten weitere Brände, bis alle Lagerhallen zerstört seien.[7]

Als "größter Brand der letzten 30 Jahre in Aachen" wurde der Großbrand in der Nacht zum 1. Juni von der Stadt Aachen bezeichnet. Dabei wurde ausgehend vom Brandherd im Poco-Lager ein Fitnessstudio und eine Indoor-Soccerhalle zerstört. Zeitweise waren bis zu 150 Feuerwehrleute im Einsatz.[8][9] Der Gesamtschaden der Brände in Köln und Aachen beläuft sich auf etwa fünf Millionen Euro.[10]

Im November 2015 wurde der Prozess gegen einen der Brandstifter, einem 44-Jährigen aus Lohmar, eröffnet. Dieser beteuerte, dass er alleine gehandelt habe und seine zwei Komplizen lediglich eine Erfindung seien, um den Druck auf das Möbelhaus zu erhöhen. Er gestand die Brandstiftungen in Köln und Aachen, beteuerte aber vor Gericht, dass er lediglich die Ecken der Hallen "etwas ankokeln" wollte. Als Motiv nannte er seine hohen Schulden in Höhe von fast 100.000 Euro.[7] Am 26. November wurde der Brandstifter zu sieben Jahren Haft verurteilt, nachdem die Anklage eine Haftstrafe von acht Jahren gefordert hatte.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b EinrichtungshäuserDie zehn umsatzstärksten Möbelhäuser in: Wirtschaftswoche vom 4. August 2012
  2. a b Möbelhäuser- aktuelle Zahlen und Fakten Abgerufen am 23. März 2015.
  3. Ruhr Nachrichten: Riesige Rauchwolke: Poco-Möbellager in Hagen-Vorhalle ausgebrannt vom 10. Februar 2014
  4. Der Westen: Dach von Poco-Lager bei Brand eingestürzt – ein Verletzter | WAZ.de vom 10. Februar 2014
  5. RP Online: Rauchwolke bis Essen zu sehen: Großbrand in Hagener Möbellager vom 10. Februar 2014
  6. Flammen kilometerweit zu sehen - Brand im Möbellager von Poco in Porz-Eil. 22. Mai 2015. Abgerufen am 22. Mai 2015.
  7. a b Tim Stinauer: Prozess in Köln - Gericht zweifelt an der Aussage des Poco-Feuerteufels. 16. November 2015. Abgerufen am 16. November 2015.
  8. Großfeuer in Aachen unter Kontrolle: Es riecht nach Brandstiftung auf wdr.de vom 2. Juni 2015, abgerufen am 2. Juni 2015
  9. Aachener Zeitung: Großfeuer zerstört Möbellager und Fitnessstudio auf Aachener-Zeitung.de vom 1. Juni 2015, abgerufen am 2. Juni 2015
  10. dpa: Großbrände in Möbellagern: Polizei nimmt Verdächtigen fest auf aachener-zeitung.de vom 4.Juni 2015, abgerufen am 5. Juni 2015
  11. Hariett Drack: Prozess in Köln - Richterin schickt Poco-Erpresser sieben Jahre ins Gefängnis. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 26. November 2015. Abgerufen am 26. November 2015.

Koordinaten: 51° 38′ 47,8″ N, 7° 40′ 37″ O