Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen

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Episode der Reihe Polizeiruf 110
OriginaltitelDer Ort, von dem die Wolken kommen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Roxy Film[1]
im Auftrag des BR
Länge 88 Minuten
Einordnung Episode 379 (Liste)
Erstausstrahlung 15. September 2019 auf Das Erste
Stab
Regie Florian Schwarz
Drehbuch Thomas Korte
Michael Proehl
Produktion Annie Brunner
Andreas Richter
Ursula Woerner
Musik Sven Rossenbach
Florian van Volxem
Kamera Julian Krubasik
Schnitt Vera van Appeldorn
Besetzung

Der Ort, von dem die Wolken kommen ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 379. Episode des Polizeiruf 110 und wurde am 15. September 2019 im Ersten ausgestrahlt. Es ist der erste Fall der Ermittlerin Elisabeth Eyckhoff.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polizeioberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff ermittelt in ihrem ersten Fall die Herkunft des verwahrlosten Jungen Polou. Er weist diverse Wunden und Hornhaut am Gesäß auf – Hinweise auf Misshandlungen und ein Kerker-Dasein. Eyckhoff bewacht ihn mit ihrem Team auf einer geräumten Station im Krankenhaus und gewinnt langsam sein Vertrauen.

Während Polou versorgt wird, ist eine Frau in Pelzkleidung – wie sich später zeigt, Polous Mutter – auf der Suche nach ihm. Sie findet heraus, dass ihr Sohn mit einem Fernlinienbus in München angekommen ist und von Eyckhoffs Team betreut wird. Sie macht sich an Eyckhoffs Kollegen heran und verbringt mit ihm eine Nacht. Durch Unterlagen zu Polous Fall, die Eykhoffs Kollege zu Hause hat, erfährt sie Polous Aufenthaltsort in der Klinik. Trotz der Sicherung durch einen ständig anwesenden Polizisten verschafft sie sich Zutritt zu der Krankenstation und versucht, den Jungen zu entführen. Nach einem Schusswechsel mit Eyckhoff flieht sie. Wie sich später herausstellt, hatte sie bereits den Busfahrer des Fernbusses erschossen, mit dem Polou geflohen war.

Polou spricht sehr unverständlich und macht damit keine nachvollziehbaren Aussagen zu seiner Herkunft oder Situation. Zeichnungen, die er anfertigt, sind schwer zu entschlüsseln. Eine Psychologin weist darauf hin, dass es mittels Hypnose eventuell möglich wäre, tiefere Erkenntnisse über Polous Schicksal zu erfahren. Für Eyckhoff erscheint das dringend, weil es Anzeichen gibt, dass es noch weitere Kinder in einer ähnlichen Kerkersituation gibt. Allerdings spricht sich eine Vertreterin des Jugendamtes strikt gegen Hypnose aus. Eyckhoff ermittelt daraufhin gegen die Vertreterin des Jugendamtes und erpresst mit der Erkenntnis über deren außereheliche Beziehung ihre Einwilligung zur Hypnose.

In mehreren Sitzungen, in denen zunächst nur Polou, dann auch Eyckhoff hypnotisiert wird, begleitet die Polizistin den Jungen und erfährt so Hinweise auf den Ort seiner Gefangenschaft, die Villa eines deutschen Waffenhändlers in der Schweiz. In Hypnose sucht Eyckhoff zusammen mit ihrem Kollegen und Halbbruder Cem Halac die Villa auf und verschafft sich Zutritt zu dem Anwesen. Polous abstrakte Zeichnungen ergeben in diesem Zusammenhang Sinn: Er hat Motive aus seiner Gefangenschaft abgebildet. Eyckhoff trifft in der Villa drei weitere, stark vernachlässigte Kinder an, unter anderem Polous älteren Bruder, der diesen in den Fernlinienbus gesetzt hatte. Als der Waffenhändler plötzlich aus dem Dunkel tritt, erkennt Eyckhoff in ihm ihren Vater, mit dem sie offenbar auch eine traumatisierende Kindheit verbindet. Sie händigt ihm verstört ihre Dienstwaffe aus. Ihr Halbbruder Cem sollte im Auto auf sie warten, wird nun aber von Polous Mutter in deren Gewalt gebracht und erschossen.

Hier brechen ihre Visionen ab und Eyckhoff erwacht aus der Hypnose. Noch immer irritiert, alles nur im Traum erlebt zu haben, erfährt sie, dass die Schweizer Polizei bei der Erstürmung der Villa zwei Kinder retten konnte. Polous älterer Bruder war bereits seit einigen Tagen tot. Nur durch Eyckhoffs hypnotische Mitarbeit ist es den Schweizer Kollegen möglich gewesen, die Villa schnell genug zu finden. Sie können die beiden Kinder in Sicherheit bringen, bevor sich kurz nach dem Eindringen der Polizei der Waffenhändler mit einem Sprengsatz selbst tötet.

Polou erleidet in der Hypnose einen Schlaganfall und wird auf der Intensivstation behandelt. Es ist ungewiss, ob er aus dem Koma wieder erwachen wird. Polous Mutter erschießt sich, als sie von der Erstürmung der Villa erfährt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 26. Februar 2019 bis zum 28. März 2019 in München und Umgebung gedreht.[2][3] Die Premiere erfolgte am 24. August 2019 auf dem Festival des deutschen Films.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Aber es ist der erste Film mit Verena Altenberger, da werden die langen Linien erst angelegt, und vieles soll sich noch entwickeln. […] Jedenfalls weckt der erste Film die Neugier, dabei zuzusehen, was aus dieser Ermittlerin wird, die erfreulicherweise so gar nicht infiziert ist von der Gegenwartserkrankung namens Zynismus. Da geht noch was. Und das gehört ja auch zum Konzept der experimentierfreudigen Entwickler des Münchner Polizeirufs: Geduld zu haben mit den eigenen Leuten.“

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Der Ort, von dem die Wolken kommen am 15. September 2019 wurde in Deutschland insgesamt von 5,93 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 18,7 Prozent für Das Erste.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polizeiruf 110 - Der Ort, von dem die Wolken kommen. Roxy Film GmbH, abgerufen am 28. Mai 2021.
  2. Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen bei crew united
  3. Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen. Verena Altenberger ermittelt erstmals im BR-Polizeiruf 110. In: Pressedossiers. Bayerischer Rundfunk, 28. Februar 2019, abgerufen am 5. August 2019.
  4. Der Ort von dem die Wolken kommen (Polizeiruf 110) (Memento vom 25. August 2019 im Internet Archive) beim Festival des deutschen Films
  5. Holger Gertz: Ein Ort des Bedröhnten. In: Medien. Süddeutsche Zeitung, 13. September 2019, abgerufen am 14. September 2019.
  6. Fabian Riedner: Primetime-Check: Sonntag, 15. September 2019. Quotenmeter.de, 16. September 2019, abgerufen am 29. Mai 2021.