Festival des deutschen Films

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Logo des Festivals 2018

Das Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein ist ein Filmfestival, das von der gleichnamigen gGmbH seit dem Jahr 2005 auf der Ludwigshafener Parkinsel veranstaltet wird. Zunächst fand es in zwei Kinozelten statt, 2018 gab es erstmals ein drittes Kinozelt. Die 19. Auflage findet vom 23. August bis 10. September 2023 statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Filmfestival wurde durch die „Zukunftsinitiative Metropolregion Rhein-Neckar“ und durch die Unterstützung der BASF AG ermöglicht. Es wurde mit seinen „Strandgesprächen“ zu einem Treffpunkt junger deutscher Regisseure, Produzenten, Verleiher und Schauspieler. Resultat davon ist die „Ludwigshafener Position“ – aus intensiven Gesprächen zwischen den anwesenden Regisseuren und Produzenten mit der Themenstellung „Was braucht der deutsche Film?“ entstand eine gemeinsame Resolution, die 2005 von 22 Filmregisseuren, Schauspielern und Produzenten unterzeichnet wurde. Sie forderte eine primär künstlerische Ausrichtung des deutschen Films.

Im zweiten Jahr fand erstmals eine Sommerakademie statt. Sie ging hervor aus den Strandgesprächen des letzten Jahres. Eine Meisterschule, bei der deutsche Filmemacher sich austauschen konnten. Die Sparkasse Vorderpfalz und die GAG Ludwigshafen beteiligten sich erstmals an der Finanzierung des Festivals.

Die Stadt Ludwigshafen sicherte erstmals zusammen mit den bisherigen Sponsoren den Fortbestand des Festivals: Mit großer Mehrheit stimmte der Gemeinderat dem Wunsch der Oberbürgermeisterin Eva Lohse einer Mitfinanzierung zu. Ab 2008 sponserte auch das Klinikum der Stadt Ludwigshafen das Festival.

Im fünften Jahr wurde die Besucherzahl verdreifacht. Besucher waren unter anderem Hannelore Elsner, die den „Preis für Schauspielkunst“ entgegennimmt, Senta Berger, die ihren neuen Film vorstellte und Werner Schroeter. Dies war einer seiner letzten Auftritte, denn Werner Schroeter verstarb im April 2010.

Seit 2011 kann der Filmkunstpreis gleichberechtigt nicht nur an reine Kinoproduktionen und Kino-Fernseh-Misch-Produktionen gehen, sondern auch an reine Fernsehproduktionen in Deutschland. Im Jahr 2010 erhielt Moritz Bleibtreu den „Preis für Schauspielkunst“. Im siebten Jahr stieg TWL als neuer Sponsor ein.

Der Filmkunstpreis ging an Für Elise von Wolfgang Dinslage. Der „Preis für Schauspielkunst“ ging an Otto Sander sowie Sandra Hüller.

Auf dem Roten Teppich des Jubiläums Festivals 2014 (Von links nach rechts Golo Euler, Lucie Heinze, Programm-Managerin Daniela Kötz, Ulrich Matthes, Festivaldirektor Michael Kötz, Ulrich Tukur, Barbara Philipp und Anatole Taubman)

Das 9. Festival im Jahr 2013 erreichte eine erneute Steigerung der Besucherzahl. Wegen des Rheinhochwassers Ende Mai/Anfang Juni 2013 wurde das Festival-Gelände kurzfristig auf eine Brachfläche am Luitpoldhafen, gegenüber der Parkinsel, verlegt.[1] Die Vorführungen des 22. Juni mussten aufgrund eines Großbrandes einer Lagerhalle in unmittelbarer Nähe aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.[2]

Bei der 10. Auflage vergab das Festival 2014 erstmals den „Medienkulturpreis von Ludwigshafen am Rhein“ und zeichnete damit eine Fernsehredaktion aus, die hauptverantwortlich für eine besonders gelungene neue Fernsehfilm-Produktion (Fernsehspiel) ist, die vorbildhaft für den Erhalt einer Medienkultur in Deutschland ist und der es unabhängig von Einschaltquoten um Qualitätsfernsehen im Bereich des Fernsehspiels geht.

2016 wurden 245 Vorführungen und 90 Filmgespräche präsentiert.[3]

2017 fand das Festivals erstmals im Spätsommer statt, vom 30. August bis 17. September, um den immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Parkinsel auszuweichen. 41 Regisseure, 88 Produzenten und andere Branchenvertreter sowie 62 Schauspieler waren mit über 60 neuen Filmwerken zu Gast. Seit dem Frühjahr hat das Festival auch sein Büro in Ludwigshafen und den Namen der Stadt voll in sein Logo integriert.

2018 ging das Festival nach 19 Tagen (22. August bis 9. September 2018) und 115.000 Besuchern zu Ende. So waren in diesem Jahr 377 Branchenvertreter zu Gast, 21 Regisseure, 65 Schauspieler, 197 Produzenten, Redakteure des Fernsehens und andere sowie 94 Pressevertreter. Erstmals gab es ein drittes Kinozelt, in dem Beiträge des Kinderfilmfests und der Reihe Salon – Internationaler Film gezeigt wurden.[4]

2019 stellt das Festival einen neuen Besucherrekord mit 120.000 Menschen auf und begrüßte 378 Fachbesucher und 100 Pressevertreter, das waren 20 % mehr als im Vorjahr.

2020 fand das Festival coronabedingt in einer Notausgabe vom 26. August bis 13. September mit nur einem Open-Air-Kino auf der Parkinsel statt. Mit einer Auslastung von 80 Prozent endete die spezielle 16. Ausgabe mit rund 15.000 Besuchern vor Ort. In der parallel stattfindenden kostenlosen Onlineversion des Festivals „Dahääm/at Home“ sahen rund 7.000 Zuschauer 12 ausgewählte Film-Highlights der vergangenen Jahre des Festivals. Die damit verbundene Abstimmung über die Beliebtheit der Filme ergab auf Rang eins mit 92 % Zustimmung, dass der Film Blaubeerblau, Regie Rainer Kaufmann, den Sonderpreis „Rheingold Extra 2020“ erhält. Auf Platz zwei und drei der Beliebtheit lagen die Filme Der weiße Äthiopier, Regie Tim Trageser, und Im Schmerz geboren, Regie Florian Schwarz.

2021 fand das Festival mit 60.000 Menschen in zwei Zeltkinos und zwei Freiluftkinos auf der Parkinsel statt. Trotz Bahnstreik begrüßte das Festival über 300 Gäste aller Gewerke. Es wurden 315 Vorstellungen vorgeführt und 105 Filmgespräche angeboten. Das Festivalprogramm präsentierte in diesem Jahr eine Auswahl von insgesamt 56 Produktionen, die um den Publikumspreis „Rheingold“, gestiftet von dem Förderkreis des Festivals, konkurrierten. 17 Filme liefen im Wettbewerb um den Filmkunstpreis des Festivals in drei Kategorien. Dazu gab es 11 Gastbeiträge und 7 Kinderfilme.

2022 fand das 18. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein vom 24. August bis 11. September 2022 mit 88.000 Besuchern in zwei Zeltkinos und einem Freiluftkino auf der Parkinsel statt. 73 Filmgespräche mit den Kreativen vor und hinter der Kamera organisierte das Festival in diesem Jahr, 10.000 Menschen haben daran teilgenommen. Die von etablierten Filmkritikern geführten Diskussionsrunden – in disem Jahr mit Julia Teichmann, Josef Schnelle und Rüdiger Suchsland – sind ein wichtiger Bestandteil des Festivals. Das Festivalprogramm präsentierte eine Auswahl von insgesamt 49 Filmen, davon 40 deutsche und neun internationale Produktionen. 2022 begrüßte das Festival wieder über 300 Gäste aller Gewerke.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festivalleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Kötz, Intendant und künstlerischer Direktor
  • Daniela Kötz, Programmdirektorin

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwigshafener Filmkunstpreis – seit 2019 mit 30.000 Euro (bis 2017 50.000 €, 2018 20.000 €) dotiert. Er wird von einer Fachjury an den „besten deutschen Film“ vergeben. Entscheidend ist die „ästhetische Qualität“, egal ob Kino- oder Fernsehproduktion. Jeweils 10.000 Euro gehen an die Regie, an den Produzenten und an den deutschen Filmverleih, der den Film ins Kino bringt. Die Preisgelder werden ohne Bedingungen vergeben. Eine unabhängige, jährlich neu berufene Jury anerkannter Persönlichkeiten des deutschen Films vergibt den Preis. Zwei weitere Filme erhalten eine lobende Erwähnung, die „Ludwigshafener Auszeichnungen“.
  • Rheingold – Der Ludwigshafener Publikumspreis – gleichwertig wie der Ludwigshafener Filmkunstpreis und seit 2018 unter dem Namen Rheingold in gleicher Höhe dotiert (bis 2017 10.000 €). Jeweils 10.000 Euro gehen an die Regie, an den Produzenten und 10.000 Euro an den deutschen Filmverleih, der Film ins Kino bringt. Die Preisgelder werden ohne Bedingungen vergeben. Über den Preisträger stimmt das Publikum unter den neueren Filmen des Programms ab (Bewertung pro Vorstellung in Relation zur Anzahl pro Vorstellung).
  • Preis für Schauspielkunst – Preis an „herausagende Persönlichkeiten der Schauspielkunst“, seit 2005 verliehen.
  • Autorenpreis Ludwigshafen – Preis für einen Drehbuchautor, der eine „herausragende Arbeit im Bereich von Film und Fernsehen in Deutschland vorgelegt hat“, 2013 erstmals vergeben.
  • Regiepreis Ludwigshafen – Preis für einen Regisseur, der eine „herausragende Filmarbeit präsentiert hat“, 2018 erstmals vergeben.
  • Medienkulturpreis – Preis für einen „besonders cineastisch gelungenen“ reinen Fernsehfilm, der ohne Kinobeteiligung entstanden ist. Er wird von einer „renommierten Persönlichkeit der Film- und Fernsehwelt“ als einzelner Juror vergeben.
  • Kinderfilmpreis Der goldene Nils – seit 2014 vergeben. Die Jury besteht aus Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren sowie Redakteuren der Rheinpfalz und dem Kurator Rolf-Rüdiger Hamacher.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwigshafener Filmkunstpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preis für Schauspielkunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheingold – Ludwigshafener Publikumspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenpreis Ludwigshafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medienkulturpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträger 2017:
    • Lucia Keuter (WDR)
  • Preisträger 2018:
    • Frankfurt, Dezember 17 (Petra K. Wagner/Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks)

Der goldene Nils[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regiepreis Ludwigshafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Festival des deutschen Films – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Festival des deutschen Films vom 4. Juni 2013: Filmfestival im Trockenen! festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. 23. Dezember 2015, archiviert vom Original am 23. Dezember 2015; abgerufen am 18. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.festival-des-deutschen-films.de
  2. Ludwigshafen: Feuerwehr bringt Großbrand unter Kontrolle. auf: Spiegel Online. 23. Juni 2013.
  3. Geschichte. festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. Festival des deutschen Films, 24. Juli 2017, archiviert vom Original am 24. Juli 2017; abgerufen am 18. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.festival-des-deutschen-films.de
  4. a b Filmfestival Ludwigshafen: Iris Berben erhält Preis für Schauspielkunst. Artikel vom 10. Juli 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.
  5. a b Ludwigshafener Preis geht an zwei Filme. Artikel vom 16. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  6. Filmkunstpreis 2018 des 14. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen. festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. 10. September 2018, archiviert vom Original am 10. September 2018; abgerufen am 18. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.festival-des-deutschen-films.de
  7. a b c Die Preisträger 2019 - Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein. festival-des-deutschen-films.de. In: web.archive.org. 7. September 2019, archiviert vom Original am 7. September 2019; abgerufen am 18. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.festival-des-deutschen-films.de
  8. a b Festivalfinale mit Preisverleihung. In: festival-des-deutschen-films.de. Abgerufen am 20. September 2021.
  9. Die Preisträger*innen 2022. In: festival-des-deutschen-films.de. 10. September 2022, abgerufen am 11. September 2022.
  10. Murot-"Tatort" gewinnt Filmpreis in Ludwigshafen. Artikel vom 8. September 2018, abgerufen am 9. September 2018.
  11. Goldener Nils. (Nicht mehr online verfügbar.) Festival des deutschen Films, archiviert vom Original am 24. Juli 2017; abgerufen am 19. Juli 2017.